Brasilianisches Gericht verurteilt VW zu Strafe
Auf einer Farm im Amazonas-Gebiet sollen VW-Arbeiter in den 1970ern und 1980ern wie Leibeigene gehalten worden sein. Eine außergerichtliche Einigung mit Volkswagen do Brasil scheitert, nun verurteilt ein Gericht den Konzern.
Volkswagen ist in Brasilien wegen sklavenähnlicher Arbeitsbedingungen in den 1970er- und 1980er-Jahren zu einer millionenschweren Schadensersatzzahlung verurteilt worden. Ein Arbeitsgericht urteilte am Freitag (Ortszeit), dass die brasilianische Tochtergesellschaft des deutschen Autobauers 165 Millionen Reais, umgerechnet 30,44 Millionen Dollar, Schadenersatz zahlen muss, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.
Dem Urteil zufolge waren damals Hunderte Arbeiter auf einer von VW betriebenen Farm entwürdigenden Arbeitsbedingungen, Schuldknechtschaft und bewaffneter Überwachung ausgesetzt. Volkswagen kündigte an, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen. Der Autobauer teilte mit, er wahre die Grundsätze der Menschenwürde und halte sich strikt an alle geltenden Arbeitsgesetze. Dem Urteil waren gescheiterte Vergleichsverhandlungen vorausgegangen.
Zusammenarbeit mit Militärdiktatur
VW ist in Brasilien seit 70 Jahren aktiv. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Zustände im Agrarbetrieb Fazenda Volkswagen, der einer Tochterfirma von Volkswagen do Brasil gehörte. Nach Angaben der Ermittler hinderten bewaffnete Wachleute und ein System der Schuldknechtschaft die Arbeiter am Verlassen der Farm. Dies seien Merkmale von moderner Sklavenarbeit.
"Dokumente und Zeugenaussagen belegen die schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen auf der Fazenda während dieser Zeit", sagte Staatsanwalt Rafael Garcia Rodrigues zu Beginn des Verfahrens im Dezember 2024 . "Die Arbeiter waren durch erschöpfende Arbeitszeiten, entwürdigende Arbeitsbedingungen und Schuldknechtschaft sklavereiähnlichen Bedingungen ausgesetzt."
Mit der Fazenda Volkswagen wollte der Autokonzern damals in das Fleischgeschäft einsteigen. Die Farm wurde in den 1970er Jahren gegründet und von der brasilianischen Militärdiktatur unterstützt. Sie war rund 1400 Quadratkilometer groß und hatte etwa 300 Arbeiter. Die für die Rodung zuständigen Leiharbeiter waren nicht direkt bei dem Tochterunternehmen angestellt.
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