Urlaub an der Ostsee im Winter - mehr als nur bloße Nebensaison
Inhalt des Artikels:
- Ganzjährig geöffnete Hotels, auch um Mitarbeiter zu halten
- Gemeinden wollen Nebensaison attraktiver machen
- Die meisten Usedom-Besucher sind aus Sachsen
Ganzjährig geöffnete Hotels, auch um Mitarbeiter zu halten
Der Wintertourismus auf Usedom hat in den letzten zehn Jahren deutlich zugelegt, seit der Nebensaison 2015/16 sind die Übernachtungen um 14 Prozent gestiegen. Das zeigen Zahlen des Landesamts für innere Verwaltung von Mecklenburg-Vorpommern. Viele Hoteliers haben nun ganzjährig ihre Unterkünfte für Besucher geöffnet, auch wenn sich das noch lange nicht rechnet. Ein Grund ist auch hier der Fachkräftemangel. "Der Winter ist auf keinen Fall kostendeckend. Wir haben im Winter eine durchschnittliche Auslastung von 30 bis 40 Prozent", erklärt Krister Hennige, Regionalvorsitzender vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Ostvorpommern und selber Hotelier.
Der Winter ist auf keinen Fall kostendeckend.
"Wir erarbeiten im Sommer viel Geld, nutzen es aber, um im Winter, in der Zeit, wo eben nicht die Nachfrage ist, die Mitarbeiter zu halten", sagt er. Früher seien die Mitarbeiter ein oder zwei Monate nach Hause geschickt worden, wie er erklärt. "Das ist schon lange nicht mehr so. Sie wollen durchgängig dabei sein", so Hennige. Schon deswegen sei man ganzjährig für die Gäste da.
Gemeinden wollen Nebensaison attraktiver machen
Für viele Hotels ist der Winter also keine Option, sondern längst eine Notwendigkeit, um über das ganze Jahr zu kommen. Auch die Gemeinden investieren, um die Nebensaison attraktiver zu machen.
In Zinnowitz gibt es seit dieser Saison eine Eisbahn. Sie soll auch mehr Gäste anlocken. Aber das kostet auch viel Geld. "Die Grundkosten über die knapp drei Monate, die wir die Eisbahn stehen haben, liegen bei rund 60.000 Euro", sagt Carsten Nichelmann dem MDR-Magazin Umschau. Er ist der Leiter des Eigenbetriebs Kurverwaltung der Gemeinde Ostseebad Zinnowitz. Er geht davon aus, dass mit den Unterhaltungskosten bis zu 75.000 Euro an Gesamtinvestitionskosten für diesen Winter zusammenkommen werden.
In Koserow will die Kurverwaltung auch mit dem Neubau einer öffentlichen Toilette punkten. 500.000 Euro hat die Gemeinde dafür eingeplant. "Toiletten gehören zum Aushängeschild einer Gemeinde", sagt Kurdirektorin Nadine Riethdorf. Schließlich werden sie von Strandgästen, Besuchern von Kulturprogrammen und von Gästen, die auf dem Radweg unterwegs sind, genutzt.
Zugute kommt der Toiletten-Neubau auch Besuchern der neuen Seebrücke, die für rund sieben Millionen Euro gebaut und erst im Sommer 2021 eröffnet wurde. "Insbesondere in den Wintermonaten werden natürlich Gemeinden mit einer schönen Promenade oder mit einer schönen Seebrücke und einer gewissen Infrastruktur eher gebucht", zeigt sich Kurdirektorin Nadine Riethdorf sicher.
Toiletten gehören zum Aushängeschild einer Gemeinde.
Die meisten Usedom-Besucher sind aus Sachsen
Was die Herkunft der Gäste auf Usedom angeht, liegt eine Region ganz klar vorn. "Die Sachsen stellen jeden fünften Besucher auf der Insel", sagt Michael Steuer, Geschäftsführer der Usedom Tourismus GmbH dem MDR-Magazin Umschau. "Und wenn ich alle neuen Bundesländer hinzurechne, dann sind wir bei ungefähr 75 Prozent", fügt er hinzu. Viele der Besucher sind wohl einfach inselverliebt und Usedom sehr treu. Oft waren sie schon als Kind zu DDR-Zeiten da — und kommen jedes Jahr wieder.
Und gerade besonders ist aktuell der Schnee am Strand vielerorts. Das gibt es nicht jedes Jahr und ist noch eine Attraktion mehr - als maritimes Winterwunderland.
MDR (cbr)
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