Mercedes wählt Seoul als Bühne für die elektrische C-Klasse. Kaum eine andere Metropole steht derzeit so sehr für die Verbindung von Lifestyle, Popkultur und technologischem Fortschritt. Gleichzeitig zählt Südkorea zu den wichtigen Märkten der Automarke. "Die Stadt ist eine perfekte Mischung aus Geschichte und Innovation. Das passt perfekt zu uns mit der 140-jährigen Unternehmensgeschichte", sagt Mercedes-Benz CEO Ola Källenius.

Die elektrische Neuinterpretation der C-Klasse legt dabei Wert auf klassische Tugenden der Modellreihe: Souveränität, Langstreckentauglichkeit und Komfort. Mercedes nennt es "Welcome home". Licht, Klima und digitale Helfer machen das Auto zu einem persönlichen Rückzugsort.

Sportlich losfahren

Was auf den ersten Blick betulich wirken mag, rücken die technischen Werte in ein sportliches Licht. Zum Auftakt nennt der Hersteller Daten für die Allradversion C 400 4MATIC. Zwei permanenterregte Synchronmotoren bieten eine Systemleistung von 360 kW und 800 Nm Drehmoment. Der Heckmotor verfügt über ein zwei Gang-Getriebe. Gang eins für Beschleunigung und Stadtverkehr. Gang zwei für die Autobahn mit bis zu 210 km/h. Aus dem Stand beschleunigt die 2.460 kg schwere Limousine in vier Sekunden auf 100 km/h. Die Motorleistung reicht für einen Anhänger. Der darf bis zu 1.800 kg wiegen. Mit den nutzbaren 94 kWh liegt die Reichweite zwischen 592 und 762 km. Der Verbrauch wird mit 14,1 bis 18,5 kWh pro 100 km (WLTP) angegeben.

Neu ist nicht nur der Antrieb. Mercedes verpasst dem E-Auto ein 800-Volt-Batteriesystem. Damit ist schnelles Laden mit bis zu 330 kW möglich. An einem Gleichstrom-Schnelllader werden in zehn Minuten bis zu 325 km nachgeladen. Eine Ladung von zehn bis 80 Prozent dauert 22 Minuten. Die C-Klasse kann aber auch Energie abgeben. Perspektivisch dient das Auto tagsüber als Zwischenspeicher für die Solaranlage und gibt abends Energie ans Haus (V2H) zurück. Größer gedacht ist das V2G-Angebot. Dabei nimmt das E-Auto überschüssigen Strom aus dem Netz, wenn der Preis niedrig ist. Steigen Nachfrage und Preis, speist der C400 Energie zurück ins öffentliche Netz. Der Besitzer wird pro Stunde, die das Auto als Pufferspeicher agiert, bezahlt.


Mercedes-Benz C 400 4Matic (2027)


Still dahingleiten

Wenn die Räder rollen, steht Komfort im Zentrum. Sitze mit Massagefunktion und Lüftung sorgen im Zusammenspiel mit Licht und 4D-Sound für entspanntes Fahren. Die vierte Dimension beim Ton kommt von Schallwandlern in den Sitzen, die Bassfrequenzen als Vibrationen übertragen. Störende Geräusche und Vibrationen wollen die Ingenieure allerdings draußen lassen. Sie haben entkoppelnde Lager zwischen Fahrwerk und Karosserie montiert. Die Gehäuse von Klimapumpe und Motoren sind so gestaltet, dass kaum Schall nach außen dringt. Akustikglas bei den vorderen Seitenscheiben perfektionieren serienmäßig die Ruhe im Fahrgastraum. Für Gepäck stehen im Kofferraum 470 Liter Stauraum zur Verfügung. Unter der Fronthaube gibt es Raum für 101 Liter.

Der Schwelle den Schrecken nehmen Die Luftfederung Airmatic senkt bei Autobahngeschwindigkeit die Karosserie für geringeren Luftwiderstand als auch Verbrauch. Für mehr Bodenfreiheit bei Kantsteinen hebt sie das Auto bis zu 20 mm an. Die Position von Temposchwellen erhält die C-Klasse via Google-Kartendaten sowie anderen Mercedes-Fahrern über die Cloud (Car-to-X). Dann wird Dämpfung vor dem Überfahren einer Bodenschwelle angepasst. Optional lenken die hinteren Räder bis zu 4,5 Grad mit. Das erleichtert das Einparken des 4,88 m langen Autos und senkt den Wendekreis von 12,1 auf 11,2 Meter.

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Leuchtender Sternenhimmel 

Aus dem GLC übernimmt man die Option einer komplett tierfreien Innenausstattung. Auch den mit 1.050 Lichtpunkten leuchteten Grill sowie die 162 leuchtenden Sterne im dimmbaren Glaspanoramadach kennt man als Option aus dem SUV. Aus dem Software-Baukasten stammen das Betriebssystem MB.OS, der MBUX Virtual Assistant, eine cloudbasierte Navigation mit Google-Daten sowie Over-the-Air-Updates. Der C400 kommt serienmäßig mit einer Wärmepumpe, die in der kalten Jahreszeit Energie aus der Umgebungsluft zieht. Sie arbeitet laut Hersteller so effektiv, dass bei winterlichen -7 Grad Celsius Außentemperatur der Innenraum doppelt so schnell auf aufgeheizt ist wie bei Modellen mit Verbrennungsmotor.

Hände vom Lenkrad nehmen In der C-Klasse besteht die Sensorik aus zehn Kameras, fünf Radarsensoren und zwölf Ultraschallsensoren. Die Daten werden von einem wassergekühlten Nvidia-Hochleistungscomputer verarbeitet. Mercedes-Benz verzichtet auf einen Lidar-Sensor und damit auf Fahrfunktionen im Level 3. Das Assistenzsystem ist auf Level 2++ ausgelegt. Der Fahrer bleibt immer in Verantwortung. Das erste Plus hinter der Zwei steht für Autobahnfahrten ohne Hände am Lenkrad. Das zweite Plus steht für diese Funktion innerhalb der Stadt oder auf Landstraßen. L2++ ist bislang nur in China und Kalifornien zugelassen. Software-Chef Magnus Östberg rechnet in Deutschland bis Ende des Jahres mit einer Zulassung.

In Seoul wird aus der hippen Präsentations-Location demnächst ein Mercedes-Benz Store. Doch als Volumenmodell im Kernsegment der Marke muss die C-Klasse nicht nur im fernen Südkorea ein Erfolg werden.

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