Die Betrugsfälle im deutschen Autohandel nehmen zu – und sie werden immer raffinierter. Darauf weist der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hin. Kriminelle agieren demnach zunehmend professionell, nutzen digitale Plattformen, täuschend echt gestaltete Fake‑Webseiten, gestohlene Identitäten und manipulierte Dokumente. Die Folgen sind erheblich: finanzielle Verluste, rechtliche Risiken und teilweise massive Reputationsschäden für Betriebe.

"Die aktuellen Fallmeldungen zeigen deutlich: Betrug im Autohandel ist heute hochgradig digitalisiert, arbeitsteilig organisiert und oft erst auf den zweiten Blick erkennbar", erklärt ZDK‑Präsident Thomas Peckruhn. Besonders alarmierend sei, dass sich viele Täter gezielt auf gewerbliche Betriebe konzentrieren und häufig international vernetzt vorgehen.

Digitale Täuschung wird professioneller

Zu den gängigen Maschen zählen laut Verband gefälschte Händlerprofile, manipulierte Online‑Inserate und fingierte Zahlungsnachweise. Hinzu kommen Identitätsdiebstahl, bewusst verschleierte Fahrzeugmängel und der Missbrauch real existierender Unternehmen. Immer häufiger werden Fahrzeuge, vor allem Gebrauchtwagen, im Namen seriöser Autohäuser angeboten, die nie im Eigentum dieser Betriebe waren.

Mehr Wachsamkeit im Tagesgeschäft

Der ZDK ruft Autohäuser und Werkstätten deshalb zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. Klare interne Abläufe, das Vier‑Augen‑Prinzip, die sorgfältige Prüfung von Geschäftspartnern sowie verbindliche Regelungen zu Zahlung und Fahrzeugübergabe seien zentrale Hebel zur Risikominimierung. Ebenso wichtig seien regelmäßige Schulungen der Mitarbeitenden und ein konsequentes Vorgehen bei Verdachtsfällen. Diese müssten frühzeitig erkannt, geprüft und gemeldet werden, um Schäden zu begrenzen.

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Grenzen bei international organisiertem Betrug

Gleichzeitig stößt die Branche bei grenzüberschreitend agierenden Tätergruppen zunehmend an ihre Grenzen. Peckruhn fordert daher ein engeres Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Strafverfolgungsbehörden. Nötig seien unter anderem spezialisierte Ermittlungsstrukturen im Bereich Cybercrime, verbindlichere Mindeststandards für Online‑Plattformen sowie rechtssichere digitale Identifikationsverfahren.

Der ZDK hat sich dazu bereits in einem Schreiben an den Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA) gewandt, auf die zunehmende Professionalität der Täter hingewiesen und einen intensiveren Informationsaustausch angeboten. Zugleich habe man seine aktive Mitwirkung bei der Bekämpfung von Betrugsdelikten im Autohandel zugesagt, heißt es.

"Je verlässlicher und sicherer die Rahmenbedingungen sind, desto stärker können wir uns als Kfz‑Gewerbe auf unseren Kernauftrag konzentrieren: bezahlbare Mobilität mit klaren Qualitätsstandards zuverlässig für Verbraucher und Wirtschaft sicherzustellen", betont Peckruhn.

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