Technologieaktien haben den Höhenflug der Wall Street jäh gebremst: Nach trüben Ausblicken von Dell und Marvell rutschten Nasdaq, Dow und S&P ins Minus. Anleger halten sich vor dem langen Wochenende zurück – und warten gespannt auf den nächsten US-Arbeitsmarktbericht.

Ein Ausverkauf bei Technologieaktien hat die Rekordjagd der US-Börsen gestoppt. Zudem vermieden die Anleger vor dem langen Wochenende riskantere Investitionen. Der Dow Jones verlor 0,2 Prozent auf 45.545 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 1,2 Prozent auf 21.456 Zähler nach und der breit gefasste S&P 500 büßte 0,6 Prozent auf 6460 Stellen ein.

Am Donnerstag hatten Dow und S&P noch Rekorde verzeichnet. Auf Monatssicht legte der S&P 500 um 1,9 Prozent zu, der Dow Jones gewann 3,2 Prozent und der Nasdaq rückte um 1,6 Prozent vor. Am Montag bleiben die US-Börsen wegen eines Feiertags geschlossen. Zunehmend fragten sich die Anleger, ob in den stark gestiegenen Kursen der KI-Aktien zu große Erwartungen eingepreist sind. Trübe Prognosen von Dell und Marvell belasteten die Stimmung in der Halbleiterbranche zusätzlich. Der Gewinnausblick des PC-Herstellers für das dritte Quartal lag unter den Erwartungen der Analysten, was die Dell-Aktie um 8,9 Prozent drückte.

Ein schwacher Ausblick vergraulte auch die Anleger des Chipherstellers Marvell, dessen Aktien um 18,6 Prozent einbrachen. Papiere von Nvidia verloren 3,3 Prozent, einen Tag nachdem der Chipkonzern die Anleger mit einem verhaltenen Ausblick für den chinesischen Markt enttäuscht hatte. Dort schläft die Konkurrenz nicht: Der chinesische Online-Riese Alibaba profitierte von Spekulationen auf einen neuen KI-Chip - die in den USA notierten Aktien schnellten um 12,9 Prozent nach oben.

Zollbelastungen in Milliardenhöhe zogen Caterpillar nach unten. Die Aktien des US-Industriemaschinen-Herstellers verloren 3,6 Prozent. "Unsere Sorge bleibt, dass Caterpillar und die Baumaschinenbranche bisher wenig bis gar keine Fähigkeit gezeigt haben, Zölle weiterzugeben", sagte Angel Castillo, Analyst bei Morgan Stanley. Die Aussicht auf eine möglicherweise nahende Aufspaltung half den Aktien von Kraft Heinz nach oben. Die Papiere gewannen 2,7 Prozent. Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass bereits in der neuen Woche eine Trennung des Lebensmittel- und des Saucengeschäfts bekanntgegeben werden könnte.

Die Aussicht auf sinkende Zinsen in den USA stützte die Aktienmärkte weltweit. Nach der Veröffentlichung von US-Inflationsdaten sahen Händler an den Terminmärkten die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im September bei etwa 90 Prozent. Der PCE-Index, das bevorzugte Inflationsmaß der Notenbank Fed, stieg im Juli zum Vorjahresmonat wie erwartet um 2,6 Prozent. Händler verwiesen auf die jüngsten Äußerungen von Fed-Chef Jerome Powell, der auf Schwächen am Arbeitsmarkt hingewiesen hatte. "Selbst wenn wir einen Anstieg der Inflation sehen, was anscheinend der Fall ist, könnte die Fed darüber hinwegsehen, da dies zollbedingt und vorübergehend sein wird", sagte Jim Smigiel, Chefanlagestratege bei SEI.

Der Arbeitsmarktbericht in der kommenden Woche werde für die Geldpolitik und die Anleger am wichtigsten sein. Die Unabhängigkeit der Fed bleibt ebenfalls Gesprächsthema. US-Präsident Donald Trump hatte Fed-Gouverneurin Lisa Cook wegen des Vorwurfs des Hypothekenbetrugs entlassen und damit neue Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank geschürt. Das setzte den US-Dollar weiter unter Druck: Der Dollar-Index, der die Devise zu anderen wichtigen Währungen misst, gab 0,1 Prozent auf 97,918 Punkte nach.

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