Stromvergleich: Wie Sie mit der richtigen Methode Hunderte Euro sparen
Das Jahr ist um, und die jährliche Stromabrechnung landet im Briefkasten. Dann der Schock: Sie müssen mehrere Hundert Euro nachzahlen. Damit das nicht noch einmal passiert, haben Sie nun zwei Möglichkeiten: Entweder Sie reduzieren Ihren Stromverbrauch oder Sie wechseln Ihren Versorger.
Die erste Variante ist grundsätzlich immer eine gute Idee, doch das Einsparpotenzial ist in vielen Haushalten begrenzt. Energiesparlampen gehören bereits zum Standard, und der Austausch alter Haushaltsgeräte gegen sparsamere Modelle erfordert eine Investition.
Die zweite Variante hingegen eignet sich für jeden Haushalt. Der Wechsel zu einem anderen Anbieter ist kostenlos, in 30 Minuten erledigt und kann, abhängig vom aktuellen Tarif, Hunderte Euro im Jahr sparen. Zudem sind Ökostromtarife heute viel günstiger als früher und liegen mit den herkömmlichen Tarifen gleichauf, teilweise sogar darunter. Mit einem Wechsel sparen Sie also nicht nur Geld, sondern fördern auch den Ausbau erneuerbarer Energien.
So schnell ein Wechsel auch erledigt ist, Sie sollten nicht den erstbesten Versorger wählen. Es lohnt sich, einen Stromvergleich durchzuführen. So schöpfen Sie das Sparpotenzial voll aus und verhindern, dass Sie bei einem unseriösen Unternehmen landen.
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Wie sich die Strompreise entwickeln
Die Strompreise sind volatil und hängen von den Kraftwerksarten sowie von geopolitischen Situationen ab. Während die Kilowattstunde 2019 noch durchschnittlich 29 Cent kostete, schoss der Preis mit dem Krieg in der Ukraine nach oben (Quelle: Statistisches Bundesamt). Am Höhepunkt der Krise mussten Verbraucher 42 Cent zahlen. Aktuell pendelt sich der Markt bei 28 bis 35 Cent ein, abhängig von Region und Tarif. Damit liegt er immer noch leicht über dem Vorkriegsniveau, kommt diesem aber nahe.
Wie sich der Strompreis in den kommenden Jahren und Jahrzehnten entwickeln wird, lässt sich schwer prognostizieren. Dazu spielen zu viele Faktoren eine Rolle.
- Der CO₂-Preis wird kontinuierlich steigen und somit Gas- und Kohlestrom verteuern. Das hat Einfluss auf den gesamten Strommarkt. Denn der Preis des teuersten Stroms an der Börse gibt den Preis für alle Produzenten vor (Merit-Order-Prinzip). Wenn ein teures Gaskraftwerk zugeschaltet wird, erhalten Windrad- und Solarparkbetreiber das gleiche Geld für ihren Strom wie der Gaskraftwerkbetreiber, obwohl sie günstiger produzieren. Das verteuert den Strom für alle Verbraucher.
- Um den Netzausbau zu finanzieren, landen laut der Bundesnetzagentur rund 32 Prozent des Strompreises bei den Netzbetreibern. Doch das könnte in Zukunft nicht mehr ausreichen, um diese Aufgabe zu bewältigen. Günstigere Speicher sorgen zudem dafür, dass Solaranlagenbesitzer ihren Strom selbst verbrauchen, statt ihn einzuspeisen. Das ist grundsätzlich eine gute Sache, da der Strom dort verbraucht wird, wo er entsteht. Allerdings beziehen sie dann weniger Strom von ihrem Anbieter und zahlen weniger Netzentgelt. Diese Einnahmen fehlen den Netzbetreibern, die wiederum die Preise für alle anderen erhöhen werden.
- Der Ausbau der erneuerbaren Energien bietet jedoch einen großen Hebel, um die Stromkosten langfristig zu senken. Denn Wind- und Solarenergie sind in der Herstellung sehr günstig. Das zeigt eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. Während die sogenannten Gestehungskosten, die die Kosten mit dem Nutzen über die gesamte Lebensdauer hinweg in Relation setzen, bei Windkraft und Solar zwischen 4,1 und 14,4 Cent/kWh liegen, zahlen Besitzer von Kohle- und Gaskraftwerken zwischen 15,1 und 32,6 Cent/kWh. Hier gibt es also ein Mittel, um steigenden Strompreisen entgegenzuwirken.
Warum ein Stromvergleich der effektivste Hebel gegen hohe Energiekosten ist
Die Stromrechnung gehört zu den wenigen Haushaltskosten, die Sie direkt beeinflussen können. Während Sie bei Miete, Versicherungen oder Lebensmitteln nur begrenzten Spielraum haben, bietet der Strommarkt echte Sparpotenziale. Das liegt vor allem an den teuren Altverträgen und dem Ausbau von erneuerbaren Energien. Wer sich nicht regelmäßig um einen aktuellen Tarif kümmert, dessen Stromvertrag verlängert sich Jahr für Jahr, während die Marktpreise dank günstiger Wind- und Sonnenenergie immer weiter sinken.
Einmal zum Vergleich: Laut Daten von Verivox zahlen Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 4000 kWh im Durchschnitt 33,51 Cent/kWh. Für Neukunden kostet die Kilowattstunde hingegen nur rund 24 Cent. Durch einen Wechsel würden sie also rund 380 Euro im Jahr sparen (Stand: Dezember 2025).
Der Unterschied zwischen Grundversorgung, Ersatzversorgung und Sondertarif
Mit einem Stromvergleich können Sie den passenden und vor allem einen günstigeren Stromtarif finden. Dabei sollten Sie darauf achten, in welchen Vertrag Sie wechseln. Denn der deutsche Strommarkt kennt nämlich drei Versorgungsformen, die unterschiedlich viel für Sie kosten.
- Grundversorgung: Jeder Haushalt, der keinen aktiven Vertrag mit einem Stromanbieter abschließt, wird automatisch Kunde des örtlichen Grundversorgers. Das ist das Energieversorgungsunternehmen, das in Ihrem Netzgebiet die meisten Haushaltskundinnen mit Strom beliefert. Die Grundversorgung garantiert, dass Sie niemals ohne Strom dastehen, auch wenn Sie sich nie um einen Vertrag gekümmert haben, beispielsweise wenn Sie in eine neue Wohnung ziehen. Diese Sicherheit hat jedoch ihren Preis. Grundversorgungstarife gehören zu den teuersten Angeboten auf dem Markt. Die Preise liegen oft 20 bis 30 Prozent über denen günstiger Sondertarife. Dafür sind die Kündigungsfristen kurz: Sie können mit einer Frist von zwei Wochen kündigen und sofort zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Die Grundversorgung ist also flexibel, aber kostspielig.
- Ersatzversorgung: Die Ersatzversorgung tritt ein, wenn Ihr bisheriger Anbieter ausfällt, etwa durch Insolvenz oder Vertragsbeendigung ohne Nachfolger. In diesem Fall übernimmt der Grundversorger für maximal drei Monate automatisch die Belieferung. Die Ersatzversorgung dient als Überbrückung und endet automatisch, sobald Sie einen neuen Vertrag abschließen oder die drei Monate abgelaufen sind. Die Preise entsprechen in der Regel denen der Grundversorgung.
- Sondertarife: Hierzu zählen alle Verträge außerhalb der Grund- und Ersatzversorgung. Hier schließen Sie aktiv einen Vertrag mit einem Anbieter Ihrer Wahl ab. Oft beträgt die Laufzeit 12 oder 24 Monate. Sondertarife bieten das größte Sparpotenzial, binden Sie aber auch für einen bestimmten Zeitraum. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel vier bis sechs Wochen zum Vertragsende. Innerhalb der Laufzeit können Sie nur bei Preiserhöhungen außerordentlich kündigen.
Tipp: Wenn Sie sich in der Grund- oder Ersatzversorgung befinden, müssen Sie nicht zwangsläufig den Versorger wechseln. Anbieter wie E.ON, EnBW, Mainova oder MVV Energie bieten sowohl Grundversorgung als auch günstigere Sondertarife an. Kontaktieren Sie Ihren Grundversorger und fordern Sie ein Angebot an. Der Wechsel in einen anderen Tarif läuft dann unbürokratisch ab.
Was bedeutet der Preis pro Kilowattstunde?
Wer einen Stromvergleich durchführen möchte, muss eine wichtige Maßeinheit kennen: die Kilowattstunde (kWh). Mit ihr wird die Menge an Energie angegeben, die ein Haushalt verbraucht. Ein Vier-Personen-Haushalt benötigt beispielsweise etwa 3500 bis 4500 kWh im Jahr, während Single-Haushalte auch mit 1400 kWh auskommen. Diese Maßeinheit finden Sie auch auf Ihrem Stromzähler und Ihrer Stromrechnung. Ihr Verbrauch wird dort immer in Kilowattstunden angegeben.
Für jede Kilowattstunde zahlen Sie einen in Ihrem Stromtarif festgelegten Arbeitspreis, beispielsweise 30 Cent. Ein moderner Kühlschrank verbraucht etwa 90 bis 125 kWh pro Jahr und verursacht somit Stromkosten von 27 bis 37,50 Euro. Ein Durchlauferhitzer für Warmwasser kann dagegen schnell 1000 kWh pro Jahr verbrauchen, was Betriebskosten von 300 Euro pro Jahr verursacht.
Zu dem Preis pro Kilowattstunde kommt noch ein Grundpreis hinzu. Dieser liegt bei den meisten Stromtarifen zwischen 10 und 20 Euro pro Monat und wird auch fällig, wenn Sie gar keinen Strom verbraucht haben und etwa im Urlaub waren.
Bei einem Stromvergleich sollten Sie daher abwägen, ob Ihnen ein niedriger Grund- oder ein niedriger Arbeitspreis wichtiger ist. Für Singlehaushalte lohnen sich meistens Tarife mit niedrigem Grundpreis, da sie nur wenig Strom benötigen. Für Familien ist ein besonders niedriger Arbeitspreis wichtiger.
Diese Daten benötigen Sie für einen Stromvergleich
Um einen Stromvergleich durchführen zu können, benötigen Sie drei Informationen: Ihre Postleitzahl, Ihren jährlichen Stromverbrauch in Kilowattstunden und Ihre Präferenz für Ökostrom oder konventionellen Strom.
- Postleitzahl: Deutschland ist in 876 Verteilnetze unterteilt, und die Höhe des Netzentgelts variiert je nach Region. Der Strompreis hängt daher auch vom Wohnort ab – selbst bei demselben Stromanbieter. Daher müssen Sie für einen ersten Vergleich Ihre Postleitzahl angeben.
- Stromverbrauch: Wenn Sie einen neuen Tarif abschließen möchten, benötigt der Versorger eine Mengenangabe. Hier sollten Sie Ihren letzten Jahresverbrauch angeben. Geben Sie einen zu niedrigen Wert an, müssen Sie nach einem Jahr gegebenenfalls größere Summen nachzahlen. Geben Sie zu viel an, fällt Ihr monatlicher Abschlag hingegen zu hoch aus.
- Ökostrom: Bei einem Vergleich können Sie sich für Ökostrom oder konventionellen Strom entscheiden. Da beide mittlerweile gleich viel kosten, haben Sie durch Ihre Entscheidung keine Nachteile. Anbieter wie LichtBlick, Green Planet Energy oder ENTEGA haben sich auf erneuerbare Energien spezialisiert und bieten attraktive Konditionen. Auch etablierte Versorger wie EnBW oder E.ON führen Ökostromtarife im Portfolio, die sich preislich kaum von Standardtarifen unterscheiden.
Geben Sie diese Daten dann auf einem Vergleichsportal wie Verivox oder Check24 ein, um binnen Sekunden eine Liste verfügbarer Tarife in Ihrer Region zu erhalten. Alternativ können Sie auch die Websites Ihrer Wunschanbieter besuchen. Dort machen Sie die gleichen Angaben und erhalten direkt ein Angebot. Das ist allerdings aufwendiger, wenn Sie mehrere Anbieter vergleichen möchten. Doch gelegentlich gibt es besondere Konditionen für Direktkunden, da keine Provision für den Vermittler anfällt. Zudem finden Sie dort auch Kombitarife für Strom und Gas sowie für E-Autos und Wärmepumpen. Solche speziellen Angebote können Vergleichsportale nicht immer gut darstellen.
Wie Sie seriöse Angebote erkennen
Im besten Fall haben Sie nun eine lange Liste potenzieller Stromanbieter vor sich. Am einfachsten wäre es, sich für den günstigsten zu entscheiden. Es gibt jedoch auch unseriöse Unternehmen, die mit niedrigen Preisen locken, im Nachhinein aber nur Probleme bereiten. Schließen Sie daher bei einem Stromvergleich Anbieter aus, die folgende Merkmale aufweisen.
- Vorkasse: Einige Stromanbieter verlangen eine Vorauszahlung für ein ganzes Jahr. Darauf sollten Sie sich nie einlassen. Geht der Anbieter nämlich pleite, ist Ihr Geld möglicherweise weg, und Sie werden zum Gläubiger. Das ist ärgerlich und langwierig. Seriöse Versorger arbeiten mit monatlichen Abschlägen und jährlicher Abrechnung.
- Zu hoher Abschlag: Wenn Sie Ihren Verbrauch und die Preise eines neuen Anbieters kennen, können Sie die monatlichen Abschläge einfach selbst ausrechnen. Verlangt der Stromanbieter jedoch einen deutlich höheren Abschlag, ist Vorsicht geboten. Unseriöse Unternehmen nutzen den Mehrertrag laut der Verbraucherzentrale als zinslosen Kredit.
- Zu hohe Boni: Neukunden erhalten in der Regel einen Bonus für den Wechsel. Dieser macht den Strom im ersten Jahr billiger, im zweiten Jahr zahlen Sie den normalen Preis. Unseriöse Anbieter machen das zweite Jahr aber extra teuer. Rechnen Sie daher immer aus, wie viel Sie über die gesamte Laufzeit eines Vertrags zahlen. Das Ergebnis sollte niemals höher ausfallen als die Grundversorgung.
- Bonus-Tricks: Die Verbraucherzentrale Niedersachsen kritisiert, dass unseriöse Anbieter mit Boni werben, diese aber aufgrund von Vertragsklauseln nicht auszahlen oder die Auszahlung ans Ende der Laufzeit setzen.
- Zu lange Laufzeiten: Seriöse Stromtarife gibt es mit Laufzeiten von einem, zwölf und 24 Monaten. Längere sollten Sie nie abschließen. Am besten eignen sich 12-Monatsverträge. Sie bieten Planungssicherheit und dennoch eine gewisse Flexibilität, um nach einem Jahr in einen günstigeren Tarif zu wechseln.
- Preisgarantie: Seriöse Anbieter garantieren den Preis für mindestens zwölf Monate. Fehlt diese Garantie, kann der Versorger die Preise jederzeit erhöhen. Eine Preisgarantie sollte alle Preisbestandteile außer Steuern und Umlagen umfassen.
- Kündigungsfrist: Die Kündigungsfrist sollte maximal sechs Wochen vor Vertragsende betragen. Verträge mit längeren Fristen sollten Sie nicht abschließen. Tipp: Kündigen Sie den Vertrag direkt am ersten Tag des Strombezugs. Am Ende der Laufzeit wird sich Ihr alter Anbieter noch einmal melden und Ihnen ein Angebot machen. Dann können Sie immer noch entscheiden, ob Sie wechseln möchten.
- Transparenz beim Preis: Seriöse Anbieter weisen alle Kosten klar aus und verstecken keine Gebühren im Kleingedruckten. Wenn Sie die Preiszusammensetzung nicht auf einen Blick erfassen können, ist Vorsicht geboten.
- Kundenbewertungen: Schauen Sie sich Bewertungsportale an und achten Sie besonders auf Kommentare zur Erreichbarkeit, zur Abrechnung und zum Verhalten bei Kündigungen. Viele negative Bewertungen zu diesen Themen sollten Sie misstrauisch machen.
- Haustür-Angebote: Unseriöse Anbieter ziehen von Haustür zu Haustür und bieten erschwingliche Tarife an (Quelle: MDR). Sie sollten jedoch nie einen Vertrag unterschreiben und auch keine Informationen wie Ihre Zählernummer, Ihren Namen oder Ihren aktuellen Anbieter herausgeben.
Redaktionelles Fazit
Ein regelmäßiger Stromvergleich lohnt sich, um die eigenen Energiekosten dauerhaft niedrig zu halten, und er ist schnell umgesetzt. Rufen Sie dazu einfach die Website Ihres Wunschanbieters oder eines Vergleichsportals auf, geben Sie Ihre Daten ein und schon bekommen Sie ein Angebot, das Sie mit Ihrem aktuellen Tarif vergleichen können.
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Diese halbe Stunde sollten Sie jährlich investieren, denn sie kann Ihnen mehrere hundert Euro pro Jahr sparen. Sie sollten jedoch vor Abschluss immer prüfen, ob der Anbieter seriös ist, um keine Kostenfallen wie Vorkasse oder fehlende Preisgarantien zu riskieren.
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