Mario Adorf ist tot. Der Schauspielstar, der während seiner Karriere auf so herrliche Art Schurken verkörperte, ist in Paris gestorben.

Trauer um Mario Adorf (1930-2026). Deutschlands Schauspiel-Legende, bekannt für die Verkörperung von Schurken, denen man nicht böse sein konnte, ist verstorben. Wie Adorfs Management sowie die Filmagentur Reinholz der "Bild"-Zeitung bestätigt haben, starb der Schauspieler am 8. April. Er ist demnach nach kurzer Krankheit am Mittwochvormittag in seiner Wohnung in Paris eingeschlafen. Adorf wurde 95 Jahre alt.

Seinem langjährigen Manager Michael Stark, der ihn noch vor kurzem besucht hatte, gab Mario Adorf laut "Bild" eine letzte Botschaft mit auf den Weg: Er bedankte sich bei seinem Publikum für die jahrzehntelange Treue.

Der Mann, der Schurken menschlich machte

Mario Adorf wurde am 8. September 1930 in Zürich als uneheliches Kind des italienischen Chirurgen Matteo Menniti und der deutschen Röntgenassistentin Alice Adorf geboren. Er wuchs im rheinland-pfälzischen Mayen auf, wo ihn seine unverheiratete Mutter großzog.

Schon während seiner Schauspielausbildung konnte Adorf seine erste Filmrolle ergattern, war ab 1954 in der Landser-Trilogie "08/15" zu sehen. Der eigentliche Durchbruch kam 1957. Seine Hauptrolle in Robert Siodmaks psychologischem Drama "Nachts, wenn der Teufel kam" brachte ihm den Bundesfilmpreis als bester Nachwuchsschauspieler ein - legte ihn aber auch für Jahre auf Schurken und harte Kerle fest.

Als mordlustiger Bandit Santer in "Winnetou 1. Teil" (1963) wurde er einem Millionenpublikum bekannt. In den 1970er Jahren entdeckten ihn die Regisseure des Neuen Deutschen Kinos - und mit ihnen bekam Adorf die Rollen, die ihn unsterblich machten. Als harter Polizist in Volker Schlöndorffs "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" (1975), als korrupter Baulöwe in Rainer Werner Fassbinders "Lola" (1981) und als Opportunist in Schlöndorffs oscarprämierter "Die Blechtrommel" (1979) brillierte er.

Er erhielt Zeit seines Lebens zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen, darunter den Bambi, die Goldene Kamera, den Deutschen Filmpreis, den Grimme-Preis, das Bundesverdienstkreuz und das Große Bundesverdienstkreuz.

Schriftsteller, Chansonnier, Ehrenmann

Adorf war jedoch stets mehr als ein Filmschauspieler. Als Chansonnier und Entertainer überzeugte er 1995 und 2001 mit seinen bundesweit ausverkauften Tourneen "Al Dente" und "Ciao!" Publikum und Kritiker gleichermaßen. 2019 verabschiedete er sich mit der Tournee "Zugabe" von der Bühne, auf der er Geschichten, Chansons und Rollen seiner unglaublichen Karriere Revue passieren ließ.

Mario Adorf war seit 1985 in zweiter Ehe mit Monique Faye verheiratet. Er hinterlässt zudem seine seine Tochter Stella aus erster Ehe.

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