Porno – und was dann? Ein Ausstieg aus der Erotikbranche ist schwer. Diese internationalen Sex-Größen haben ihn (mehr oder weniger) erfolgreich geschafft.

Rocco Siffredi (Rocco Antonio Tano)

Rocco Siffredi, der heute 61-jährige "italienische Hengst", beendete seine aktive Porno-Karriere vor nun drei Jahren, wie er in einem Interview mit dem stern verriet. Der Erotikbranche bleibt Siffredi allerdings treu. Nachdem er 2016 eine Reality-Show namens "Siffredi Hard Academy" produzierte, in der er ausgewählten jungen Talenten in einer Villa in Budapest das Pornohandwerk beibrachte, versorgt er jetzt auch das Internet mit seinen Sextipps. Auf seiner Plattform mit dem Namen Siffredi Academy kann jeder und jede mittels Videos lernen, wie man ein Pornostar wird, bessere Aufnahmen macht, Filme anleitet oder auch nur das eigene Sexualleben aufpeppt. Vorausgesetzt, man ist bereit zu zahlen. Die Sex-Lernvideos sind jedoch nicht das einzige Standbein Siffredis, der mit seiner Frau, ebenfalls einer ehemaligen Pornodarstellerin, in Budapest lebt. Seriöser als Porno wird’s allerdings auch nicht. Auf Instagram bewirbt er in bester Pornomanier, also mit vielen nackten Frauen, eine Kryptowährung namens Tanox LTX, gegründet von seinem Sohn Lorenzo Tano. Diese soll die Abwicklung der Zahlungen an Pornodarstellerinnen- und -darsteller vereinfachen und bietet den Usern der Siffredi Academy exklusiven Zugang zu Inhalten. Die Familie wirbt für Tanox LTX mit dem Slogan "making Crypto sexy – Kirschen-Emoji, Pfirsich-Emoji, Tropfen-Emoji". Und will offenbar mit nackten Brüsten von den extremen Schwankungen der Kryptowährung ablenken.

Sasha Grey (Marina Ann Hantzis)

Der Erfolg von Marina Ann Hantzis, bekannt als Sasha Grey, sticht immer noch heraus. Denn in einer Pornobranche, die von operierten Brüsten und Lippen und platinblonden Haaren dominiert wurde, hatte sie mit ihrer Natürlichkeit Erfolg. Die zierliche Brünette, die schon mit 18 Jahren begann, Pornos zu drehen, kompensierte ihren natürlichen Look mit absoluter Hemmungslosigkeit. 2009 erhielt sie dafür von der Zeitschrift "Rolling Stone" den Titel "the dirtiest Girl in the World".

Eins von Greys Markenzeichen war, dass sie bei Drehs laut und vor allem direkt in die Kamera sprach, fast schrie. Mit festem Blick auf den Zuschauer stöhnte sie, was man in Pornos eben so stöhnt. Nach eigener Aussage habe sie damit schockiert, denn sie habe die "vierte Wand durchbrochen", also den Zuschauer direkt angesprochen und so für Irritation gesorgt. In einem Interview mit dem "Spiegel" ging sie sogar so weit, ihre Porno-Performances als Kunst zu bezeichnen.

Nach ihrer Porno-Karriere, die sie mit 21 im Jahr 2011 beendete, drehte Sasha Grey Spielfilme, war Model, Musikerin und Erotik-Autorin. Heute streamt die 37-Jährige auf Discord, Twitch und Youtube. Sie zeigt auf ihren Kanälen so banale Dinge wie das Aufstellen ihres Plastik-Weihnachtsbaumes. Nichts mehr übrig also, von der alten, laut in die Kamera stöhnenden Sasha? Nicht ganz. Kommentare aus dem Zuschauerchat beantwortet sie in genau derselben Lautstärke und Tonlage, in der sie vor 15 Jahren noch die Penisgröße ihrer Porno-Partner bewertete. Ein Zuschauer schlägt vor, den Baum aufzuhängen, statt ihn hinzustellen. "OH ICH LIEBE DIE IDEE. ICH WILL EINEN HÄNGENDEN WEIHNACHTSBAUM", schreit Grey mit Porno-Enthusiasmus. Über ihre Erotiklaufbahn sagte sie einmal, dass sie kaum Grenzen gehabt habe, keine Tabus. Das gilt wohl nicht für ihren Weihnachtsbaum, denn der wird dann doch nicht aufgehängt, sondern ganz konventionell auf den Boden, genauer gesagt ihren Spiegelei-Teppich, gestellt.

Dass Grey auf Instagram für ihre 1,9 Millionen Follower auch noch ihr Lieblingsrezept für Jakobsmuscheln postet, zeigt dann wohl recht deutlich, dass sie zu einer stinknormalen Influencerin geworden ist. Wenn auch zu einer sehr laut sprechenden.

Gina Wild (Michaela Schaffrath)

Michaela Schaffrath aka Gina Wild war eine der absoluten Pornogrößen Deutschlands. Schaut man sich die Liste ihrer Filme an, könnte man sich jedoch die Frage stellen, warum eigentlich. Die gebürtige Eschweilerin drehte während ihrer dreijährigen Karriere von 1997 bis 2000 nur neun Pornofilme. Zum Vergleich: Sasha Grey trat bei gleicher Karrieredauer in etwa 270 Filmen auf.

Dem Werk von Gina Wild fehlt es dabei nicht nur an Volumen, sondern auch an originellen Filmtiteln. Nach "Gina Wild – Jetzt wird es schmutzig" folgten "Gina Wild – Jetzt wird es schmutzig 2", "Gina Wild – Jetzt wird es schmutzig 3" und "Gina Wild – Jetzt wird es schmutzig 4". Nach dem Ende ihrer Porno-Karriere im Jahr 2000 schlug die Wahl-Bremerin eine klassisch deutsche Medienkarriere ein: "Tatort", Promi-Boxen, Dschungelcamp. Und auch das Theater entdeckte sie für sich.

Während Schaffrath mit ihrer Truppe durch die deutschen Theater tourt, macht sie immer wieder Werbung für ihr neuestes Projekt: Eierlikör nach Rezept der Schwiegeroma. Ob der Likör namens "Eierei" ein ironisches Augenzwinkern an ihre Vergangenheit ist, oder ob sie wirklich einfach das alte Rezept von Oma Martha auf dem Dachboden gefunden hat, ist schwer zu sagen.

Mia Khalifa (Sarah Joe Chamoun)

Mia Khalifas Porno-Vergangenheit ist wohl das, was man eine Blitzkarriere nennt. 2014 arbeitete sie nur drei Monate lang in der Erotik-Branche. Trotzdem ist die im Libanon geborene und in den USA aufgewachsene Khalifa immer noch eine der bekanntesten Figuren der internationalen Porno-Szene. Warum? In einem ihrer Filme trug sie einen Hijab, also das muslimische Kopftuch. Die Reaktionen waren gewaltig: ein riesiger Shitstorm samt Morddrohungen brach über sie herein und sogar der IS drohte ihr. Die Familie Khalifas, die mit bürgerlichem Namen Sarah Joe Chamoun heißt, brach den Kontakt ab.

Eingeständnis eines Mannes Wie Pornos meine Sexualität für immer verändert haben

Trotz des enormen Hasses, der der damals 21-Jährigen entgegenschlug, wurde sie 2015 zur erfolgreichsten Darstellerin auf Pornhub. "Die Männer, die mich anschreien, sind dieselben Männer, die mich anklicken", sagte Khalifa in einem späteren Interview. Richtig gelohnt hat sich ihre steile Porno-Karriere nach eigener Aussage jedoch nicht. Gerade einmal 12.000 US-Dollar habe sie erhalten. Auch heute verdiene sie nichts mehr an den Filmen, die weiter im Internet verfügbar sind.

Aber eins bekam Khalifa reichlich: Aufmerksamkeit. Ihr Instagram-Account wuchs innerhalb von sechs Monaten von 400 Followern auf zwei Millionen Follower, bis er vom IS gehackt wurde. Während einer Social-Media-Pause arbeitete sie in einer Kanzlei und als Buchhalterin. "Alle Männer im Büro wussten, wer ich war", sagt sie über diese Zeit. Und so beschloss sie, ihre Situation zu akzeptieren. Khalifa kam als Influencerin zurück auf Instagram und hat dort heute eine Reichweite von 28 Millionen Followern. Sie spricht über die ausbeuterischen, misogynen Strukturen der Porno-Industrie und deren Folgen für ihr Leben. Dem britischen TV-Sender BBC sagte sie in einem Interview: "Ich habe das Gefühl, jedes Recht auf Privatsphäre verloren zu haben." Im Jahr 2023 geriet sie ein weiteres Mal in die Schlagzeilen, als sie sich positiv über den Hamas-Anschlag vom 7. Oktober äußerte. Heute positioniert sich die 32-Jährige klar pro-palästinensisch.

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