• MDR-Wirtschaftsexperte Ralf Geißler zufolge könnte es schwer werden, die Gasspeicher in Deutschland bis zum Herbst wieder zu füllen.
  • Der besonders kalte Winter sorgte für einen hohen Gasverbrauch in Deutschland.
  • Eine nationale Gasreserve, die immer wieder im Gespräch ist, könnte zu höheren Kosten für Verbraucher führen.

MDR-Wirtschaftsexperte Ralf Geißler befürchtet Schwierigkeiten, die deutschen Gasspeicher bis zum Herbst wieder auf die gesetzlich vorgegebenen 80 Prozent zu füllen. Er sagte MDR AKTUELL, Grund dafür sei nicht etwa der Gaspreis, denn der würde auf dem Weltmarkt gerade sinken. Vielmehr gerate man mit den technischen Möglichkeiten an seine Grenzen. "Die Nord-Süd-Leitung, die war zuletzt schon am Limit. Und wenn man jetzt sagt, die Speicher müssen wieder aufgefüllt werden, kann es eben passieren, dass man das gar nicht schafft."

Niedrige Gas-Füllstände: Grüne zitieren Reiche in Ausschuss

Aktuell sind die Gasspeicher in Deutschland nur noch zu 24 Prozent gefüllt – weniger, als es die gesetzlichen Vorgaben (30 Prozent zum 1. Februar) verlangen. Die Grünen werfen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) deshalb Untätigkeit vor und haben für Dienstag zu einer Sondersitzung des Wirtschafts- und Energieausschusses geladen.

Die Bundesnetzagentur hatte die Versorgungslage kürzlich dagegen als stabil bezeichnet. Auch Union und SPD im Bundestag weisen Warnungen der Grünen-Fraktion vor einem drohenden Gasmangel in Deutschland zurück.

Kalter Winter sorgt für hohen Gasverbrauch

Auch MDR-Wirtschaftsexperte Ralf Geißler bezeichnet die aktuellen Gasspeicherstände als "zu wenig". Aufgrund des kalten Winters sei der Gasverbrauch hoch. "Dann war die Ostsee stellenweise zugefroren und das hat dazu geführt, dass LNG-Tanker mit Flüssiggas in Rügen nicht so ohne weiteres anlanden konnten." Außerdem seien die Speicher bereits vor dem Winter nicht voll gewesen.

Nationale Gasreserve ist Kostenfrage

Im Gespräch ist deshalb immer wieder eine nationale Gasreserve, ähnlich der nationalen Erdölreserve. Diese sichert die Versorgung für maximal 90 Tage, sollte es zu einem Engpass kommen. "Man muss sich aber klarmachen: Das kostet am Ende Geld, das der Steuerzahler oder der Gaskunde mitbezahlen muss", so Geißler.

Deswegen sei es am Ende immer eine Abwägung, wie viel Sicherheit man sich erkaufen wolle oder ob es nicht doch ausreiche, wenn sich die Versorger an die gesetzlichen Vorgaben zu den Füllständen halten.

MDR (smk)

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