Überraschung im Verfahren, das Prinz Harry gegen den Verlag der „Daily Mail“ führt. Plötzlich ging es nicht um Bespitzelung, sondern um schlüpfrige Chats mit einer Journalistin.

Seit Januar läuft in London ein spektakulärer Prozess, in dem Prinz Harry und zahlreiche weitere Prominente wie Elton John und die Schauspielerin Liz Hurley den Verlag „Associated Newspapers Limited“ verklagen. Sie werfen dem Unternehmen, das unter anderem die „Daily Mail“ und die „Mail on Sunday“ herausgibt, unrechtmäßige Informationsbeschaffung vor, wie etwa Abhören, Datendiebstahl und Überwachung. 

Doch ausgerechnet am letzten Prozesstag nahm das Verfahren eine Wendung, von der Harry nicht eben begeistert sein dürfte. Vorgelegt wurden mehrere private Chatnachrichten, die der Prinz vor rund 15 Jahren mit der damaligen „Mail on Sunday“-Journalistin Charlotte Griffiths ausgetauscht haben soll.

Unter anderem die „Times“ und der „Telegraph“ nahmen das zum Anlass, um umfänglich aus den vorgelegten Chats zu zitieren. Was auffällt: der sehr vertraute und leicht schlüpfrige Ton, den Harry und die damalige Royals-Korrespondentin angeschlagen haben. Laut „Telegraph“ deuten die Unterhaltungen zudem auf eine sehr viel engere Beziehung zwischen den beiden hin, als der Herzog von Sussex zunächst zugegeben hatte.

Sie soll Prinz Harry „Herr Unfug“ genannt haben 

Im Januar hatte Harry erklärt, dass er Griffiths nur einmal, auf der Party eines gemeinsamen Freundes, getroffen und den Kontakt am nächsten Tag abgebrochen habe, sobald er realisiert habe, dass sie Journalistin sei. Er habe keine Ahnung gehabt, dass die damalige Kolumnistin in seinen gesellschaftlichen Kreisen verkehre. 

Die Chatverläufe legen allerdings etwas anderes nahe. Die Nachrichten sollen belegen, wie Harry am 4. Dezember 2011 den Kontakt initiierte. Der Ton zwischen den beiden wirkt vertraut. So soll Griffiths ihn „Mr. Mischief“ („Herr Unfug“) genannt und ein „Fun Weekend of Naughtiness“ („Wochenende voller Unartigkeiten“) erwähnt haben.

Einen Monat später hat sie den Chatverläufen zufolge geschrieben, dass sie Prinz Harry auf der Party eines gemeinsamen Freundes vermisst habe. Er soll daraufhin geantwortet haben: „Ich wünschte, ich hätte dabei sein können, besonders jetzt, wo du da bist.“ Den Nachrichten zufolge habe er angekündigt, sie „unter den Tisch trinken“ zu wollen. Außerdem soll er hinzugefügt haben: „Ich vermisse unsere Kuschelstunden beim Film.“ 

Nach dem regen Austausch sollen sich die beiden im Juni 2012 auf der Hausparty eines gemeinsamen Freundes erneut begegnet sein. An diese könne sich die Journalistin gut erinnern, da sie es „ziemlich lustig“ gefunden habe, dass der Herzog die ganze Nacht wach geblieben sei, bevor er am nächsten Morgen zu einer „Trooping the Colour“-Veranstaltung gemusst habe. Laut „Telegraph“ sollen zudem Anrufdaten ein Telefonat zwischen den beiden um 2.50 Uhr morgens sowie den Austausch mehrerer Textnachrichten belegen.

Wann und wie genau der Kontakt zwischen den beiden abbrach, kam aktuell vor Gericht nicht zur Sprache. Die Anwälte beider Seiten reichten am Dienstag vor dem High Court ihre abschließenden Schriftsätze ein. Damit ist der Prozess beendet. Der Richter werde das Urteil zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben, heißt es in den britischen Medien. Wann genau, steht derzeit nicht fest. 

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