Maschmeyer kritisiert Aus für Entlastungsprämie – und will sie selbst trotzdem zahlen
Unternehmer Carsten Maschmeyer ist bekannt für seine Klartext-Ansagen. Nach dem Aus der groß angekündigten Entlastungsprämie für Arbeitnehmer – die Bundesländer stimmten am Freitag im Bundesrat mehrheitlich gegen den Vorschlag der Regierung – wetterte der 66-Jährige nun erneut gegen die Koalitionsspitzen.
Zudem kündigte er in einem Beitrag auf X an, dass er den Mitarbeitern der Maschmeyer Group die besagten 1000 Euro dennoch zahlen werde: Als „außerordentlichen Bonus“ und so, dass jeder Mitarbeiter die 1000 Euro netto in der Tasche haben werde.
„Ich habe es angekündigt und lasse meine Mitarbeiter so ein missratenes Kommunikations-Desaster der Politik sicher nicht ausbaden. Liebes Team: ihr habt es euch verdient. Lieber Lars Klingbeil (Bundesfinanzminister und Vizekanzler, d. Red.), ihr habt euch die Mehreinnahmen sicher nicht (!) verdient“, schrieb Maschmeyer, dem bei X fast 30.000 Nutzer folgen.
Gegenüber der „Bild“ erläuterte der Unternehmer sein Vorgehen anschließend so: „Es ist keine Option, dass ich jetzt sage: Liebe Mitarbeiter, ihr habt jetzt Pech gehabt. Sollen meine Mitarbeiter so ein Kommunikations-Desaster ausbaden? Sicher nicht.“
Carsten Maschmeyer, hier beim OMR-Festival in HamburgUnd er kritisierte: „Es beschädigt das Vertrauen in die Politik massiv, wenn die Bundesregierung Entlastungen ankündigt, die dann aber nicht kommen. Die Lücke zwischen Ankündigung und Umsetzung ist riesig. Das erzeugt Politikverdrossenheit.“
Die Maschmeyer Group ist eine Venture-Capital-Gesellschaft mit Sitz in München, Berlin, Hannover und San Francisco. Sie investiert in Start-ups und umfasst zudem verschiedene Beteiligungsgesellschaften. Laut dem Karrierenetzwerk LinkedIn arbeiten dort elf bis 50 Mitarbeiter.
Koalition will ab Dienstag wieder über Entlastung der Arbeitnehmer sprechen
Bei der Entlastungsprämie war vorgesehen, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten bis 30. Juni 2027 freiwillig bis zu 1000 Euro Entlastungsprämie zahlen können, die dann steuerfrei bleiben sollte. Unternehmen sollten die Zahlungen als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen können. Die Prämie hatte am Freitag die nötige Mehrheit dann aber verfehlt: Nur 4 von 16 Ländern stimmten zu.
Wie es nun weitergeht, soll ein Treffen des Koalitionsausschusses am Dienstag klären. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hofft offenbar weiterhin auf eine Einigung.
„Meine Hand bleibt da ausgestreckt“, sagte der SPD-Chef bei einem Besuch im kanadischen Toronto. „Das Ziel muss doch sein, dass man sich jetzt nicht im Klein-Klein zerlegt, sondern dass man jetzt schnell an die Bürgerinnen und Bürger ein Signal sendet: Wir wollen euch unterstützen.“
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