Für Michael Vogel, BGV Badische Versicherungen, und Thomas Nairz, Yarowa AG, liegt die Antwort in der digitalen Schadensteuerung.

BGV bündelt alle Dienstleister auf einer Schnittstelle

Im Fachforum Claims Handling des diesjährigen Messekongresses Schadenmanagement & Assistance in Leipzig stellte Nairz die Lösungsplattform von Yarowa vor, welche die Orchestrierung des Schadenökosystems mittels KI-Unterstützung ermöglicht. Kernservice der Plattform ist das Auftrags- und Dienstleistungsmanagement. Michael Vogel zeigte anschließend, wie die Plattform operativ genutzt wird.

Die Vorteile für den Versicherer liegen insbesondere darin, dass alle Dienstleister über nur eine Schnittstelle angebunden sind und so Servicezeiten reduziert werden können, Schadenaufwände transparenter nachvollziehbar sind und die Rechnungsprüfung mittels KI-Unterstützung abläuft.

Smartes Schadenprotokoll mit Vorteilen für die Generali

Einst auf dem Messekongress kennengelernt, standen die Generali und Paperfly in Leipzig jetzt gemeinsam auf der Bühne, um ihr aktuelles Projekt vorzustellen. Paperfly bietet eine No-Code-Plattform zum strukturierten Daten- und Dokumentenaustausch und hat mit der Generali zusammen ein smartes Schadenprotokoll entwickelt.

Ein dynamischer Aufbau mit verschiedenen Wenn-Dann-Abhängigkeiten bietet einen geführten Gesprächsleitfaden für verschiedene Schadensarten, der eine strukturierte Schadenmeldung ermöglicht. Die Referenten Ansgar Hamann und Melina Möhrer, Generali Deutschland AG, sowie David Pepping, Paperfly, führten live durch das Schadenprotokoll bis zur digitalen Unterschrift der integrierten Rechtsbelehrung.

Für die Generali liegen die Vorteile des neuen Schadenprotokolls in einer besseren Aufklärung der Sachverhalte und damit einhergehenden schnelleren Entscheidungsfähigkeit, die zu einer besseren Kundenzufriedenheit führt.

Allianz-"Copilot" heißt Happy Path

Stephanie van den Bergh, Fachbereichsleiterin Zentrale Funktionen im Allianz Schadenressort von Lucie Bakker, stellte insbesondere das kundenbezogene Projekt "Happy Path" vor. Damit warf sie zum Abschluss des Fachforums Claims Handling gleichzeitig einen Blick in die Zukunft des Schadenmanagements. Um im Schadenfall zu begeistern, brauche es Automatisierung, Geschwindigkeit, Einfachheit und Transparenz, konstatierte sie. Genau dafür habe die Allianz den “Happy Path” entwickelt, einen systemischen Ansatz für den nachhaltigen Erfolg, der auf vier Säulen beruht:

• GenAI, um manuelle Tätigkeiten zu reduzieren
• Process Mining, um Ineffizienzen aufzudecken
• Systems Thinking, um Schmerzpunkte der Kunden zu identifizieren
• Process Redesign, um Prozesse zu optimieren

Die konsequente Verfolgung dieser Prinzipien sowie die Ausrichtung an KPIs, um die Anpassungen messbar zu machen, haben dem Vernehmen nach bei der Allianz zu merklichen Verbesserungen der Kundenzufriedenheit geführt. Vor allem im Ausbau der Dunkelverarbeitung liege großes Potenzial, das Schadenmanagement zu verbessern und die Kunden zu begeistern, so van den Bergh. Entscheidend sei jedoch, die Mitarbeitenden zuerst an Bord zu holen. Dazu brauche es eine Lernkultur sowie das gelebte Verständnis, dass die KI der "Copilot der Mitarbeitenden" ist und nicht als Bedrohung zu sehen ist.

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