Kaufprämie: Kommt die Rabattschlacht bei E-Autos?
- Mit der Förderung sind einige Elektroauto-Modelle schon sehr günstig zu haben. Auch deutsche Hersteller wollen bald mehr auf einsteigerfreundliche Preise setzen.
- Der Druck für die Hersteller, Rabatte anzubieten, kommt auch aus der Politik: Die CO2-Flottengrenzwerte müssen eingehalten werden.
- Bei steigender Nachfrage kann sich das Preisniveau für Elektroautos weiter verringern.
Mit der vollen Förderung ist das günstigste E-Auto auf dem Markt tatsächlich für knapp 6.000 Euro zu haben. Doch der Spring aus dem Hause Dacia ist noch eine Ausnahme. Ob Hyundai, Citroen, MINI oder Renault: Die preiswerteren Modelle liegen sonst um die 20.000 bis 25.000 Euro.
Auch deutsche Hersteller wollen mehr günstige Einsteigermodelle anbieten
Davon ab geht dann die Prämie und auch Rabatte, die viele Hersteller ohnehin gewähren, erklärt Imelda Labbé, Präsidentin des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller: "Wenn man die zusammenaddiert kann daraus ein wirklich sehr interessanter Vorteil für den Kunden entstehen und wir gehen auch davon aus, dass sich diese Vorteile im Markt dann auch manifestieren."
Labbé rechnet damit, dass sich die Preise noch bewegen werden. Durch die Einkommensgrenze würden besonders günstigere Einsteigermodelle interessant. Die kommen aktuell vor allem aus dem europäischen Ausland und China.
Aber auch die deutschen Hersteller wollen mehr preiswerte Modelle anbieten, sagt Simon Schütz vom Verband der Automobilindustrie: "Da gibt es ja auch Hersteller – deutsche Hersteller – die angekündigt haben, dass in den nächsten zwei Jahren sowohl Modelle für unter 25.000 als auch unter 20.000 Euro auf den Markt kommen."
Rabatt-Druck aus der Politik: Hersteller müssen Flottengrenzwerte einhalten
Der Druck, deutlich mehr E-Autos zu verkaufen, ist für alle Hersteller groß: Sie müssen die sogenannten EU-Flottengrenzwerte für CO2 einhalten – es drohen Strafzahlungen in Milliardenhöhe. Deshalb nehmen die Autobauer womöglich auch Einbußen in Kauf.
Forscherin und Automobilmarkt-Expertin Beatrix Keim glaubt, dass es noch weitere Rabattaktionen geben wird: "Denn auf diese Weise kann man tatsächlich auch diese Kunden, die im unteren Bereich des zu versteuernden Jahreseinkommens sind, auch animieren, sich vielleicht doch eher für einen Neuwagen zu interessieren – gerade in einem neuen Technologiebereich, wo man doch vielleicht sagt: Naja, wenn ich diese Mythen glauben würde, die es über E-Autos gibt oder Gebrauchtwagen im E-Bereich, dann nehme ich lieber einen Neuwagen."
Steigende Nachfrage kann zu positiver Preisentwicklung für Verbraucher führen
Ihr Fachkollege, der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer, zeigt sich da weniger optimistisch. Er befürchtet eher, dass Hersteller ihre eigenen Rabatte reduzieren könnten.
Die vermeintliche Ersparnis könne dann leicht zum Trugschluss werden: "Diese Zahl klingt gut, aber wenn man es genau nachrechnet, kann es durchaus sein, dass es weniger Rabatt ist, als sie in der Vergangenheit gegeben haben. Also das sind manchmal Angebote, die Kunden lächeln lassen sollen und Kunden neugierig machen, aber nicht immer besser sind als das, was es gestern oder vorgestern gab."
Vom Verbraucherzentrale Bundesverband heißt es, man hätte zwar lieber eine Preisgrenze für die E-Autos gehabt, so Ann-Cathrin Beermann, aber die generelle Preisentwicklung könnte für die Käuferinnen und Käufer trotzdem positiv sein: "Es bleibt zu hoffen, dass die Neuwagenpreise langfristig sinken werden, einfach weil die Nachfrage steigt und das in der Regel auch zu einer positiven Entwicklung im Angebot führt."
Das hilft aber vor allem wieder den mittleren und hohen Einkommen. Für die Haushalte mit niedrigem Einkommen bleibe die Hürde weiterhin hoch.
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