• Für fast alle LKkw-Fahrer beginnt die Suche nach einem Stellplatz schon am Nachmittag. Insgesamt fehlen etwa 40.000 Parkplätze.
  • Angesichts der steigenden Prognosen im Güterverkehr fordert der Bundesverband Güterkraftverkehr umfassende Maßnahmen.
  • Der ADAC warnt vor den enormen Gefahren, die von übermüdeten Fahrern und wild geparkten Lkw ausgehen.

Erst Montagmorgen standen auf der A14 bei Halle drei Schwertransporter am Fahrbahnrand. Die Fahrer hatten sie dort abgestellt, um ihre Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten.

Parkplatzsuche beginnt schon nachmittags – 40.000 Stellplätze fehlen

Ein Problem, das Dirk Engelhardt zu genüge kennt, Vorstandssprecher beim BGL, dem Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung. Schon ab 16 Uhr beginnt die große Suche nach einem Parkplatz und zieht sich bis in die späten Abendstunden. Viele Fahrer fühlen sich auf dem Standstreifen nicht sicher, meint er.

Und die Suche sei mühsam. Man könne als Fahrer an einem überfüllten Parkplatz kurz anhalten, im Kontrollgerät vermerken, dass kein Parkplatz gefunden wurde und ohne Strafe bis zum nächsten freien Parkplatz weiterfahren, erklärt Engelhardt: "Da uns in Summe aber 40.000 fehlen, hilft mir das auch nur bedingt weiter. Es ist für die Fahrerinnen und Fahrer eine echte Katastrophe."

Bundesverband BGL: "Überall Platz schaffen, wo es eben geht"

Die Zahl von rund 40.000 fehlenden Lkw-Parkplätzen stammt aus eigenen Erhebungen des BGL. Und der Druck dürfte weiter steigen: Prognosen zufolge soll sich der Güterverkehr auf der Straße bis 2051 mehr als verdoppeln. Was also tun?

Engelhardt sagt: Überall da Platz schaffen, wo es eben geht: "Das heißt, bei der Ausweitung neuer Gewerbegebiete müssen Lkw-Stellplätze obligatorisch sein. Der Bund muss bauen, was er bauen kann. Die privaten Autohofbetreiber haben schon einen riesigen Beitrag geleistet. Aber wir kämpfen auch für ein Förderprogramm vonseiten des Ministeriums."

Ein weiterer Vorschlag: Wenn Transportunternehmen Parkraum schaffen, könnten diese unter der Woche auch fremden Fahrern ihre Stellplätze zur Verfügung stellen.

ADAC: Übermüdete Fahrer und wildes Parken brandgefährlich

Es ist vor allem schwierig, neue Flächen zu finden, fügt Andreas Hölzel vom ADAC hinzu. Auch wegen der Anwohner, die sich zum Beispiel über den Lärm oder die Geruchsbelästigung bei neuen Stellplätzen beschweren würden. Doch wenn nichts passiere, seien die Folgen gravierend. Die Übermüdung der Fahrer sei ein großes Problem.

Auch wenn Lkw regelwidrig in der Einfahrt zu Parkplätzen abgestellt werden, sei das gefährlich: "Die muss frei bleiben, denn die Autos kommen ja dort auch mit höherer Geschwindigkeit angefahren. Es hat hier schon immer mal wieder schwere Unfälle gegeben – also es ist hochriskant, das Ganze."

Stellplätze hoffnungslos überlastet – LKW-Fahrer sind machtlos

Auch der ACE Auto Club Europa hat im vergangenen Jahr an mehr als 100 Lkw-Rastplätzen nachts die Belegung erfasst – unter anderem in Mitteldeutschland. Ergebnis: Auf allen Stellplätzen standen etwa 50 Prozent mehr Lkw als vorgesehen.

ACE-Sprecher Sven Hübschen nimmt jedoch die Fahrer in Schutz: "Lkw-Fahrer sind keine bösen Menschen. Die müssen sich aus Sicherheitsgründen an Lenk- und Ruhezeiten halten und wollen wie wir alle mal schlafen und Feierabend machen."

Und jeder wolle volle Regale und sicher mit dem Auto unterwegs sein, meint Hübschen. Er fordert deshalb eine Lösung für alle.

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