Bahngewerkschaft EVG will gegen Stellenabbau bei DB Cargo kämpfen
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG will den geplanten Abbau von mehr als 6.000 Jobs bei der DB-Güterverkehrstochter DB Cargo nicht hinnehmen. EVG-Vize-Chefin Cosima Ingenschay sagte MDR AKTUELL, Cargo müsse zwar effizienter werden. Vor einem großangelegten Arbeitsplatzabbau müsse aber jeder Stein umgedreht werden. Auch müssten andere Möglichkeiten geprüft werden: "Es gibt viele Maßnahmen, die man finden kann, um effizienter zu werden, Produktivität zu heben und damit Stellenabbau zu erübrigen."
Die EVG-Vizechefin verwies zudem darauf, dass es überall dort, wo Tarifverträge gelten, eine Beschäftigungssicherung gibt. Heißt: Die Beschäftigten dort bekämen auf jeden Fall alternative Jobangebote. Das sei überall der Fall, ausgenommen am Standort Halle. Dort wären tatsächlich auch betriebsbedingte Kündigungen denkbar. Allerdings gehört Halle Ingenschay zufolge zu den Standorten, die in dem Umbaukonzept von DB Cargo als sogenannte "zweite Ebene" neben den vier künftig geplanten Hauptstandorten aufgeführt sind.
DB Cargo will 6.200 Jobs abbauen
Der neue Chef von DB Cargo, Bernhard Osburg, hatte am Donnerstag den Abbau von fast der Hälfte der Arbeitsplätze in Deutschland angekündigt. Von den derzeit rund 14.000 Vollzeitstellen hierzulande sollten 6.200 wegfallen, sagte Osburg der Deutschen Presse-Agentur. Nach seinen Worten betrifft das alle Bereiche, etwa Fahrbetrieb, Disposition sowie Vertrieb oder IT.
Auch beim Einzelwagenverkehr sind Einschnitte geplant, 2.000 Stellen sollen allein hier wegfallen. Bei dieser Verkehrsart werden einzelne Wagen bei Industriekunden abgeholt und auf großen Rangierbahnhöfen zu langen Zügen zusammengestellt. Am Zielort werden sie wieder auseinandergenommen und die Waggons einzeln zum Endkunden weitertransportiert.
Osburg will die sogenannte Zugbildung künftig an vier Hauptstandorten konzentrieren: Köln-Gremberg, Seelze, Mannheim und Nürnberg. Fünf weitere Rangieranlagen sollen als nachgelagerte Standorte betrieben werden mit einer flexibleren Auslastung. Dazu gehört der EVG zufolge der Standort Halle. Von derzeit 27 Instandhaltungswerken wiederum sollen zwölf geschlossen oder verkauft werden. Das Aus für die Cargo-Werkstatt in Magdeburg war schon im August vergangenen Jahres verkündet worden, Halle soll sich nur noch auf die Lok-Instandhaltung konzentrieren, die Wagen-Instandhaltung fällt weg.
Schwarze Zahlen – sonst droht das Aus
DB Cargo schreibt seit Jahren tiefrote Zahlen. Infolge eines EU-Beihilfeverfahrens muss das Unternehmen jedoch in diesem Jahr wieder ins Plus, ansonsten droht die Zerschlagung. Im vergangenen Jahr belief sich das operative Osburg zufolge noch auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.
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