Inflationsrate steigt erstmals in diesem Jahr an
Die deutsche Inflationsrate ist im August zum ersten Mal in diesem Jahr gestiegen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um durchschnittlich 2,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das ist der erste Anstieg seit Dezember 2024. Im Juli und Juni lag die Teuerungsrate noch bei jeweils 2,0 Prozent. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Anstieg auf 2,1 Prozent gerechnet. Von Juli auf August legten die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent zu.
Erneut billiger wurde Energie: Sie kostete 2,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (Juli: -3,4 Prozent). Dienstleistungen verteuerten sich im Schnitt um 3,1 Prozent (Juli: +3,1 Prozent). „Hier spielen die Lohnzuwächse, die im historischen Vergleich weiter überdurchschnittlich ausfallen, eine wichtige Rolle“, sagte der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, Cyrus de la Rubia.
Nahrungsmittel kosteten 2,5 Prozent (Juli: +2,2) mehr. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen etwa mussten die Verbraucher deutlich mehr für Bohnenkaffee (+24,4 Prozent) und Apfelsaft (+14,2 Prozent) bezahlen als ein Jahr zuvor. Obst verteuerte sich um durchschnittlich 9,6 Prozent - darunter Erdbeeren, Himbeeren oder Stachelbeeren um 19,4 Prozent. Auch für Gemüse wurde oftmals mehr verlangt. Die Preise für Gurken zogen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 30,2 Prozent an, die für Tomaten um 26,9 Prozent.
Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, oft auch als Kerninflation bezeichnet, lag unverändert bei 2,7 Prozent. Das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) für den Währungsraum ist zwei Prozent. Die nach europäischen Standards berechnete deutsche Teuerungsrate liegt aktuell mit 2,1 Prozent knapp über dieser Zielmarke.
Die Währungshüter haben wegen des nachlassenden Preisdrucks seit vergangenem Jahr achtmal ihren Leitzins gesenkt, im Juli aber eine Pause eingelegt. „Für die EZB sind diese Zahlen, zusammen mit der sinkenden Inflationsrate in Frankreich, kein Grund zur Besorgnis“, sagte Ökonom de la Rubia.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke