Marteria erzählt im Interview, wie sein Sohn die "Zum Glück in die Zukunft"-Albumtrilogie prägte und was er nach der Tour plant.

Marteria (43) veröffentlicht am 17. April sein neues Album "Zum Glück in die Zukunft III". Damit schließt sich ein Kapitel, das er vor 16 Jahren mit "Zum Glück in die Zukunft" startete. 2014 setzte er die Trilogie mit dem zweiten Teil fort, jetzt vervollständigt er sie. Geplant war das allerdings nicht. "Ich habe erst während der Arbeit an der Platte gemerkt, dass ich es 'Zum Glück in die Zukunft III' nennen will", erzählt er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news. Er habe erkannt, dass die neuen Songs so persönlich seien wie die der ersten Teile und deshalb perfekt in die Reihe passen.

Ein verbindendes Element zieht sich durch alle drei Alben: sein Sohn. Schon 2010 widmete Marteria ihm den Song "Louis", 2014 folgte "Gleich kommt Louis", den er "kurz vor der Geburt im Kreißsaal" schrieb. Heute ist sein Sohn 18 Jahre alt, macht unter dem Künstlernamen Luzey Musik und ist erstmals auf einem Album seines Vaters zu hören. "Platz für uns beide" heißt das gemeinsame Lied. Es sei "ein maximal schönes Bild dafür, wie sich mit dem Album ein Kreis schließt und warum es wichtig war, es genau jetzt zu veröffentlichen".

"Die Welt sehnt sich nach einem Retter"

Die Trilogie markiert wichtige Meilensteine in seiner Karriere. Mit dem ersten Teil feierte er seinen Durchbruch, mit dem zweiten baute er auf den Erfolg auf. Spürte der 43-Jährige jetzt den Druck, daran anzuknüpfen? "Ich bin kein Typ, der sich einen krassen Druck macht", sagt Marteria. "Druck entsteht, wenn man versucht, einen Song zu schreiben, der alles abdeckt und allen gefällt." Angesichts der aktuellen Charts sei das nicht sein Ziel. Er besinne sich lieber auf das Hier und Jetzt zurück. "Ich habe gerade sehr viel Spaß, ich fühle mich sehr wohl in meinem Leben. Ich liebe mein Leben", so der Musiker.

Doch auch an ihm geht die derzeitige Weltlage nicht vorbei. "Es gibt viel Wahnsinn", sagt Marteria. "Die Welt sehnt sich nach einem Retter, sie braucht Menschen, die einander verbinden wollen statt alles zu zerstören." Von einer Weltuntergangsstimmung wolle er nicht sprechen. Dennoch sei es in der heutigen Zeit "eine große Kunst", nicht in der Krise unterzugehen. Ihm helfe es, trotzdem "die Schönheit und das Gute zu sehen und zu hoffen, dass irgendwann wieder die Vernunft einkehrt".

Verdrängen will der Rapper die Probleme nicht. Er sei viel unterwegs, "um die Welt zu verstehen". Nachdem Marteria von einer Reise nach Uganda und Kenia wiederkam, habe er die Probleme in Deutschland zunächst "nicht mehr ernst genommen" - rückblickend ein Fehler, wie er gesteht: "Man muss immer schauen, was in dem Land, in dem man Musik macht, falsch läuft."

Er freut sich auf eine emotionale Tour im Sommer

Im August bricht der Rapper zu einer Deutschlandtour auf, die er erstmals seit über zehn Jahren wieder unter dem "Zum Glück in die Zukunft"-Titel unternimmt. "Ich freue mich auf diese Reise durch vergangene Zeiten. Ich freue mich auf die Menschen und die vielen Emotionen", gibt er einen Ausblick. Für die Auftritte hat er bereits fleißig trainiert. "Ich habe zehn Kilo abgenommen. Ich fühle mich fit", erzählt Marteria.

Der Tourauftakt findet in seiner Heimatstadt Rostock statt, ein besonderer Ort für ihn. "Ich musste Rostock immer verteidigen. Viele haben die Stadt schlecht gemacht und vorverurteilt." Er habe seine Herkunft jedoch nie versteckt und sei stolz, dort aufzutreten. Mit der Show wolle er zudem Gutes bewirken. "Das Besondere an dem Konzert ist, dass ich 100.000 Euro von der Gage an soziale Projekte in Rostock spende", sagt er. Das Geld komme vielen Organisationen zugute - von Jugendclubs bis Sportvereinen.

Und wie geht es nach der Tour weiter? "Ich habe komischerweise viel Lust, Musik zu machen. Sonst mache ich ein Jahr Pause, nachdem ein Album rausgekommen ist. Aber ich schreibe gerade sehr viel und fühle mich frei. Ich kann machen, was ich will." Nach der "Zum Glück in die Zukunft"-Reihe wolle er "musikalisch neue Wege gehen" und mit seinem Sound experimentieren. "Es ist alles offen und darauf freue ich mich."

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