Deutsche Exporte mit stärkstem Anstieg seit vier Jahren – trotzdem „fehlen klare Signale“
Für die deutschen Exporteure hat das von höheren US-Zöllen und zunehmender Konkurrenz aus China geprägte Jahr 2025 ermutigend geendet. Ihre Ausfuhren wuchsen im Dezember um 4,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 133,3 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das ist der größte Zuwachs seit Oktober 2021.
Das kommt überraschend: Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Plus von 1,0 Prozent gerechnet. Im November hatte es mit 2,5 Prozent den stärksten Rückgang seit rund anderthalb Jahren gegeben.
2025 insgesamt legten die Warenexporte um 0,9 Prozent auf rund 1563 Milliarden Euro zu. Die Importe stiegen um 4,3 Prozent auf 1362,5 Milliarden Euro. Die Außenhandelsbilanz schloss mit einem Exportüberschuss von gut 200 Milliarden Euro ab. China löste im vergangenen Jahr mit einem Außenhandelsumsatz (Exporte + Importe) von 251,8 Milliarden Euro die USA als wichtigsten Handelspartner ab, die auf 240,5 Milliarden Euro kamen.
Die meisten Ausfuhren gingen im Dezember erneut in die USA. Dorthin wurden deutsche Waren im Wert von 11,8 Milliarden Euro geliefert. Das waren 8,9 Prozent mehr als im November, obwohl die von Präsident Donald Trump eingeführten hohen Zölle die Nachfrage nach Waren „Made in Germany“ belasten.
Das deutsche China-Geschäft wuchs ebenfalls: Die Ausfuhren in die Volksrepublik nahmen um 10,7 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro zu. Die Exporte in die EU-Staaten stiegen um 3,1 Prozent auf 75,3 Milliarden Euro.
Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich zu Jahresbeginn aufgehellt. Das Barometer für die Exporterwartungen stieg im Januar auf minus 1,2 Punkte, von minus 3,0 Zählern im Dezember, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter Managern mitteilte. „Auch wenn die Unternehmen weniger skeptisch bezüglich ihrer Auslandsgeschäfte sind, bleibt die Unsicherheit hoch“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Für das erste Quartal 2026 fehlen klare Signale für einen Aufwärtstrend.“
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