Die neue Job-Angst der Jugend
Kaum ein Jugendlicher in Deutschland hat noch keine Erfahrung mit Künstlicher Intelligenz (KI) gemacht. Die Sprachmodelle ChatGPT, Claude, Gemini und Co. werden von vielen Schülern und Jugendlichen regelmäßig bei Hausaufgaben, Texten und in der Freizeit eingesetzt. Doch der nützliche Helfer führt unter Teenagern offenbar auch zu Ängsten.
So zeigt eine repräsentative Umfrage der Krankenkasse Barmer, dass Künstliche Intelligenz Jugendlichen mit Blick auf ihre berufliche Zukunft zunehmend Sorgen bereitet. Für die Studie wurden im Herbst des vergangenen Jahres bundesweit rund 2000 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren befragt.
Das Ergebnis verdeutlicht, wie groß die Ängste der Jugendlichen in Zusammenhang mit KI sind. So sehen 24 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren ihre beruflichen Pläne durch KI gefährdet. Im Jahr 2023 lag dieser Wert noch bei 17 Prozent.
Zu einer geringeren Verwendung von KI führen diese Ängste allerdings nicht. Ganz im Gegenteil. So hat sich der Anteil der Jugendlichen, die KI-Tools regelmäßig nutzen, binnen kurzer Zeit mehr als verdoppelt. Zwischen den Jahren 2023 und 2025 ist der Anteil von 20 auf 48 Prozent gestiegen.
„Immer mehr Jugendliche sehen sowohl die Chancen als auch die potenziellen Risiken, die Künstliche Intelligenz mit sich bringt. Umso wichtiger ist es, frühzeitig einen adäquaten Umgang mit KI zu erlernen und zu wissen, wo die Grenzen sind oder Skepsis angebracht ist“, sagt Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer.
Viele fragen die KI bei Gesundheitsproblemen
Die Umfrage der Barmer liefert auch Erkenntnisse dazu, wie Jugendliche KI-Tools in Bezug auf ihre Gesundheit einsetzen. So haben laut der Studie 48 Prozent der Jugendlichen KI-Chatbots um Rat zu Gesundheitsproblemen oder Symptomen gefragt.
Die Vertrauenswürdigkeit der Ergebnisse wird von den Teenagern dabei generell als hoch eingeschätzt. So halten 53 Prozent der Befragten die von einer KI vorgeschlagenen Gesundheitstipps tendenziell für vertrauenswürdig.
Eingesetzt wird KI von einem Teil der Jugendlichen laut der Studie auch als Helfer bei psychischen Belastungen. So gaben 16 Prozent der Befragten an, bereits Apps oder Chatbots genutzt zu haben, die mittels KI bei psychischen Belastungen wie Stress, Angst oder Traurigkeit helfen. Weitere 19 Prozent gaben an, solche Dienste gerne einmal ausprobieren zu wollen.
Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider Deutschland erstellt.
Andreas Macho ist WELT-Wirtschaftsreporter.
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