Terrorismus-Vorwürfe – Telegram-Gründer wird Ziel russischer Ermittlungen
Der Gründer des Onlinedienstes Telegram, Pawel Durow, ist nach eigenen Angaben wegen des Vorwurfs der Terror-Unterstützung ins Visier der russischen Justiz geraten. „Russland hat ein Verfahren wegen Beihilfe zum Terrorismus gegen mich eingeleitet“, erklärte Durow in seinem Online-Dienst. „Bei ihren Versuchen, das Recht auf Privatsphäre und Redefreiheit zu unterdrücken, erfinden die russischen Behörden jeden Tag neue Vorwände, um den Zugang der Russen zu Telegram einzuschränken“, fügte Durow hinzu.
Der Gründer des Onlinedienstes wurde in Russland geboren, lebt aber im Ausland. Er hat die russische und die französische Staatsbürgerschaft.
Obwohl der Kreml selbst Telegram nutzt, versuchen die russischen Behörden seit Jahren, den Dienst zu blockieren. Zusammen mit dem Dienst WhatsApp des US-Konzerns Meta ist Telegram die beliebteste Kurznachrichten-App in Russland. Die Versuche, mehr Menschen zur Nutzung des staatlich unterstützten Dienstes Max zu bewegen, zeigten bisher wenig Erfolg.
Von offizieller Seite wurden die Ermittlungen gegen Durow nicht bestätigt. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte lediglich, Telegram weigere sich, mit den Behörden zu kooperieren und verstoße gegen viele Vorschriften.
Russische Staatsmedien berichteten unter Berufung auf den Geheimdienst FSB, Durows Weigerung zur Kooperation mit staatlichen Stellen habe mehrere Todesfälle im Zusammenhang mit Terrorangriffen verursacht. Der FSB hatte Durow mehrfach aufgefordert, den Behörden Zugriff auf verschlüsselte Nutzerdaten zu gewähren.
Terrorismus-Vorwürfe werden in Russland seit Beginn des Ukraine-Konflikts verstärkt genutzt, um gegen Regierungskritiker vorzugehen.
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