Mit einem neuen Werk will BASF in China stärker präsent sein. Es ist eine historische Investition des deutschen Chemiekonzerns. Doch im chinesischen Markt lauern Hürden.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat in China einen neuen Verbundstandort eröffnet. In einer Welt, die immer geteilter werde, zeige der Standort Zhanjiang dass globale Kooperation die besten Ergebnisse erziele, sagte BASF-Vorstand Markus Kamieth in seiner Eröffnungsrede. Zhanjiang ist mit 8,7 Milliarden Euro die größte Einzelinvestition in der Geschichte des deutschen Chemieriesen. 

BASF erwirtschaftet nur rund 14 Prozent seines globalen Umsatzes in China - obwohl dort die Hälfte der weltweiten Chemienachfrage liegt. Die Ludwigshafener wollen mit Zhanjiang in der Volksrepublik aufholen, um den Markt und die Kunden in Südchina besser zu bedienen und von den aussichtsreichen Wachstumsprognosen in der Petrochemie-Branche für die kommenden Jahre zu profitieren. 

Kritiker merken an, dass sich die Lage in China seit der Unterzeichnung für das Projekt im Jahr 2018 deutlich geändert hat, und warnen vor zu viel Abhängigkeit von einem autoritär regierten Land. In der Volksrepublik herrscht ein aggressiver Wettbewerb in vielen Branchen, der auf die Gewinne der Unternehmen drückt. 

Kamieth hatte unlängst in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" eingeräumt, dass die Profitabilität in den ersten Jahren deutlich unter dem sein werde, was BASF sich ursprünglich vorgestellt habe. Außerdem steht BASF unter Einsparungsdruck und baute über Sparprogramme bereits einige Tausend Jobs ab, auch in Deutschland.

dpa
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