CO2-Preis steigt 2026: Wird Heizen und Tanken damit teurer?
- Für den CO2-Preis hat die Bundesregierung bisher immer einen Wert festgelegt. Ab diesem Jahr soll der Preis je nach Nachfrage schwanken.
- Im Fall von Erdgas könnte sich das Heizen um jährlich ein Prozent verteuern.
- Auch wenn der Preis nun flexibler ist, können Versorger an anderer Stelle die Kosten reduzieren. Perspektivisch wird fossiles Tanken und Heizen in Zukunft trotzdem immer teurer werden.
Benzin, Diesel, Erdgas, Heizöl: Wer mit fossilen Brennstoffen Auto fährt oder heizt, muss für die klimaschädlichen Emissionen zahlen.
CO2-Preis schwankt künftig nach Nachfrage
Der CO2-Preis steigt auch 2026. Aber die Bundesregierung legt nicht mehr einen Wert fest – wie zuletzt 55 Euro pro Tonne CO2. Christian Handwerk von der Verbraucherzentrale NRW erklärt die Änderung genauer: "Ab diesem Jahr wird das CO2 fürs Heizen und an der Tankstelle keinen festen Preis mehr haben, so wie es in den letzten Jahren war, sondern in einer Preisspanne – zwischen 55 und 65 Euro je nach Angebot und Nachfrage landen."
Unternehmen, die mit Brennstoffen handeln wollen, müssen dann CO2-Zertifikate ersteigern. Voraussichtlich ab Juli soll es einmal pro Woche Auktionen an der Leipziger Energiebörse geben. Daraus ergibt sich dann der genaue Preis pro Tonne. Daher ist auch schwer zu sagen, um wie viel der Preis am Ende für die Verbraucher steigt.
Beispiel Erdgas: Erhöhung um etwa ein Prozent wahrscheinlich
Geht man von einem Mittelwert von 60 Euro pro Tonne aus, würde sich der Preis beim Erdgas um etwa ein Prozent erhöhen, rechnet Verbraucherschützer Handwerk ein Beispiel vor: "Der CO2-Preis beim Erdgas, dem häufigsten Energieträger für unsere Wohngebäude nach wie vor, macht derzeit ungefähr 1,1 Cent pro Kilowattstunde aus. Wenn jetzt eine vierköpfige Familie in einem Mehrfamilienhaus auf 85 Quadratmetern wohnt, könnten die etwa 10.000 Kilowattstunden im Jahr brauchen. Dann wären das 110 Euro pro Jahr und steigen würde das Ganze dann um weitere 10 Euro."
Andere Einsparungen: Heizkosten steigen nicht zwingend
Je größer der Gasverbrauch, desto höher sind natürlich auch die zusätzlichen Kosten für CO2. Doch auch wenn diese auf die Kunden umgelegt werden, heißt das nicht automatisch, dass die Heizkosten insgesamt steigen.
So hat beispielsweise einer der größten Versorger in Mitteldeutschland, MITGAS, den Erdgas-Preis zu Jahresbeginn gesenkt. Zwar steige der CO2-Preis, dafür entfalle die Gasspeicherumlage und andere Kosten hätten gesenkt werden können.
Unternehmen: Schlechte Planbarkeit durch Schwankungen
Nicht nur Verbraucher, auch Unternehmen treibt der CO2-Preis um, berichtet Yannick Dederichs, Referatsleiter Energie bei der Industrie- und Handelskammer Dresden: "Die größte Befindlichkeit ist tatsächlich das Thema Planbarkeit, dass eben nicht mehr ganz klar ist, um wie viel es am Ende steigen wird, weil wir diese Spanne haben. Das heißt, man weiß nicht genau, wie man in die Kalkulation gehen kann. In der Regel wird das ja dann auch auf Produkte umgelegt."
EU-Emissionshandel: Fossiles Heizen dürfte immer teurer werden
Die Unternehmen müssten Dederichs zufolge auch lernen, mit dem Zertifikatshandel umzugehen und ihn in ihre Berechnungen einzupreisen. Denn bald sollen die Zertifikate europaweit und ohne Preisgrenzen gehandelt werden.
Die Verbraucherzentrale und andere Experten gehen deshalb davon aus, dass Heizen mit Öl und Gas in den nächsten Jahren immer teurer wird.
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