Standarddepot vom Staat – Bundestag beschließt Reform der privaten Altersvorsorge
Der Bundestag hat am Freitag eine grundlegende Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge beschlossen. Das neue Modell soll die 2002 eingeführte Riester-Rente ablösen und einfacher, kostengünstiger und renditestärker sein. Die neuen Regeln sollen vom 1. Januar 2027 an gelten. Unter anderem soll es ein staatliches Standarddepot geben. Dabei müssen die Kunden nur wenige Entscheidungen für die Geldanlage treffen.
Die Regierungsfraktionen von Union und SPD hatten sich zuvor auf wesentliche Änderungen am ursprünglichen Gesetzentwurf geeinigt und damit den Weg für die Verabschiedung freigemacht.
Die im bisherigen Riester-System übliche Garantie, dass mindestens die eingezahlten Beiträge am Ende auch ausgezahlt werden, fällt für die neuen Depotvarianten weg. So soll eine stärker renditeorientierte Geldanlage ermöglicht werden. Es gibt aber auch weiterhin ein Garantiedepot: Dabei können Kunden wählen, ob sie eine besonders sichere Geldanlage wünschen und 100 Prozent des eingezahlten Kapitals für die Auszahlung garantiert haben wollen, oder ob sie etwas risiko- und chancenreicher anlegen mit einer Auszahlungsgarantie von 80 Prozent.
Anders als bisher sollen auch alle Selbstständigen einbezogen werden. Für alle Varianten gilt: Für jeden eingezahlten Euro gibt der Staat künftig 50 Cent dazu bei einer Einzahlung bis 360 Euro im Jahr. Für jeden weiteren Euro sind es 25 Cent bis zur Grenze von 1800 Euro Einzahlung. Hinzu kommen Zulagen für Familien mit Kindern.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kündigte bereits den nächsten Schritt zur Stärkung der Altersvorsorge an. Sein Ministerium werde zeitnah Vorschläge für die sogenannte Frühstartrente vorlegen, sagte der SPD-Co-Chef. Dabei soll der Staat für Kinder und Jugendliche monatlich zehn Euro in ein individuelles Altersvorsorgedepot einzahlen. Klingbeil würdigte die Reform der Riester-Rente als „wirklichen Meilenstein“. Frühere Regierungen hätten sich daran „häufig die Zähne ausgebissen“.
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