Risiko durch fehlende Fahrzeugangaben: GW-Importe nicht immer sicher
Importierte Gebrauchtwagen weisen in Deutschland laut Carvertical häufiger Vorschäden auf als inländische Fahrzeuge. Fehlende EU-weite Fahrzeugdaten und Datenschutzregeln erschweren Transparenz. Viele Käufer bevorzugen daher Angebote mit einer sauberen Fahrzeughistorie - und zwar klar vor dem Preis.
Eine europaweite Carvertical -Umfrage unter 14.000 Fahrern, darunter 2.000 aus Deutschland, zeigt klare Prioritäten. 67,1 Prozent der deutschen Befragten bevorzugen ein Auto ohne Schadenshistorie. Nur 10,8 Prozent nannten den Preis als wichtigstes Kriterium. Für Käufer zählt Vertrauen stärker als ein günstiger Kaufpreis. In Deutschland hatten zwischen Januar 2025 und März 2026 rund 61,2 Prozent der geprüften Importfahrzeuge frühere Schäden, bei lokal genutzten Autos waren es 45,5 Prozent. Die Schadenswahrscheinlichkeit liegt damit etwa 1,3-mal höher.
Risiko für Tachomanipulationen
Die Ergebnisse passen zu früheren Untersuchungen von Carvertical. Demnach sind importierte Fahrzeuge zwei- bis fünfmal häufiger von Tachomanipulationen betroffen als inländische Autos. Das Problem grenzüberschreitender Intransparenz betrifft damit nicht nur Unfälle, sondern auch Laufleistungsangaben – ein zentraler Faktor für den Fahrzeugwert.
"Jedes Land hat unterschiedliche Datenschutzgesetze. Wenn es kein einheitliches System gibt, das sicherstellt, dass die Historie eines importierten Autos für alle Autofahrer zugänglich ist, leidet die Qualität der Gebrauchtfahrzeuge", sagt Matas Buzelis, Automarktexperte bei Carvertical . Beim Import beginne die Fahrzeughistorie oft neu, Mängel würden verschleiert.
Importanteil in Deutschland moderat
Rund 22,9 Prozent der von Carvertical geprüften Fahrzeuge in Deutschland stammen aus dem Ausland. Im europäischen Vergleich ist das ein eher niedriger Wert. Das senkt zwar das Gesamtrisiko im Markt, ändert aber nichts an den erhöhten Risiken bei einzelnen Importfahrzeugen.
Im Ausland beschädigte Fahrzeuge werden laut Experten häufig mit günstigen, nicht originalen Ersatzteilen instand gesetzt. Bei strukturellen Schäden kann das die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Käufer lassen sich dabei oft von einem guten äußeren Eindruck und einem niedrigen Preis leiten und verzichten auf eine gründliche Prüfung.
68,5 Prozent der Befragten würden kein Auto kaufen, das einen schweren Unfall hatte – selbst bei optisch einwandfreiem Zustand. 71 Prozent wären hingegen bereit, mehr Geld für ein garantiert unfallfreies Fahrzeug zu zahlen. Für 85,6 Prozent ist zudem die Schwere früherer Schäden entscheidend.
Datenschutz bremst Transparenz
Nach Einschätzung von Carvertical erschwert die aktuelle Auslegung der DSGVO den europaweiten Zugang zu technischen Fahrzeugdaten. "Vage Definitionen von 'berechtigtem Interesse' zwingen Unternehmen in ein länderspezifisches Rechtslabyrinth", sagt Buzelis. Ein offener Zugang zu anonymisierten Daten könne Verbraucher besser schützen und den Markt stabilisieren.
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