Sandra Wachter: "KI ist wie ein schlampiger, unzuverlässiger Mitarbeiter"
KI ist schlecht darin, Dinge zu verbessern
Weltherrschaft durch schlaue Systeme? Das befürchten viele Menschen, wenn sie an die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz denken. Für Sandra Wachter hingegen klingt das eher wie ein Szenario aus einem Science-Fiction-Film "ähnlich wahrscheinlich wie eine Alien-Invasion". Es sei eine Scheindebatte, die von den tatsächlichen Problemen neuer Technologien ablenke, sagt die Professorin am Oxford Internet Institute.
Sandra Wachter, die auch Humboldt-Professorin am Hasso-Plattner-Institut ist, erforscht seit Jahren die gesellschaftlichen Folgen von KI. Sie plädiert dafür, die wirklichen Risiken klar zu benennen und dagegen anzugehen: Datenschutz, Umweltprobleme, Arbeitsplatzverlust, Desinformation und Bias, also die Voreingenommenheit in den Daten. "Die Systeme spiegeln die Welt, wie sie war, nicht wie sie sein sollte. Denn KI kann nicht kritisch denken wie der Mensch", sagt Wachter im stern-Podcast "Die Boss – Macht ist weiblich" mit Multi-Aufsichtsrätin Simone Menne.
Bei "Die Boss – Macht ist weiblich" sprechen Spitzenfrauen unter sich: Gastgeberin und Multi-Aufsichtsrätin Simone Menne (u.a. Siemens Energy und Henkel) trifft Chefinnen aus allen Gesellschaftsbereichen, um mit ihnen über ihr Leben und ihre Karriere zu reden. "Die Boss" erscheint alle zwei Wochen immer mittwochs auf stern.de sowie auf RTL+ und allen gängigen Podcast-Plattformen. Abonnieren Sie den Podcast und verpassen Sie auch künftig keine Folge mehr.
Stimmen, die behaupten, Regulierungsversuche durch die Europäische Union seien Innovationskiller, widerspricht sie scharf und zieht Vergleiche mit Autos oder Flugzeugen. "Ich bevorzuge ein Auto mit Bremsen, Airbag und Sicherheitsgurt. Fahrer sollten einen Führerschein haben und die Verkehrsordnung beachten", sagt Sandra Wachter. Autos seien nur deshalb sicher, weil alles reguliert ist. "Und auch KI braucht Leitplanken." Denn ohne klare Standards setzen sich oft die bequemsten, nicht die fairsten Lösungen durch.
Im Gespräch mit Simone Menne verrät Wachter ihre Lieblings-KI-Tools, erklärt, warum sie in ihren eigenen Vorlesungen den Einsatz von ChatGPT verbietet und gibt Tipps für den alltäglichen Umgang mit KI-Systemen, etwa indem man sie wie einen "schlampigen, unzuverlässigen Mitarbeiter" behandelt, dem man stets auf die Finger schauen muss.
Was Algorithmen mit Hunden gemein hat, wie KI dem Schriftsteller George Orwell auf dem Leim ging und weshalb Sandra Wachter den Begriff "Künstliche Intelligenz" an sich schon für irreführend hält, können Sie hier hören.
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Bei "Die Boss – Macht ist weiblich" sprechen Spitzenfrauen unter sich: Gastgeberin und Multi-Aufsichtsrätin Simone Menne (unter anderem Siemens Energy, Henkel und Präsidentin der American Chamber of Commerce Germany) trifft Chefinnen aus allen Gesellschaftsbereichen, um mit ihnen über ihr Leben und ihre Karriere zu reden. "Die Boss" erscheint vierzehntägig immer mittwochs auf stern.de sowie auf RTL+ und allen gängigen Podcast-Plattformen.
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