Wie der Kanzler seinen Kindern erklärt hat, was eine Aktie ist
Finanzbildung fehlt in vielen Schulen und Familien. Friedrich Merz (CDU) plädiert deshalb für eine bessere Ausbildung junger Menschen in diesem Bereich. Bei einer Veranstaltung der Deutschen Börse in Eschborn erzählte der Kanzler, wie er selbst seine Kinder an das Thema herangeführt hat. Nachdem ihn seine jüngste Tochter bei einem Spaziergang der Familie einmal gefragt habe, was eine Aktie sei, habe er das nicht nur erklärt, sagte Merz.
Als sie wieder Zuhause waren, habe er mit allen drei Sprösslingen ein virtuelles Depot angelegt. Darin habe er einen Teil seines eigenen Depots abgebildet. Seine beiden Töchter und der Sohn hätten – gegen Taschengeld – an der realen Rendite partizipieren dürfen. "Meine Kinder hatten plötzlichen einen Zugang zu diesem Thema – und obwohl die Jüngste Medizinerin geworden ist, liest sie heute immer noch das Handelsblatt", sagte Merz vor hunderten Finanzexperten.
Kinder über Aktien informieren
"Sie müssen mit den Kindern reden und versuchen, das zu erklären. Und bitte machen Sie das nicht nur mit ihren eigenen Kindern", appellierte Merz. "Gehen Sie in die Schulen Ihrer Kinder und reden Sie mal mit den anderen Kindern und vor allem den Lehrern, und erklären Sie, was Sie hier machen." Nur so könne die Zahl der Aktionäre in Deutschland vervielfacht werden.
Auf der Veranstaltung kündigte Merz außerdem einen Paradigmenwechsel bei der Rente an. Treiber dabei soll die künftige private kapitalgedeckte Altersvorsorge sein, deren Reform Mitte des Jahres beschlossen und ab kommendem Jahr in Kraft treten soll. "14 Millionen Aktionäre sind es schon mal. Wenn es am Ende dieser Wahlperiode 28 Millionen sind, dann haben wir einen Erfolg", sagte Merz.
Mit dem geplante Altersvorsorgedepot sollen künftig die Bürgerinnen und Bürger staatlich gefördert über aktive und passive Fonds, also ETFs, am Kapitalmarkt aktiv werden. Merz erwartet dadurch einen Wachstumsschub an der Börse, der zu einem Vermögenszuwachs in der Bevölkerung und gleichzeitig zu einer besseren Finanzierung der gelisteten Unternehmen führt.
Der Haken sei jedoch, dass viele Menschen dem Kapitalmarkt skeptisch gegenüberstehen: "Der Aktienmarkt wird immer noch von viel zu vielen Menschen in Deutschland als Zockerbude bezeichnet." Dabei habe der fortwährende Ruf nach einer Kapitalgarantie in der Vergangenheit Produkte der privaten und betrieblichen Altersvorsorge kaputt gemacht. Nun müsse die Gesellschaft mal wieder lernen, ein bisschen mit Risiken umzugehen.
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