2024 registrierten die deutschen Versicherer rund 252.000 Schäden an kaskoversicherten Fahrzeugen in Deutschland, das waren 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Viele Autofahrer merken erst beim nächsten Werkstattbesuch oder wenn Warnleuchten aufleuchten, dass ein Marder im Motorraum war. "Wer sein Auto regelmäßig kontrolliert und auf typische Spuren achtet, kann allderdings größere Schäden oft vermeiden", sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV.

Warum Marder gerade im Frühjahr aktiv werden

Was in diesem Monat "zart" begonnen hat, steigert sich ab April sukzessive. © Foto: Quelle GDV

Im Frühjahr reagieren Marder besonders aggressiv auf die Duftmarken von Rivalen. Warme Motorräume dienen als Unterschlupf und Revier – mit fatalen Folgen: Parkt ein Auto abwechselnd in verschiedenen Revieren, werden die markierten Leitungen von konkurrierenden Tieren kurzerhand zerbissen.  Die Schäden bleiben häufig zunächst unbemerkt. "Ein einzelner Biss kann ausreichen, um wichtige Fahrzeugfunktionen zu beeinträchtigen", so Asmussen. Werde eine beschädigte Leitung zu spät entdeckt, könne das Folgeschäden an Motor oder Elektronik verursachen.

Elektroautos besonders betroffen

Bei E-Autos wird es schnell aufwendig und richtig teuer: Beschädigte Hochvoltkabel erfordern oft den Austausch des gesamten Kabelsatzes – das treibt die Reparaturkosten deutlich in die Höhe.  Autofahrer können allerdings einiges tun, um Marderschäden vorzubeugen. Ein regelmäßiger Blick unter die Motorhaube hilft, Spuren frühzeitig zu erkennen. Wenn ein Marder im Motorraum war, sollte dieser gründlich gereinigt werden, um Duftmarken zu entfernen.

Zusätzlichen Schutz bieten technische Lösungen wie Kabelummantelungen oder engmaschige Drahtgitter unter dem Motorraum. Auch Ultraschallgeräte oder kleine Kontaktplatten, die beim Betreten leichte Stromimpulse abgeben, können Marder abschrecken, ohne die Tiere zu verletzen.

Kaskoversicherung schützt vor hohen Kosten

Mit 252.000 Marderbissen und einem Regulierungsaufwand von 157 Mio. Euro lagen die Marderschäden um 6,8 Prozenz über denen von 2023. Pro 1.000 kaskoversicherter Fahrzeuge verzeichneten 6,1 Kfz auch Verbissschäden. © Foto: Quelle GDV

Vor den finanziellen Folgen eines Marderbisses schützt eine Teil- oder Vollkaskoversicherung. "Je nach Tarif ersetzen Versicherer nicht nur die unmittelbar beschädigten Teile, sondern auch Folgeschäden am Fahrzeug. Dazu zählen beispielsweise Schäden durch überhitzte Motoren oder defekte Bauteile infolge beschädigter Leitungen”, so Asmussen.

Wer ausschließlich eine Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, muss die Schäden am eigenen Fahrzeug allerdings selbst tragen.

Jeder Marderbiss kostet im Schnitt 620 Euro

Im Jahr 2024 lag die Schadenhäufigkeit bei 6,1 Marderschäden pro 1.000 kaskoversicherten Pkw und damit rund 6,8 Prozent höher als im Jahr zuvor. Insgesamt registrierten die Versicherer rund 252.000 Schäden durch Marderbisse. Der Schadenaufwand lag bei rund 157 Millionen Euro. Im Durchschnitt kostete ein Marderschaden etwa 620 Euro. 

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