Ein Investor wie ein Guru
Geht es um möglichst clevere Geldanlage, schaut die Finanzwelt seit jeher vor allem auf einen Mann: Warren Buffett. Was hat den US-Investor und Multimilliardär so erfolgreich gemacht?
"Keine Frage, wenn Warren Buffett was macht, dann hört die Börse genau hin", sagt Jürgen Molnar. Jahrelang hat Molnar auf dem Frankfurter Parkett als Händler gearbeitet, heute ist er Kapitalmarktexperte bei der Tradingplattform Robomarkets. Ihm geht es noch immer so wie vielen anderen: Warren Buffett, sagt er, ist eine Legende. Und auch ein Vorbild.
Ein Beispiel ist die Finanzkrise 2008. Damals habe Buffett der Investmentbank Goldman Sachs fünf Milliarden Dollar geliehen. "Da gibt es ja Filme drüber, wo man sieht, wie die Großen zusammengesessen und gesagt haben: Herr Finanzminister, wenn hier nichts passiert, dann sind wir morgen tot", so Molnar. "Und da hat Warren Buffett Größe gezeigt, und fünf Milliarden geliehen - das war damals eine Riesensumme. Und damit hat er Goldman Sachs am Leben gehalten."
"Praktisch ganz Nordamerika zusammengekauft"
Seine erste Aktie kaufte sich Buffett mit elf Jahren, finanziert durch den Verkauf von Kaugummis, Limonade und Zeitungen. Als Sohn eines Wall-Street-Brokers kam er mit dem Finanzmarkt schon früh in Berührung - und war fasziniert. Obwohl sein Vater das selbst nicht unterstützte. Buffett wollte unbedingt an der Börse arbeiten.
Den Grundstock seines Erfolgs gründete er aber erst rund 25 Jahre nach dem Kauf seiner ersten Aktie: mit Berkshire Hathaway, einer Holding, die er einfach mal übernahm, wie Hendrik Leber von der Fondgesellschaft Acatis sagt. "Weil er sich über über den Chef geärgert hatte und gesagt hat: den schmeiß' ich jetzt raus".
Der Börsenkurs lag damals bei zwölf Dollar gelegen, heute sind es rund 800.000 Dollar. "Es ist der größte Versicherer, der größte Stromerzeuger, der größte Eisenbahnbetreiber", sagt Experte Leber. "Er hat praktisch ganz Nordamerika zusammengekauft in seiner Berkshire Hathaway."
Lieferant von Börsen-Weisheiten
Mit Weisheiten wie "Seid gierig, wenn andere Angst haben, aber seid ängstlich, wenn andere gierig sind" stellte sich Buffet auch gegen den Markt. Wenn zum Beispiel bei Aktienkursen Übertreibungen drohten, die nur durch die Hoffnung auf spekulative Gewinne zustande kamen. Niemals mit der Masse gehen, immer nachdenken, war sein Rat. Und er hatte damit Erfolg: Sein Vermögen wurde voriges Jahr auf 133 Milliarden Dollar geschätzt.
So wurde Buffett für seine Anhänger zu einer Art Guru - das "Orakel von Omaha" wird er gern genannt. "Warren Buffett war immer der Fixstern, der einem Orientierung gegeben hat in schwierigen Börsenphasen", so Leber, der als bekennender Anhänger im Mai beim letzten Auftritt von Buffet als Chef seiner Holding mit dabei war.
"Er hat den langfristigen Ansatz"
Investiert nie in etwas, das ihr nicht versteht - auch das ist ein Lebensmotto und ein Rat von Buffett. Nun ist es etwas ruhiger geworden um den Mann aus Omaha. Still, da ist sich der Frankfurter Börsenhändler Tim Oechnser ganz sicher, wird es aber um Buffet auch mit 95 Jahren sicher nicht werden.
"Er hat den langfristigen Ansatz", sagt Oechnser. "Er ist damit erfolgreich, er kauft das, was er versteht. Und der Markt wird immer schauen: Was macht Buffett?"
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