Deutschlands Gasspeicher Füllstand niedrig: Droht der Gasnotstand?
Deutschlands Gasspeicherstände sind aktuell historisch niedrig. Anfang Februar 2026 lagen die deutschen Gasspeicher nur bei rund einem Viertel ihrer Kapazität. Einen derart niedrigen Füllstand zu diesem Zeitpunkt der Heizperiode hat es in Deutschland bislang nicht gegeben.
Das erhöht das Risiko für Versorgungsengpässe und Preissprünge. Zwar versichern Bundesregierung und Bundesnetzagentur, dass die Versorgung „bis zum Ende der Heizsaison“ als gesichert gilt.
Ökonomen und Branchenverbände aber warnen: Ein sehr langer Kälteeinbruch oder Störungen bei LNG‑Lieferungen oder Pipelines könnten die Lage schnell verschärfen.
So hoch ist der Gasspeicherfüllstand aktuell
Aktuelle Modellrechnungen der Initiative Energien Speichern (INES) zeigen, dass die Speicher im Szenario eines weiterhin extrem kalten Winters bis auf sehr niedrige einstellige Werte sinken könnten.
Aktuell sind die deutschen Gasspeicher nur zu rund einem Viertel bis gut einem Drittel gefüllt und damit deutlich leerer als Anfang 2025, als die Füllstände je nach Stichtag eher zwischen etwa einem Drittel und deutlich über 50 Prozent lagen.
Der niedrigere Stand 2026 hat mehrere Ursachen: Deutschland ist schon mit geringeren Reserven in die Heizperiode gestartet. Vor allem, weil die Speicher vor Winterbeginn nicht so konsequent aufgefüllt wurden wie in den Jahren 2022 bis 2024.
Hinzu kommt ein insgesamt kälterer Winter 2025/26 mit längeren Kältephasen, der den Verbrauch erhöht und zu stärkerer Leerung der Gasspeicher geführt hat, sodass das Niveau nun klar unter dem des Vorjahres liegt.
Droht der Gasnotstand?
Trotz der historisch niedrigen Speicherstände sehen Bundesregierung und Bundesnetzagentur derzeit keinen akuten Gasnotstand: Nach ihrer Einschätzung ist die Versorgung bis zum Ende der Heizperiode weiterhin gesichert. Vor allem, weil Deutschland zusätzliches Gas importiert – in erster Linie LNG und norwegisches Pipelinegas.
Kritischer wird es jedoch, je näher die Speicher an die technische Schwelle von etwa 20 Prozent heranrücken. Ab diesem Punkt sinkt die Entnahmeleistung und einzelne Engpässe werden wahrscheinlicher – insbesondere bei einem weiteren Kälteeinbruch oder Störungen im Import.
Auch wenn kein unmittelbarer Gasnotstand droht, ist die Lage strukturell angespannt: weniger Puffer in den Speichern, stärkere Abhängigkeit von Importen und dadurch größere Anfälligkeit für Wetterextreme und Marktstörungen.
Was würde passieren, wenn sich die Lage weiter zuspitzt?
Hier greift der Notfallplan Gas der Bundesregierung. Er basiert auf einer EU‑Verordnung und regelt, wie die Gasversorgung in Krisenzeiten abgestuft gesichert werden soll. Der Plan kennt drei Eskalationsstufen: Frühwarnstufe, Alarmstufe und Notfallstufe.
In der Frühwarnstufe tritt ein Krisenteam im Bundeswirtschaftsministerium zusammen, Versorger und Netzbetreiber melden engmaschig Daten und sollen eigenverantwortlich alles tun, um die Lage zu stabilisieren – der Staat greift hier noch nicht direkt in die Lieferverträge ein. Diese Frühwarnstufe gilt seit dem 1. Juli 2025. Zuvor galt seit Juni 2022 die Alarmstufe.
In der Alarmstufe bleiben Marktmechanismen grundsätzlich erhalten, aber die Lage gilt als deutlich verschärft: Unternehmen und Haushalte werden verstärkt zum Sparen aufgerufen, und es werden zusätzliche Beschaffungs-, Einspar- und Umstellungsmaßnahmen vorbereitet.
Erst in der Notfallstufe greift der Staat direkt in die Gasverteilung ein: Die Bundesregierung ruft sie per Verordnung aus, wenn eine außergewöhnlich hohe Nachfrage, schwere Versorgungsstörung oder eine andere erhebliche Verschlechterung der Lage vorliegt.
Dann übernimmt die Bundesnetzagentur als sogenannte Bundeslastverteilerin die Steuerung. Industriebetriebe können in einer festgelegten Reihenfolge gedrosselt oder abgeschaltet werden, während „geschützte Kunden“ so lange wie möglich weiter beliefert werden sollen – insbesondere private Haushalte, Krankenhäuser und kritische Infrastruktur.
Quellen: Bundesnetzagentur, Bundeswirtschaftsministerium, INES
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