"Die Welt aus Markranstädt": Räthgloben auf der Nürnberger Spielwarenmesse
"In jeden Haushalt gehört ein Globus", sagt Geschäftsführer Thomas Härtel mit einem Lachen. Schließlich sei ein Globus nicht nur Informationsträger, sondern auch ein Deko-Objekt. Seit 18 Jahren leitet Härtel das Unternehmen Räthgloben 1917 Verlag, das in Markranstädt weltweit bekannte Weltkugeln produziert.
Für Härtel ist klar: "Nichts ersetzt einen Globus." Karten – ob auf Papier oder auf dem Smartphone – seien immer nur zweidimensional und dadurch zwangsläufig verzerrt. "Wenn man die Kugelprojektion aufs Flache bringt, sieht Grönland dreimal so groß aus wie in Wirklichkeit. Nur an einem Globus erkennt man die tatsächlichen Größenverhältnisse und Entfernungen", erklärt er.
Viele der Globen werden von der italenischen Mutterfirma Tecnodidattica maschinell produziert, handgefertigt wird nur noch in Markranstädt.Bildrechte: MDR/Max ZaczekGroße Vielfalt – vom Kinderglobus bis zum Designobjekt
Das Sortiment des Unternehmens ist vielfältig: Der kleinste Globus misst gerade einmal 11 Zentimeter, der größte 128 Zentimeter im Durchmesser. Dazu kommen Designmodelle in verschieden Farben, antik gestaltete Ausführungen, Globen mit Sternbildern sowie Modelle für Kinder, die mit Tier- oder Gebäude-Illustrationen arbeiten.
Doch selbst ein traditionsreiches Produkt wie der Globus entwickelt sich weiter. Immer stärker werden digitale Elemente integriert – einige Modelle können sogar sprechen. Ähnlich wie bei Tip-Toy-Büchern liefern Hörstifte zusätzliche Informationen. "Es gibt Modelle, die sich mit Smartphone oder Tablet verbinden lassen. Über eine kostenlose App erfährt man dann mehr über Tiere, Bauwerke oder die Besonderheiten eines Landes", so Härtel. Genau solche innovativen Modelle zeigt Räthgloben auf der weltweit größten Spielwarenmesse in Nürnberg.
Nur an einem Globus erkennt man die tatsächlichen Größenverhältnisse und Entfernungen.
Das Sortiment von Räthgloben ist groß, auch solche Kindergloben mit Tieren gehören dazu.Bildrechte: MDR/Max ZaczekTraditionelles Handwerk – fast eine aussterbende Kunst
Viele Globen des Sortiments stammen von der italienischen Mutterfirma Tecnodidattica und werden maschinell gefertigt. In Markranstädt aber lebt die traditionelle Handarbeit weiter. Hier wird kaschiert, geklebt und angepasst. "Es gibt nur noch wenige Firmen, die dieses Know-how besitzen. Diese Technik ist fast am Aussterben. Wir geben unser Bestes, sie zu bewahren", betont Härtel.
Diese Technik ist fast am Aussterben. Wir geben unser Bestes, sie zu bewahren.
Rund 1.500 handkaschierte Globen entstehen so jedes Jahr, gefertigt von Härtel und drei Mitarbeiterinnen. Manche davon sind echte Unikate, individuell nach Kundenwunsch gestaltet. Ein besonders schönes Beispiel: Ein Kunde, der mit einem Kreuzfahrtschiff um die Welt gereist war, ließ sich seine Route inklusive aller Häfen auf einem Globus verewigen.
Ein Nischenprodukt – außer zu Weihnachten
Trotz der großen Vielfalt bleibt der Globus ein Nischenprodukt. Nur zu Weihnachten boome der Absatz: Fast die Hälfte des Jahresumsatzes werde im Weihnachtsgeschäft erzielt.
MDR (mza/kbe)
Weiterführende Links
- 28. August 2025Seiffen: Warum Spielzeugmacher aus ganz Europa ins Erzgebirge kommenmit Video
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke