Verschwundener Oscar ist wieder aufgetaucht
Der russische Filmemacher Pawel "Pasha" Talankin (35) kann aufatmen: Nachdem seine Oscar-Statue, die er im März für den Film "Ein Nobody gegen Putin" erhalten hatte, nach einem Flug von New York nach Frankfurt zwischenzeitlich als verschwunden galt, wurde die Trophäe nun wiedergefunden.
Wie die Lufthansa gegenüber "Deadline" mitteilte, befinde sich der Oscar inzwischen "sicher in unserer Obhut in Frankfurt". Man stehe bereits in direktem Kontakt mit Talankin, um ihm die Statue schnellstmöglich persönlich zurückzugeben. Zugleich entschuldigte sich das Unternehmen für die Unannehmlichkeiten und kündigte eine interne Untersuchung an.
Er durfte den Oscar nicht mit ins Handgepäck nehmen
Der Vorfall nahm bereits am Flughafen in New York seinen Anfang: Mitarbeitende der Transportation Security Administration (TSA) untersagten Talankin am JFK-Airport, den rund 3,8 Kilogramm schweren Goldjungen mit in die Kabine zu nehmen. Die Begründung: Die Trophäe könne als potenzielle Waffe dienen.
Für den Regisseur war das nicht nachvollziehbar - schließlich sei er bereits mehrfach mit dem Oscar geflogen, ohne je auf Probleme gestoßen zu sein.
Laut Talankin versuchten Mitarbeitende von Lufthansa vor Ort, eine Lösung zu finden. So sei angeboten worden, die Statue persönlich bis zum Gate zu begleiten oder sie während des Flugs im Cockpit aufzubewahren. Beide Vorschläge wurden jedoch von der TSA abgelehnt. Am Ende blieb nur die Aufgabe als Gepäckstück. Da Talankin keinen passenden Koffer hatte, wurde der Oscar in einen Karton verpackt und zusätzlich mit Luftpolsterfolie gesichert.
Kurzzeitig spurlos verschwunden
Nach der Landung in Frankfurt folgte jedoch der nächste Schock: Die Box mit der Trophäe war zunächst nicht auffindbar. Gemeinsam mit Produzentin Robin Hessman versuchte Talankin, den Verbleib zu klären - zunächst ohne Erfolg.
Auch Regisseur David Borenstein äußerte öffentlich Kritik an dem Umgang mit dem Filmemacher und stellte in einem Instagram-Post die Frage, ob ein prominenter Hollywood-Star ähnlich behandelt worden wäre. In sozialen Netzwerken sorgte der Vorfall für zahlreiche empörte Reaktionen.
Der Film "Ein Nobody gegen Putin", bei dem Talankin gemeinsam mit David Borenstein Regie führte, erzählt eine sehr persönliche Geschichte: Als Lehrer in einer russischen Kleinstadt widersetzt sich Talankin staatlichen Vorgaben, nach Beginn des Ukraine-Kriegs eine nationalistische und militaristische Ideologie im Unterricht zu verbreiten. Der Film dokumentiert, wie er dadurch vom geschätzten Pädagogen zur unerwünschten Person wird und schließlich ins Exil gehen muss. Bei den diesjährigen Oscars wurde das Werk als "Bester Dokumentarfilm" ausgezeichnet.
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