"Der Alte"-Star Thomas Heinze spricht im Interview über True Crime, KI-Angst und eine Ostertradition, die sein Sohn sabotiert hat.

Seit 1977 ermittelt "Der Alte" im deutschen Fernsehen. Die ZDF-Kultserie hat nicht nur Generationen von Zuschauern begleitet, sie hat das Genre geprägt. An Karfreitag, dem 3. April, startet nun die 50. Staffel - acht neue Folgen, in denen Hauptkommissar Caspar Bergmann (Thomas Heinze) gemeinsam mit seinem Team in München auf Verbrecherjagd geht. Zur Seite stehen ihm erneut Annabell Lorenz (Stephanie Stumph), Julia Lulu Zhao (Yun Huang) und Rechtsmedizinerin Dr. Luisa Geiger (Sidonie von Krosigk). Alle Folgen sind bereits in der ZDF-Mediathek abrufbar.

Vielschichtig, persönlich - und mit Liebesgeschichte

Die erste Folge der Jubiläumsstaffel heißt "Wunschkind" und erzählt von einer 18-Jährigen, die vier Jahre lang verschwunden war und kurz nach ihrer Rückkehr tot aufgefunden wird. Thomas Heinze (62) verspricht im Interview mit spot on news einen starken Auftakt: "Der Fall ist sehr vielschichtig, und genau das macht ihn spannend. Es geht um ein junges Mädchen mit einer komplizierten Vergangenheit, um Geheimnisse und um Fragen, die sich erst nach und nach klären."

Nicht nur beruflich hat Bergmann in dieser Staffel einiges zu tun. Auch privat bleibt es nicht ruhig: Das Liebesglück, das sich am Ende der letzten Staffel angedeutet hatte, setzt sich fort. "Es bleibt nicht bei einer kurzen Episode. Es war also kein One-Night-Stand", sagt Heinze mit einem Schmunzeln. Daneben spielen auch die Beziehung zu seiner Tochter und seiner Enkeltochter eine Rolle - der Kommissar ist eben kein Einzelkämpfer.

True Crime, Podcasts und "zu viel Gerede"

Inhaltlich bedient sich die neue Staffel an aktuellen gesellschaftlichen Themen: Eine Folge dreht sich um einen True-Crime-Podcast, eine andere um Deepfakes und Künstliche Intelligenz. Heinze selbst ist bekennender Fan echter Kriminalfälle: "Ich habe tatsächlich einige Bücher dazu im Regal stehen. Mich interessieren wahre Kriminalfälle schon lange." Podcasts hingegen sind seine Sache nicht: "Meine Frau hört ständig Podcasts, dadurch bekomme ich schon mal etwas mit, aber ich selbst finde das oft anstrengend. Da wird mir manchmal einfach zu viel geredet."

Aufgewachsen mit dem ZDF-True-Crime-Urformat "Aktenzeichen XY" - "Das hatte damals schon etwas sehr Unheimliches, gerade weil man wusste: Das ist alles wahr" - bringt er also Neugier für das Genre mit. Was ihn dagegen beschäftigt und besorgt, ist die Rolle von KI in der Gesellschaft: "In den sozialen Medien wird man ja regelrecht mit KI-generierten Inhalten überschwemmt. Und man sieht längst, wie gefährlich das werden kann." Er spielt auf den Fall einer KI-generierten Bildsequenz in einer Nachrichtensendung im Februar an. "Wenn sich solche Inhalte sogar in journalistische Zusammenhänge einschleichen, zeigt das, wie ernst das Thema ist", so Heinze. Er habe dazu einmal gelesen, "dass Menschen falsche Behauptungen teilweise leichter abspeichern als wahre. Vielleicht, weil sie sensationeller sind". Genau das mache die Sache so heikel.

Ein Krimi-Chor aus München und das Ende einer Ostertradition

Zurück zur Serie: In "Im Schatten des Chors" spielt ein Chor eine wichtige Rolle. Das Besondere daran: Dieser Chor ist echt. "Und das ist sogar ein Krimi-Chor aus München, also Menschen, die auf ganz unterschiedliche Weise mit Krimis zu tun haben, darunter auch Autoren, und die singen in ihrer Freizeit zusammen", erklärt Heinze das "sehr nette Detail". Dass Heinze mal mit einem Harald-Juhnke-Medley bei Carmen Nebel aufgetreten ist, erwähnt er in diesem Zusammenhang fast beiläufig - und mit entwaffnender Selbstironie: "Damit ist eigentlich auch alles gesagt. Für ein Menschenleben reicht das an Gesang von mir vollkommen aus."

Und passend zum Staffelstart kurz vor Ostern wäre da noch die Sache mit den Ostereiern. Der Berliner Schauspieler erzählt von einer Familientradition, die sein "ältester Sohn Sam" auf listige Weise beendet hat: Nachdem er beobachtet hatte, wie Heinzes Partnerin Jackie Brown die Eier im Garten versteckte, "ist er heimlich runter, hat alles wieder eingesammelt und sich dann köstlich darüber amüsiert, dass wir beim Suchen nichts finden konnten. Das war sehr lustig. Danach war diese Tradition dann allerdings auch ein bisschen erledigt". Mit Schauspielkollegin Nina Kronjäger (59) hat Heinze ein 2003 geborenes Zwillingspaar, mit Brown hat er ebenfalls ein Kind.

Eine Staffel als Hommage

Die 50. Staffel ist laut Sender zugleich eine Verneigung vor Helmut Ringelmann, dem Schöpfer der Serie, der 2026 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Er gilt als "Vater des deutschen TV-Krimis" - und sein Gespür für fesselnde Geschichten wirkt bis heute nach.

Wer also Karfreitagabend noch nichts vorhat: Ab 20:15 Uhr ermittelt Caspar Bergmann wieder im ZDF.

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