Die Stromrechnung flattert ins Haus und Sie starren auf die Summe. Wieder gestiegen. Mit diesem Problem stehen Sie jedoch nicht allein da. Der deutsche Strompreis war 2025 nämlich der höchste in Europa, wie Eurostat ermittelte. 38 Cent/kWh zahlte ein durchschnittlicher Haushalt, während es im Jahr 2000 noch 14 Cent/kWh waren. 

Diese Entwicklung hat mehrere Ursachen. Vor allem spielt der Ausbau erneuerbarer Energien eine zentrale Rolle und verursacht hohe Investitionskosten beim Netzausbau. Die bestehenden Stromnetze wurden für zentrale Großkraftwerke konzipiert und nicht für die dezentrale Einspeisung aus Tausenden Windrädern und Solaranlagen. Der Umbau kostet Milliarden, die über die Netzentgelte auf alle Verbraucher umgelegt werden.

Hinzu kommen externe Schocks. Die Coronapandemie brachte Lieferketten durcheinander und der russische Angriff auf die Ukraine ließ die Gaspreise explodieren. Da Gaskraftwerke oft den Strompreis an der Börse bestimmen, stiegen auch die Beschaffungskosten der Energieversorger. Viele dieser Kostensteigerungen gaben die Anbieter an die Endkunden weiter.

Die Politik reagierte zwar mit Entlastungen wie der Strompreisbremse oder der Abschaffung der EEG-Umlage, doch diese Maßnahmen dämpfen den Anstieg nur temporär. Die strukturellen Kostentreiber bleiben bestehen.

>> Strompreise bei Verivox vergleichen

>> Strompreise bei Check24 vergleichen

An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte von Datawrapper GmbH integriert. Aufgrund Ihrer Datenschutz-Einstellungen wurden diese Inhalte nicht geladen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.

Diese drei Hauptbestandteile bestimmen den Strompreis

Der Strompreis ist recht komplex. Denn in den rund 40 Cent pro Kilowattstunde stecken nicht nur die Kosten, die ein Kraftwerk für die Stromerzeugung verursacht, sondern es kommen auch Abgaben für verschiedene Zwecke hinzu. Laut der Bundesnetzagentur lässt sich der Preis in drei Hauptbestandteile teilen:

  1. Beschaffung, Vertrieb und Marge: Diesen Anteil am Strompreis benötigt ein Stromanbieter für die Produktion, den Einkauf und den Vertrieb. Auch sein Gewinn ist hier enthalten. Dieser Posten lag 2024 im Durchschnitt bei 44 Prozent.
  2. Netzentgelte: Sie bilden die zweite Säule und liegen bei rund 32 Prozent des Endpreises. Sie bezahlen damit die Nutzung der Stromnetze, also den Transport des Stroms vom Kraftwerk bis zu Ihrer Steckdose. Die Höhe variiert regional. In ländlichen Gebieten mit langen Leitungen und wenigen Verbrauchern fallen die Netzentgelte oft höher aus als in Ballungsräumen.
  3. Steuern, Abgaben und Umlagen: Dieser Block umfasst die Umsatzsteuer, die Stromsteuer, die Konzessionsabgabe sowie weitere kleinere Umlagen. Mit rund 25 Prozent ist ihr Anteil am geringsten, sie sind aber auch die unflexibelsten Komponenten.
An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte von Datawrapper GmbH integriert. Aufgrund Ihrer Datenschutz-Einstellungen wurden diese Inhalte nicht geladen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.

Welche Steuern, Abgaben und Umlagen wirken sich auf den Endpreis aus?

Von den drei Bestandteilen des Strompreises ist der Block "Steuern, Abgaben und Umlagen" der kleinteiligste. Gleich acht Positionen wirken sich direkt auf den Endpreis aus. Einige wie die Konzessionsabgabe werden pauschal erhoben, andere wie die Mehrwertsteuer prozentual. 

  • EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz): Bis Ende 2022 prägte die EEG-Umlage den Strompreis maßgeblich. Sie finanzierte den Ausbau erneuerbarer Energien über die Einspeisevergütung für Betreiber von Wind- und Solaranlagen. Auf dem Höhepunkt machte diese Umlage fast 7 Cent pro Kilowattstunde aus. Seit 2023 finanziert der Bund die EEG-Vergütungen aus dem Bundeshaushalt, die Umlage für Verbraucher entfiel. Das entlastete die Stromrechnung spürbar.
  • KWK-G-Umlage (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz): Die KWK-G-Umlage fördert die Kraft-Wärme-Kopplung, bei der Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt werden. Die KWK arbeitet sehr effizient, weswegen sie dem Klimaschutz zugutekommt.
  • § 19 StromNEV-Umlage: Stromintensive Industriebetriebe zahlen weniger Netzentgelt. Um die dadurch entstehenden Verluste zu kompensieren, werden sie auf die übrigen Verbraucher umgelegt.
  • Offshore-Netzumlage: Die Offshore-Netzumlage deckt Risiken beim Netzanschluss von Windparks auf hoher See ab.
  • Konzessionsabgabe: Energieversorger müssen dieses Entgelt an Städte und Gemeinden zahlen, um öffentliche Verkehrswege für die Verlegung und den Betrieb von Strom- und Gasleitungen nutzen zu dürfen.
  • Abschaltbare-Lasten-Verordnung: Die AbLaV endete 2022. Vorher konnten stromintensive Unternehmen durch sie eine Vergütung erhalten, wenn sie bei Netzengpässen ihren Verbrauch kurzfristig reduzierten.
  • Stromsteuer: Die 1999 eingeführte Stromsteuer liegt bei 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Sie dient der Förderung klimapolitischer Ziele und fließt in den Bundeshaushalt.
  • Mehrwertsteuer (MwSt.): Die reguläre Umsatzsteuer beträgt 19 % auf den gesamten Strompreis inklusive aller Umlagen, Abgaben und Steuern.
An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte von Datawrapper GmbH integriert. Aufgrund Ihrer Datenschutz-Einstellungen wurden diese Inhalte nicht geladen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.

Warum kommen fallende Börsenpreise oft nicht beim Haushalt an?

Strom kann wie jede andere Ware gehandelt werden. Die Akteure treffen sich dazu an der Strombörse, wo verschiedene Produzenten ihren Strom verkaufen und Stromanbieter ihn kaufen. Dabei schwankt der Börsenpreis kontinuierlich. Vor allem, wenn viel Wind- und Sonnenenergie zur Verfügung steht, sinkt er und erreicht teilweise die 0-Euro-Grenze. Auf der eigenen Stromrechnung bekommt man davon jedoch nichts mit. Wie passt das zusammen?  

Das liegt zum einen daran, dass der Börsenpreis nur die Beschaffungskosten abbildet. Die Netzentgelte, Umlagen und teilweise die Steuern sind davon unberührt. Andererseits kaufen Versorger Strom oft langfristig ein, um sich gegen Preisschwankungen abzusichern. Sinkende Börsenpreise schlagen sich deshalb erst mit Monaten Verzögerung in neuen Tarifen nieder.

Wer von den Schwankungen an der Börse stärker profitieren möchte, kann zu einem dynamischen Stromtarif greifen. Anbieter wie rabot.energy, Octopus Energy und Tibber geben den Börsenpreis dann zumeist stündlich weiter. Dennoch gibt es den Strom nicht zum Nulltarif, denn neben einer Grundgebühr stecken im Arbeitspreis immer noch das Netzentgelt, die Steuern und die Umlagen. Strompreise von unter 20 Cent sind in manchen Regionen möglich, wenn auch nur für kurze Zeit am Tag. 

Welche weiteren Einflussgrößen treiben die Stromkosten?

Bis hierhin haben wir schon viele Faktoren kennengelernt, die den Strompreis beeinflussen. Doch es gibt noch weitere. Allen voran spielt das Wetter eine zentrale Rolle. An sonnenreichen Tagen im Sommer und windreichen im Herbst wird viel günstige Wind- und Sonnenenergie erzeugt. Das drückt die Börsenstrompreise. Wenn jedoch nicht genügend Ökostrom produziert wird, müssen teure Gaskraftwerke einspringen. Sie setzen dann den Preis für alle Stromerzeuger, wodurch sich auch der restliche Wind- und Sonnenstrom verteuert (Merit-Order-Prinzip). Daher haben auch die Rohstoffpreise immer noch einen großen Einfluss auf den Strompreis, obwohl bereits rund 60 Prozent des Strommixes aus erneuerbaren Energien stammen (Quelle: Destatis).

Auch zu viel Wind und Sonne können zusätzlich Kosten verursachen. Wenn Windräder und Solarparks zu viel Strom einspeisen, kann es zu einer Netzüberlastung kommen. Um das zu verhindern, werden Anlagen abgeschaltet. Um den wirtschaftlichen Verlust für die Betreiber auszugleichen, erhalten sie eine Entschädigung (Redispatch). Zwar sind die Kosten gesunken, sie machten 2024 aber immer noch rund 2,8 Milliarden Euro aus, wie die Bundesnetzagentur analysierte. Diese Kosten tragen die Verbraucher über die Netzentgelte, die neben den Beschaffungskosten am stärksten steigen. Das liegt auch daran, dass mit ihnen der Netzausbau finanziert werden muss, bei dem es noch große Defizite gibt. Schließlich belasten Windräder und Solarparks nicht gleichmäßig das Netz und neue Großverbraucher wie E-Autos und Wärmepumpen benötigen zusätzliche leistungsstarke Anschlüsse. Jedoch bietet das auch eine Chance. Einer aktuellen Studie zufolge kann der Netzausbau in Zukunft für günstigere Strompreise sorgen.  

Wie lese ich meine Stromrechnung richtig?

Der Strompreis ist weiterhin hoch und wird es voraussichtlich noch eine Weile bleiben. Dennoch gibt es Möglichkeiten, die Stromkosten zu senken. Ein erster Schritt ist dabei ein Blick auf die aktuelle Stromrechnung. Denn wer seinen Verbrauch kennt, kann zu einem passenden Anbieter wechseln und somit Geld sparen. Dabei entscheiden zwei Positionen über die Kosten: der Grundpreis und der Arbeitspreis.

  • Der Grundpreis ist ein monatlicher Fixbetrag, zumeist zwischen 10 und 20 Euro. Er deckt die Bereitstellung des Anschlusses, die Abrechnung und den Kundenservice. Dieser Posten fällt unabhängig von Ihrem Verbrauch an. Wenn Sie allein leben und wenig Strom verbrauchen, macht der Grundpreis prozentual einen größeren Teil Ihrer Rechnung aus. Bei hohem Verbrauch verliert er an Gewicht.
  • Der Arbeitspreis wird pro verbrauchter Kilowattstunde berechnet und liegt aktuell zwischen 24 und 45 Cent. Da die Spanne recht groß ist, bietet sich hier ein Vergleich besonders an. 

Auf manchen Rechnungen finden Sie zudem die Abkürzungen HT und NT. Sie stehen für Hoch- und Niedertarif und kommen immer dann vor, wenn Sie einen Zweitarifzähler besitzen, auch wenn Sie ihn vielleicht gar nicht benötigen. Wie der Name andeutet, können Sie mit ihm zwei unterschiedliche Stromtarife nutzen. Der Niedertarif gilt nachts zwischen 22 und 6 Uhr und ist in der Regel günstiger, da die Netzauslastung geringer ist. Dieses Modell eignet sich für elektrische Nachtspeicherheizungen, die sich nachts mithilfe des günstigen Stroms erwärmen. Auch für Wärmepumpen kann man es einsetzen, obwohl es dafür spezielle Wärmestrom-Tarife gibt, die sich über den ganzen Tag verteilen.

Auf Ihrer Rechnung finden Sie außerdem Ihre Zählernummer sowie Ihren Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Diese Zahl ist die Grundlage für jeden Vergleich. Notieren Sie sie sich deshalb genau, denn nur so können Sie Angebote realistisch gegenüberstellen.

Mit diesen Daten können Sie sich direkt auf der Website eines Stromanbieters ein Angebot erstellen lassen. Alternativ können Sie Vergleichsportale wie Verivox oder Check24 nutzen und so Ihre Stromkosten senken. 

Welche Haushaltsfaktoren beeinflussen meine Stromkosten?

Die Stromkosten eines Haushalts werden von mehreren Faktoren beeinflusst, die sich teilweise gegenseitig verstärken. Einen großen Einfluss hat zunächst der allgemeine Stromverbrauch, der stark davon abhängt, wie viele Personen im Haushalt leben und wie viel elektrische Energie sie im Alltag nutzen. Ihr Verbrauchsverhalten wie langes Beleuchten, häufiges Waschen oder intensives Kochen erhöht die Kosten. Hier gibt es jedoch einen gewissen Spielraum für Einsparungen: Sie können Ihren Alltag stromsparender gestalten, indem Sie beispielsweise keine Geräte im Stand-by-Betrieb lassen und das Licht immer ausschalten, wenn Sie einen Raum verlassen. 

Auch die Art und Anzahl der Elektrogeräte spielen eine Rolle: Energieeffiziente Geräte senken den Verbrauch, während alte oder dauerhaft laufende Geräte wie Kühlschränke und Gefriertruhen viel Strom benötigen. Zwar erfordert der Austausch eine Investition, diese rechnet sich aber langfristig. Ein Kühlschrank aus den 90er-Jahren verbraucht etwa 400 Kilowattstunden im Jahr, ein modernes Gerät nur noch 120 (Quelle: ÖKO-TEST). Ähnlich verhält es sich mit Waschmaschinen, Trocknern und Geschirrspülern. 

Auch Durchlauferhitzer für Warmwasser gelten als Stromfresser. Ein Haushalt, der Duschen und Wassererwärmen elektrisch erledigt, verbraucht schnell 1.000 Kilowattstunden zusätzlich pro Jahr. Wer zur Miete wohnt, kann den Durchlauferhitzer vielleicht nicht austauschen, aber viele Modelle lassen sich herunterregeln. Denn oft sind die eingestellten Temperaturen unnötig hoch. 

Hausbesitzer hingegen können den Durchlauferhitzer gleich ganz abschaffen und in eine Wärmepumpe investieren. Diese arbeitet zwar auch mit Strom, aber drei- bis fünfmal effizienter. Zudem können Wärmepumpen das gesamte Haus heizen, wodurch Sie hohe Heizkosten durch immer teurer werdendes Gas und Öl vermeiden können. 

Wie Sie Ihre Stromkosten dauerhaft niedrig halten

Um Ihre Stromkosten dauerhaft niedrig zu halten, ist der regelmäßige Anbietervergleich der wichtigste Hebel. Prüfen Sie Ihren aktuellen Tarif am besten einmal im Jahr kritisch und vergleichen Sie ihn mit anderen Angeboten. Dabei helfen Vergleichsportale wie Verivox oder Check24, die Hunderte Tarife parallel durchrechnen und nach Preis sortieren.

Geben Sie dabei unbedingt Ihren tatsächlichen Jahresverbrauch an, den Sie Ihrer letzten Jahresabrechnung entnehmen. Die Vergleichsportale verwenden sonst Durchschnittswerte, die in der Regel zu hoch oder zu niedrig ausfallen. Das kann bei der nächsten Jahresabrechnung zu einer bösen Überraschung führen.

Achten Sie auch auf versteckte Kosten. Manche Tarife locken mit Neukundenboni, die nur im ersten Jahr gelten. Im zweiten Jahr steigt der Preis dann deutlich. Andere Anbieter verlangen lange Vertragslaufzeiten oder setzen Vorkasse voraus. Beides birgt Risiken. Geht der Anbieter pleite, sehen Sie Ihr Geld möglicherweise nicht wieder.

Große, etablierte Versorger wie EnBW, E.ON oder Mainova bieten dagegen oft solidere Tarife mit kürzeren Laufzeiten und transparenten Konditionen. Sie reagieren zwar träger auf Preissenkungen, sind in Krisenzeiten aber stabiler. Neue Anbieter wie Octopus Energy oder rabot.energy punkten dagegen mit dynamischen Tarifen, die den Börsenstrompreis widerspiegeln. Bei gutem Wetter profitieren Sie von günstigen Strompreisen, in Dunkelflauten steigen diese jedoch.

Ökostrom-Tarife liegen preislich oft auf einem ähnlichen Niveau wie konventionelle Angebote – oder sind sogar günstiger. Anbieter wie LichtBlick oder Green Planet Energy garantieren, dass Ihr Geld in erneuerbare Energien fließt. Damit senken Sie nicht nur Ihre Kosten, sondern treiben auch die Energiewende voran.

Redaktionelles Fazit

Die Zusammensetzung des Strompreises mag komplex sein und die meisten Bestandteile wie Netzentgelte und Umlagen müssen Sie einfach hinnehmen. 

>> Strompreise bei Verivox vergleichen

>> Strompreise bei Check24 vergleichen

Jedoch können die Versorger durch niedrige Beschaffungskosten ihren Kunden günstige Stromtarife anbieten. Sie sollten daher einmal im Jahr einen Stromanbietervergleich durchführen. Er kostet Sie nur eine halbe Stunde und kann Ihnen mehrere hundert Euro im Jahr einsparen.

  • Stromanbieter
  • Strom
  • Strompreis
  • Bundesnetzagentur
  • Ökostrom
  • Kostenfalle
  • Stromvertrag
  • Grundversorgung

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke