Die schweren Zeiten in der Chemiebranche halten an. BASF-Chef Markus Kamieth sieht keine schnelle Erholung und erwartet erneut ein Übergangsjahr. Das bekommen auch die Beschäftigten zu spüren.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF drückt bei seinem Sparkurs aufs Tempo. Bis Ende vergangenen Jahres sei eine jährliche Kostensenkung von rund 1,7 Milliarden Euro erreicht worden, berichtete Finanzvorstand Dirk Elvermann in Ludwigshafen. Das avisierte Ziel werde damit um 100 Millionen Euro übertroffen. 

Seinen Sparkurs will der Dax-Konzern verschärfen: Bis Ende des laufenden Jahres peile BASF nun jährliche Kosteneinsparungen von 2,3 Milliarden statt dem ursprünglichen Plan von 2,1 Milliarden Euro an. Elvermann bezifferte die Einmalkosten für die Aufwendungen auf insgesamt 1,9 Milliarden Euro. 

Jobabbau auch bei Führungskräften

Als Teil seiner Sparprogramme baut der weltgrößte Chemiekonzern Tausende Jobs ab: Rund 4.800 Beschäftigte hätten das Unternehmen zwischen Dezember 2023 und Dezember 2025 verlassen, teilte der Manager mit. Etwa die Hälfte davon entfallen laut BASF auf Deutschland. Die Zahl der Führungskräfte sei um elf Prozent gesunken. Ende 2025 beschäftigte BASF damit noch knapp 108.300 Mitarbeiter weltweit.

BASF kämpft mit Kostendruck, Überkapazitäten am Weltmarkt, hohen Energiepreisen und einer zu geringen Auslastung am Stammwerk in Ludwigshafen. Dort arbeitet mit etwa 33.000 Menschen etwa ein Drittel der weltweiten Beschäftigten. BASF hat mehrere Sparprogramme aufgelegt. Zuletzt erzielten Management und Arbeitnehmervertreter eine Vereinbarung, die betriebsbedingte Kündigungen in Ludwigshafen bis Ende 2028 ausschließt. 

Vorstandschef Markus Kamieth äußerte sich zufrieden mit den Fortschritten beim Senken der Kosten. BASF sei deutlich schlanker geworden. Allerdings habe die chemische Industrie weltweit mit heftigem Gegenwind zu kämpfen. Auch im laufenden rechnet der Manager nicht mit einer kurzfristigen Erholung. 2026 werde voraussichtlich ein weiteres Übergangsjahr. 

Chinesischer Verbundstandort in Zhanjiang braucht Zeit

Auch beim neuen Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang, der mit Investitionen von 8,7 Milliarden Euro jüngst in Betrieb genommen wurde, rechnet Kamieth mit Anlaufzeit: Im ersten Betriebsjahr werde ein leicht negativer Ergebnisbeitrag erwartet. Dies liege vor allem an den Kosten für das Anfahren. Ab 2027 werde dann mit einem positiven Beitrag gerechnet. Rund 1.000 Menschen wurden laut BASF an dem neuen Standort in China eingestellt. 

Als Ziel für das laufende Jahr nimmt sich BASF ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie Sondereinflüssen zwischen 6,2 Milliarden und 7,0 Milliarden Euro vor. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war dieser Wert zum Vorjahr um 686 Millionen Euro auf 6,6 Milliarden Euro zurückgegangen.

Der Umsatz bei BASF schrumpfte 2025 um knapp drei Prozent im Jahresvergleich auf knapp 59,7 Milliarden. Unter dem Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn von 1,3 Milliarden auf 1,6 Milliarden Euro. Dazu trug unter anderem ein Sonderertrag aus dem Verkauf des Geschäfts mit Bautenanstrichmittel an den US-Konzern Sherwin-Williams bei. Die Dividende für die Aktionäre soll unverändert bei 2,25 Euro je Anteil liegen.

dpa
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