Wärmepumpen-Boom im Osten reicht noch nicht für die Klimaziele
- In Sachsen wurden 2025 deutlich mehr Wärmepumpen gefördert, weil viele alte Heizungen ersetzt werden müssen und der Bund bis zu 70 Prozent der Kosten übernimmt.
- Der positive Trend reicht aber nicht für die Klimaziele – nötig seien mehr Sanierungen und klare gesetzliche Rahmenbedingungen.
- Mehr Wärmepumpen erfordern laut Energieagentur vor allem eine ausreichende Strominfrastruktur und klare Wärmeplanung.
Ja, ihre neue Wärmepumpe wird gefördert. Diese Nachricht haben 2025 in Sachsen deutlich mehr Haushalte bekommen als im Vorjahr – ein Plus von 70 Prozent.
Denis Schneiderheinze, Energiereferent bei der Verbraucherzentrale Sachsen, wundert das nicht: "Viele Heizungen wurden kurz nach der Wende in den frühen Neunzigern verbaut. Das führt dazu, dass viele über 30 Jahre alt sind. Das hat die Konsequenz, das für viele Verbraucher wenig Wahl besteht, sich um eine neue Heizung kümmern zu müssen, weil die Alte nicht mehr lange funktionieren wird."
Und die Wärmepumpe sei eben eine gute Wahl, weil sie sich effizient einsetzen lasse, sagt Schneiderheinze. "Zum Teil auch in Gebäuden im Bestand, wo man das erst mal gar nicht annehmen würde. Dazu kommen attraktive Förderbedingungen." Bis zu 70 Prozent der Kosten übernimmt der Bund.
Trend nicht ausreichend für Klimaziele
Sven Fischer, Geschäftsführer des Fachverbands Sanitär, Heizung, Klima Sachsen, freut sich über den Wärmepumpentrend. Er sagt aber auch, dass die konjunkturelle Situation in seinem Gewerk aktuell nicht die beste sei. "Insofern verfällt keiner in Euphorie."
Sprich: Es könnte mehr sein oder – wie er sagt – es müsste sogar mehr sein, wenn Deutschland seine Klimaziele auch im Wohnungsbereich erreichen wolle. In Sachsen müssten über 40.000 Heizanlagen saniert werden. Dort wurden 2025 aber nur 11.400 neue Wärmepumpen installiert.
Fischer wünscht sich, dass der positive Trend anhält. Doch dafür bräuchte es Klarheit – vor allem beim Gebäudeenergiegesetz: "Es reicht nicht aus, anzukündigen, dass man ein Gesetz abschaffen will und Gesetze neu machen will. Man muss es auch tun. Das ist wichtig, um den Verbrauchern Sicherheit zu geben." Und um ein klares Ziel festzulegen mit entsprechender Förderkulisse, so Fischer.
Wärmeplanung der Politik
Ja, es müssten noch mehr Wärmepumpen sein, um die Klimaziele zu erreichen. So sieht das auch Uwe Kluge von der Sächsischen Energieagentur. Dafür brauche es neben grünem Strom aber auch die Infrastruktur. Zwar sei es unter aktuellen Gegebenheiten für einzelne Häuser möglich, aber: "Wenn plötzlich ein kompletter Straßenzug, der einen Gaskessel hat, auf eine Wärmepumpe umsatteln wollen würde, dann würde das nur funktionieren, wenn die elektrische Infrastruktur dazu in der Lage ist, das zu leisten", sagt Kluge.
Deswegen ist für ihn das Thema Wärmeplanung ganz entscheidend. Mitte des Jahres müssen Großstädte veröffentlichen, wo Fernwärme-Netze entstehen sollen und wo dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen vorgesehen sind.
Wenn die alte Heizung nicht gerade kaputt ist und akuter Handlungsbedarf besteht, rät Kluge von der Sächsischen Energieagentur auf die Ergebnisse der Wärmeplanung zu warten. Ist die veröffentlicht, könnte das womöglich nochmal zu einem Schub bei den Wärmepumpen führen.
Wer eher umrüsten will oder muss, sollte sich unbedingt vorher bei seinem Stromversorger informieren, ob der Anschluss überhaupt möglich ist.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke