Kfz-Ausbildung in Sachsen-Anhalt: Zukunftstag rückt technische Berufe ins Rampenlicht
Der Handlungsdruck, junge Menschen für technische Berufe zu gewinnen, ist hoch. Um dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen, braucht es auch eine klischeefreie Berufsorientierung. Besonders Schulabgängerinnen sollen verstärkt für technische Ausbildungsgänge interessiert werden, um langfristig Engpässen im Arbeitsmarkt vorzubeugen.
Vor diesem Hintergrund fand am Freitag im Mercedes-Autohaus Peter in Dessau-Roßlau ein gemeinsames Informationsgespräch des Handwerks, der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt Ost sowie von Vertreterinnen und Vertretern der Politik statt. Ziel war es, den bevorstehenden Zukunftstag am 23. April 2026 stärker in den Fokus zu rücken und junge Menschen für handwerkliche Ausbildungsberufe zu begeistern.
Chancen im Handwerk bleiben groß
Die Beteiligten unterstrichen die zentrale Bedeutung einer konsequenten Nachwuchsförderung im Handwerk. Zahlreiche Betriebe in Sachsen‑Anhalt suchen derzeit weiterhin dringend Auszubildende. Unternehmenschef Helmut Peter begrüßte die Gäste und hob hervor, wie essenziell das Kfz-Gewerbe für die Sicherung der individuellen Mobilität sei. Jan Riedel, Bildungsminister von Sachsen-Anhalt (CDU) betonte, wie wichtig es sei, die Chancen im Land zu nutzen und Jugendliche "zielgenau in Ausbildung zu führen". Mit dem "Girls- und Boys-Day Radar" stehen allein in der Region 300 bis 400 Angebote für Schülerpraktika bereit.
Gemischte Teams als Erfolgsfaktor
Christina Dost, Geschäftsführerin Mercedes-Benz Dessau-Roßlau, unterstrich den hohen Stellenwert gemischter Teams: "Wenn ein Betrieb modern sein will, braucht er Frauen und Männer gleichermaßen.“" Sie verwies auf spezielle Angebote wie "Typisch Mädchen", verschiedene MINT-Aktionen sowie die Beteiligung am Boys- und Girls-Day.
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ZDK-Präsident Thomas Peckruhn sprach von einem erheblichen Nachholbedarf bei der Fachkräftegewinnung und warnte, dass Standorte gefährdet seien, wenn es nicht gelinge, ausreichend Nachwuchs zu gewinnen. Vor allem weibliche Auszubildende müssten gezielter angesprochen werden.
Aus der Praxis: Angehende Kfz-Mechatronikerin berichtet
Einen persönlichen Einblick gab Pia Schumann, die derzeit im dritten Lehrjahr eine Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin absolviert. Die 20-Jährige fand über die Reparatur ihres eigenen Mopeds und ein Praktikum in einer Motorradwerkstatt den Weg in die Kfz‑Branche. Seit Juni 2024 lernt sie im Autohaus Peter mit dem Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik – und gehört zu den Leistungsstärksten ihres Jahrgangs. Themen wie Elektromobilität, Hochvolttechnik und die Verbindung klassischer und elektrischer Antriebe seien für sie ausschlaggebend gewesen. "Frauen im Kfz‑Handwerk werden akzeptiert – von Anfang an", sagte Schumann. Nach dem Abitur habe sie sich bewusst für eine praktische, duale Ausbildung entschieden.
Unterstützung wird ausgebaut
Mit Blick auf die aktuelle Ausbildungsmarktsituation im Agenturbezirk Sachsen-Anhalt Ost verwies Olaf Ruch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt Ost, auf Chancen und Risiken gleichermaßen. Noch immer würden in einigen Handwerksberufen bis zu 20 Prozent der Auszubildenden ihre Lehre abbrechen. Um dem entgegenzuwirken, bieten die Agentur und das Handwerk laut Ruch verstärkte Beratung, engere Begleitung und gezielte Fördermöglichkeiten an.
Gemeinsam wird nun der Zukunftstag im BSZ Dessau-Roßlau beworben, der Schülerinnen und Schülern Einblicke in verschiedene Handwerks- und MINT-Berufe ermöglichen soll.
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