Gewinn bricht drastisch ein – Volkswagen streicht 50.000 Stellen in Deutschland
Diese Bilanz fällt bitter aus: Volkswagen hat 2025 wegen der Zölle von US-Präsident Donald Trump und dem Kurswechsel bei Porsche einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet.
Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis nach Steuern 2025 um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro gesunken, teilte Europas größter Autobauer in Wolfsburg mit. Das ist das niedrigste Ergebnis seit der Dieselskandal-Krise im Jahr 2016. Der Umsatz sank um 0,8 Prozent auf knapp 322 Milliarden Euro.
Verantwortlich macht Volkswagen vor allem die US-Zölle sowie die Probleme der Volkswagen-Tochter Porsche. Gleichzeitig wurden weitere Stellenstreichungen in Deutschland angekündigt.
Allerdings schnitt VW im Schlussquartal wieder besser ab als in den ersten neun Monaten. Im dritten Quartal war der Konzern noch tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte mehr als eine Milliarde Euro Verlust verbucht. Grund waren hier vor allem die Belastungen bei der Tochter Porsche wegen des Strategie-Schwenks zur Verbrenner-Verlängerung, die auf die Konzernmutter durchschlugen. Hinzu kamen die erwähnten Milliardenbelastungen aus den US-Zöllen.
Bis 2030 sollen 50.000 Stellen abgebaut werden
Finanzchef Arno Antlitz sagte, das Jahr sei von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität geprägt gewesen. Die Restrukturierung bei dem Unternehmen zeige zwar Fortschritte, und der Netto-Cashflow sei besser ausgefallen als erwartet. „Das aktuelle Ergebnisniveau von bereinigt 4,6 Prozent vor Restrukturierung reicht aber langfristig nicht aus.“ Für das Jahr 2026 rechnet der Konzern zunächst mit 4,0 bis 5,5 Prozent Rendite.
VW werde nun „weiter konsequent unsere Kosten senken“, erklärte Antlitz. In Deutschland werden deshalb weitere Stellen gestrichen: „Insgesamt sollen bis 2030 rund 50.000 Stellen im gesamten Volkswagen-Konzern in Deutschland abgebaut werden“, erklärte Konzernvorstand Oliver Blume in einem Brief an die Aktionäre.
„Die Summe von 50.000 Stellen setzt sich laut Konzernsprechern aus bereits angekündigten Stellenstreichungen zusammen - unter anderem bei Porsche und der Software-Tochter Cariad. Das Gros stammt aus dem Ende 2024 vereinbarten Abbau bei der Kernmarke VW von 35.000 Stellen“, ergänzte Blumes Sprecher gegenüber WELT. Ende 2023 arbeiteten laut Konzernangaben knapp 300.000 Menschen bei VW Deutschland.
Bei den Verkäufen war der Konzern 2025 knapp unter die Marke von neun Millionen gerutscht: Weltweit lieferte der Konzern 8,98 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken aus, 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In Europa legte der Konzern zwar sogar zu. Das konnte Rückgänge in China und Nordamerika aber nicht ausgleichen.
Porsche verdient kaum noch was
Ein genauerer Blick auf die Volkswagen-Tochter Porsche offenbart das Debakel: Das operative Ergebnis des Sportwagenbauers belief 2025 auf nur noch 90 Millionen Euro nach knapp 5,3 Milliarden Euro im Jahr davor. Inklusive Finanzdienstleistungen erzielte die Sportwagenschmiede 413 Millionen Euro (2024: 5,6 Milliarden Euro).
Wie Volkswagen leidet auch Porsche unter einem Absatzeinbruch in China, gestiegenen US-Zöllen, aber vor allem unter der Fehleinschätzung zum Tempo des Umstiegs auf Elektroautos.
Da die Sportwagenfans am Verbrennungsmotor hängen, verlegt sich Porsche wieder stärker auf Modelle mit konventionellen Antrieben. Für 2026 erwartet der Autobauer nach Aussagen auf einer Analystenkonferenz Ende Januar einen weiteren Absatzrückgang, die Rendite soll sich aber erholen auf mehr als fünf Prozent.
Konzernchef Oliver Blume wird auch selbst weniger verdienen
Der Gewinneinbruch bei Volkswagen und Porsche wird sich auch auf dem Konto von Konzernchef Oliver Blume zeigen. Seine Gesamtvergütung einschließlich der Versorgungsaufwendungen ging im vergangenen Jahr auf 7,42 Millionen Euro zurück, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Vergütungsbericht hervorgeht. Im Vorjahr waren es 10,35 Millionen Euro. Alle Vorstandsmitglieder hatten im Zusammenhang mit dem milliardenschweren Sparprogramm auf Gehalt verzichtet. Bei Blume macht das fast eine halbe Million Euro aus.
Ein wichtiger Grund für das niedrigere Gehalt ist, dass die Bonuszahlungen geringer ausfielen als noch vor einem Jahr. Der Porsche-Bonus fiel ganz weg. Die einstige Ertragsperle Porsche hatte 2025 gerade noch schwarze Zahlen geschrieben. Die Sportwagenschmiede leidet unter anderem darunter, dass sie in China kaum noch Autos verkauft.
Topverdiener bei Volkswagen ist weiter Blumes Vorgänger Herbert Diess, der im August 2022 abgelöst worden war. Weil sein Vertrag bis Oktober 2025 lief, bekommt er für das abgelaufene Jahr noch mehr als neun Millionen Euro.
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