Es zeigt sich vor allem beim Einkauf im Supermarkt: Die Inflationsrate ist im August zum ersten Mal in diesem Jahr gestiegen. Während Lebensmittel immer teurer werden, gibt es zumindest Aufatmen bei den Energiekosten.

Das Leben in Deutschland hat sich im August wieder stärker verteuert. Die Verbraucherpreise lagen um 2,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilt. Im Juni und Juli lag die Inflationsrate noch bei 2,0 Prozent.

Je höher die Inflationsrate, desto geringer ist die Kaufkraft der Menschen. Sie können sich für einen Euro dann weniger leisten. Obwohl die große Teuerungswelle vorerst ausgelaufen ist, die Deutschland nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine erfasste, belasten zum Beispiel gestiegene Lebensmittelpreise weiter viele Verbraucherinnen und Verbraucher.

Preisexplosion bei Kaffee und Schokolade

Die sogenannte Kerninflation - also die Teuerung ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie - lag im August unverändert bei 2,7 Prozent. Im August mussten die Menschen hierzulande für Nahrungsmittel 2,5 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Im Juli hatten die Nahrungsmittelpreise noch um 2,2 Prozent zugelegt. In der Spitze im März waren es 3,0 Prozent.

Nach Daten aus den Bundesländern verteuerten sich im August etwa Kaffee und Schokolade teilweise um bis zu ein Viertel verglichen mit dem Vorjahresmonat. Auch die Preise für Obst zogen an, während die Statistiker bei einigen Gemüsesorten regional Preisrückgänge verzeichneten.

Dienstleistungen verteuern sich nicht mehr so stark

Energie war nach den vorläufigen Berechnungen der Statistiker im August 2,4 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Zurückgegangen ist in den vergangenen Monaten auch die überdurchschnittlich hohe Teuerung bei Dienstleistungen, zu denen etwa Gaststättenbesuche, Autoreparaturen und Versicherungen zählen.

Im August ging es jedoch nicht weiter nach unten: Dienstleistungen waren wie im Juli 3,1 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Ein Grund für die gestiegenen Preise für Dienstleistungen sind gestiegene Löhne.

Reallöhne weiter gestiegen

Immerhin haben viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch mehr Geld in der Tasche: Im zweiten Quartal dieses Jahres stiegen die Löhne dem Statistischen Bundesamt zufolge mit 4,1 Prozent erneut stärker als die Verbraucherpreise.

Daraus ergibt sich eine Reallohnsteigerung um 1,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Kaufkraftverluste vor allem aus den Jahren 2022 und 2023 werden somit zunehmend ausgeglichen.

"Inflation hartnäckiger als gedacht"

"Die Inflation ist hartnäckiger als gedacht", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Große Ausreißer nach oben erwarten die meisten Experten in den kommenden Monaten aber nicht. "Der relativ feste Euro-Außenwert dämpft die importierte Inflation", sagte Ökonom Elmar Völker von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Hinzu kommt, dass wegen der von Präsident Donald Trump verhängten hohen US-Importzölle viele Waren nach Europa umgeleitet werden dürften - oftmals mit Preisabschlägen. "Alles in allem bleibt die Inflation eingefangen", sagte der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank, Alexander Krüger. "Dies auch deshalb, weil das Warenangebot durch die US-Marktabschottung größer geworden ist."

EZB strebt 2,0 Prozent an

Für das Gesamtjahr erwarten Volkswirte für Deutschland im Schnitt eine Inflationsrate um die zwei Prozent. Bei mittelfristig 2,0 Prozent Teuerung sieht die Europäische Zentralbank (EZB) für den Euroraum als Ganzes ihr Ziel stabiler Preise und somit einer stabilen Währung erfüllt.

Dauerhaft niedrige Preise gelten ebenso wie zu stark steigende Preise als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten bei stark sinkenden Preisen Investitionen aufschieben in der Erwartung, dass es bald noch billiger wird.

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