Wie hoch kann die gesetzliche Höchstrente ausfallen? Wer sein ganzes Leben gut verdient, kommt auf einen stolzen rechnerischen Betrag. Den erreicht aber so gut wie niemand.

Zum 1. Juli 2025 stiegen die gesetzlichen Renten um 3,74 Prozent. Was das in Euro und Cent ausmacht, ist individuell sehr unterschiedlich. Denn: Die Spanne, was Rentnerinnen und Rentner im Monat bekommen, ist groß. Im Schnitt liegt die Altersrente derzeit bei rund 1100 Euro, wie aus dem Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung hervorgeht. Es kann aber auch deutlich weniger oder deutlich mehr sein. 

Entscheidend dafür ist vor allem, wie viel man in seinem Leben verdient und dementsprechend in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Wer sein komplettes Arbeitsleben den Höchstbetrag in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, kommt am Ende auf eine Altersrente, die in etwa dreimal so hoch ist wie der genannte Durchschnittsbetrag. 

Wie kommt diese Höchstrente zustande und kann man sie überhaupt erreichen? 

Wie wird die Rente berechnet?

Um die theoretisch mögliche Höchstrente zu ermitteln, muss man zunächst wissen, wie sich die Höhe der gesetzlichen Rente berechnet. Die offizielle Rentenformel hierfür lautet: 

Entgeltpunkte X Zugangsfaktor X Rentenartfaktor X aktueller Rentenwert = monatliche Rente

Das steckt hinter den einzelnen Punkten der Formel. 

Entgeltpunkte: Dieser meist auch als Rentenpunkte bezeichnete Wert ist bei der Berechnung zentral. Er ergibt sich aus dem, was man Jahr für Jahr im Arbeitsleben verdient hat. Die Regel lautet: Wer in einem Jahr exakt so viel verdient hat, wie der Durchschnitt aller Versicherten, erhält dafür einen Rentenpunkt. Das Durchschnittsentgelt liegt 2026 bei voraussichtlich 51.944 Euro, in früheren Jahren war es deutlich niedriger. Man kann auch mehr (oder weniger) als einen Entgeltpunkt pro Jahr erwerben, das Ganze ist aber nach oben durch die Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt. Diese Grenze gibt an, bis zu welchem Einkommen Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden müssen. 2026 sind das 8450 Euro im Monat (Vorjahr: 8050 Euro). Da sich die Bemessungsgrenze Jahr für Jahr verschiebt, ändern sich auch die in einem Jahr maximal möglichen Entgeltpunkte. In den vergangenen Jahrzehnten lag der Wert immer leicht über oder unter 2.

Zugangsfaktor: Wer mit Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente geht, hat den Zugangsfaktor 1. Wer früher in Rente geht, muss mit Abschlägen rechnen. Doch auch der umgekehrte Fall ist möglich: Wer über die Regelaltersgrenze hinaus arbeitet, ohne seine Rente in Anspruch zu nehmen, kann Zuschläge erwerben. Nämlich: 0,5 Prozent für jeden Monat, den man seine Rente noch nicht bezieht. Die höhere Rente erkauft man sich dann allerdings durch eine kürzere Bezugsdauer.

Rentenartfaktor: Hier muss man nicht viel rumrechnen. Der Rentenartfaktor für Altersrenten beträgt ganz einfach 1 (im Unterschied zu Erwerbsminderungsrenten sowie Witwen- und Waisenrenten, die einen Faktor unter 1 haben). 

Aktueller Rentenwert: Das ist der Wert, den die Bundesregierung jeweils zum 1. Juli eines Jahres festlegt, damit die Renten mit der Entwicklung der Löhne und Gehälter Schritt zu halten. Zum 1. Juli 2025 stieg er um 3,74 Prozent – von 39,32 Euro auf 40,79 Euro.

Wie hoch ist die Höchstrente?

Wer mit Erreichen der Regelaltersgrenze die Höchstrente kassieren will, muss in jedem Versicherungsjahr mindestens in Höhe der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze verdient haben. Da die maximal möglichen Entgeltpunkte je Jahr leicht schwanken, kommt es dann auf den konkreten Zeitraum an, den man eingezahlt hat. So ließen sich in den vergangenen 45 Jahren (1982 bis 2026) in Summe bis zu 88 Entgeltpunkte sammeln. Multipliziert mit dem seit 1. Juli 2025 gültigen Rentenwert von 40,79 Euro ergibt sich daraus für 2026 eine Höchstrente von 3589,52 Euro. 

Die monatliche Rente könnte sogar noch ein bisschen höher ausfallen, wenn man erst später in Rente geht, als es die Regelaltersgrenze vorsieht. Zum einen erhöhen die zusätzlichen Beiträge die Rente. Zum anderen treibt man den Zugangsfaktor hoch. Wer mit zwölf Monaten Verspätung in Rente geht, erhöht seinen erworbenen Rentenanspruch um 6 Prozent (12 x 0,5 Prozent). 

Erreicht das überhaupt jemand?

Letztlich ist die Höchstrente ein rechnerischer Wert, den kaum jemand erreicht. Schließlich müsste man schon zum Berufseinstieg über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen und das jahrzehntelang bis zur Rente durchhalten. Tatsächlich sind es laut Zahlen der Deutschen Rentenversicherung nur wenige Tausend Personen, die überhaupt mehr als 3000 Euro gesetzliche Rente beziehen. Der Anteil entspricht in etwa 0,1 Prozent aller Versicherten.

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Realistischer rechnet man mit der sogenannten Standardrente. Das ist die Rente, die ein statistischer "Eckrentner" erhält, der 45 Jahre lang exakt im Schnitt aller Versicherten verdient und dementsprechend 45 Entgeltpunkte erworben hat. Daraus ergibt sich eine Brutto-Standardrente von rund 1800 Euro. 

Da nicht jeder die 45 Jahre vollkriegt, liegt die tatsächliche durchschnittliche Rente noch darunter: Wer 2024 mit einer regulären Altersrente aus dem Berufsleben ausschied, bekam im Schnitt rund 1100 Euro Rente im Monat, heißt es im Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung. Bei Frauen sind es im Schnitt 981 Euro, bei Männern 1330 Euro. Von den Brutto-Renten gehen immer noch Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung ab und seit einigen Jahren auch Steuern.

Der Artikel erschien erstmals 2025 und wurde mit aktualisierten Zahlen erneut veröffentlicht

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