Krisenbonus oder echte Entlastung? Handwerker und Bäcker fragen sich, wie sie die Entlastungsprämie von 1.000 Euro stemmen sollen. Der Steuerzahlerbund fordert nun mehr Geld für alle, die pendeln.

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, hält die von der Koalition vorgeschlagene steuerfreie Entlastungsprämie für Beschäftigte von 1.000 Euro für realitätsfremd. "Eine wirklich sachgemäße Lösung zur Entlastung wäre eine Erhöhung der Entfernungspauschale für alle, die Auto oder Bus und Bahn nutzen müssen, um zur Arbeit zu kommen", sagte Holznagel dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).In Wirklichkeit sei der "Krisenbonus" ein Versprechen zulasten Dritter. "Die Politik rechnet hier mit Entlastungen, die auf die Rechnung von Arbeitgebern geht." Ob Betriebe die 1.000 Euro überhaupt zahlen könnten, sei völlig offen, kritisierte Holznagel. "Wo ein Handwerker, Friseur oder Bäcker das Geld nämlich hernehmen soll, wenn sein Umsatz wegen steigender Kosten zurückgeht oder das Geschäft sogar schließen muss, fragen Kanzler und Finanzminister nicht."

So hoch ist aktuell die Pendlerpauschale

Pendler können Fahrtkosten beim Weg zur Arbeit steuerlich beim Finanzamt geltend machen. Dafür gibt es die Pendler- bzw. Entfernungspauschale, die in der Steuererklärung unter die Werbungskosten fällt und das zu versteuernde Einkommen eines Jahres mindert. Nicht nur Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können davon profitieren, sondern auch Selbstständige.

Die Pendler- oder Entfernungspauschale liegt aktuell bei 38 Cent pro Kilometer vom ersten Kilometer an für die einfache Strecke, unabhängig vom Verkehrsmittel. Vor 2026 galt eine gestaffelte Regelung: Für die ersten 20 Kilometer konnten nur 30 Cent pro Kilometer angesetzt werden, erst ab dem 21. Kilometer dann 38 Cent. Diese Staffelung wurde zum Jahreswechsel 2026 aufgehoben. 

Von der Erhöhung der Pendlerpauschale profitieren allerdings nur diejenigen, deren übrige Werbungskosten 1.230 Euro übersteigen, da dieser Betrag als pauschale Werbungskosten in der Steuererklärung ohnehin angesetzt wird.

dpa
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