TV-Star Karin Thaler spricht im Interview über ihre Kultrolle bei "Die Rosenheim-Cops". Das wünscht sie sich für Marie Hofer.

Karin Thaler (60) wünscht sich für ihre Rolle als Marie Hofer in "Die Rosenheim-Cops" noch einmal eine Liebesgeschichte. "Ich bin ja noch nicht ausgetrocknet, da muss noch mal ein Mann her", erklärt sie im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news. Im wahren Leben ist die Schauspielerin seit fast 30 Jahren mit dem Musiker Milos Malesevic verheiratet. Doch das Paar hat schwere Zeiten durchgemacht.

In ihrem neuen Buch "Stark, weil ich stark sein musste: Die Doppelrolle meines Lebens" (Knaur HC, 1.4.) schreibt Thaler über die Beziehung zu ihrer Mutter, die spielsüchtig und hoch verschuldet war und wegen versuchter räuberischer Erpressung in den 90ern über zwei Jahre im Gefängnis saß. Einen Teil der Schulden hat Thaler zurückgezahlt - mit spürbaren Folgen für sie und ihren Mann: "Es ging uns richtig, richtig mies. Ich habe gedreht und gedreht. Mein Mann hat auch geschuftet und mir seine ganzen Einnahmen gegeben - und das Geld war sofort wieder weg." Im Interview erklärt sie, wie ihre Beziehung trotz der emotionalen und finanziellen Probleme überlebt hat und was sie für ihr großes Ehejubiläum plant.

Ihre Beziehung zu Ihrem Mann stand zeitweise durch die Probleme mit Ihrer Mutter unter großem Druck, wie Sie in Ihrem Buch schreiben. Hatten Sie Angst, dass er Sie deswegen verlässt?

Thaler: Eher umgekehrt: Ich wollte weg von ihm, aufhören zu drehen, das Land verlassen, weil es alles so schwer war mit meiner Mama. Aber unsere Liebe war stärker. Er hat mich dann losgelassen und sich zurückgezogen, ist für lange Phasen nach Skandinavien gegangen, hat dort gearbeitet. Und genau deshalb hat er mich nicht verloren. Das klingt fast kitschig, aber von Anfang an war so eine starke Liebe da, er hätte mich nie verlassen, er hat um uns gekämpft.

Sie haben nächstes Jahr Ihren 30. Hochzeitstag. Gibt es schon Ideen für die Feierlichkeiten?

Thaler: Meine Pläne sind: Entweder wir heiraten noch einmal - in Las Vegas, mit Elvis. Mein Mann ist davon noch nicht so begeistert. Oder ein großer Urlaub, erst nach Indien zu einer Ayurveda-Kur, danach eine Woche Malediven. Bisher ist die Entscheidung noch nicht gefallen.

Ihre beste Freundin Tine spielt eine große Rolle im Buch, sie lebt in Niederbayern, Sie derzeit in München und Slowenien. Können Sie sich vorstellen, im Alter wieder näher bei ihr in der alten Heimat zu leben?

Thaler: Ja, aber mein Mann spielt da noch nicht mit (lacht). Ich sehe mich und Tine da als alte Damen, jeden zweiten Abend beim Kniffeln oder Rommé spielen. Aber ich plane nicht weit voraus. Ich lebe im Jetzt. Ich genieße das Leben und gehe davon aus, dass ich noch 20 gute Jahre habe.

Wollen Sie so lange auch weiter vor der Kamera stehen?

Thaler: Ich glaube nicht. Irgendwann mag ich mich selbst nicht mehr sehen. Ich habe etwas zugelegt durch die Wechseljahre, ich esse aber auch wahnsinnig gerne. Wenn ich alte Folgen der "Rosenheim-Cops" sehe, denke ich mir heute: "Mein Gott, warst du süß, hübsch und schlank." Ein paar Jahre vor der Kamera nehme ich aber noch mit und würde gerne mal einen "Tatort" drehen.

Was wünschen Sie sich für Ihre Figur Marie Hofer bei "Die Rosenheim-Cops"?

Thaler: Noch einmal eine Liebesgeschichte. Ich bin ja noch nicht ausgetrocknet, da muss noch mal ein Mann her. Ich lasse das aber alles auf mich zukommen. Ich drehe seit dem Tod meiner Mama ganz bewusst nicht mehr so viel, weil ich auch noch genießen will. Ich habe keine Kinder, keine Tiere, keine Pflanzen. Ich sperre meine Wohnung zu, setze mich ins Auto und fahre eine Woche nach Slowenien, wenn es mir danach ist.

Mit Marisa Burger hat gerade ein anderer großer Star der Serie Abschied gefeiert. Haben Sie sich über Ihren eigenen Abschied mal Gedanken gemacht?

Thaler: Es flossen wirklich Tränen. Sie wollte aber neue Herausforderungen und auch auf die Bühne. Ich kann es total nachvollziehen. Selbst habe ich mir da noch gar keine Gedanken gemacht. Ich habe immer gedacht: Irgendwann hört es automatisch auf. Aber wir machen einfach weiter. Jahr für Jahr. Und es ist ja auch schön - die Leute lieben die Serie. Manche richten ihren Tagesablauf danach aus, schalten sogar das Telefon aus, damit sie nicht gestört werden. Das ist ein großes Geschenk.

Welche Veränderungen beim Drehen spüren Sie am meisten?

Thaler: Ganz klar das Pensum. Wir haben früher elf Drehtage pro Folge gehabt. Heute sind es sechs. Die Daumenschrauben sind angezogen worden. Früher konnten wir unsere Rollen noch entwickeln, ausprobieren. Mir tun vor allem die jungen Schauspieler leid. Die kommen ans Set und werden ins eiskalte Wasser geworfen. Die müssen sofort funktionieren. Es bleibt keine Zeit mehr, sich zu finden.

Wie ist es für Sie als erfahrene Schauspielerin?

Thaler: Wir haben über die Jahre die Routine gefunden. Auf der anderen Seite wirft uns das Alter Knüppel zwischen die Beine. Wenn ich einen Hofdrehtag mit zwölf Bildern hatte, liege ich am nächsten Tag da, als hätte ich einen Vollrausch gehabt. Ich bin dann so erschöpft - körperlich und mental -, dass ich überhaupt nichts machen kann und mich den ganzen Tag erholen muss. Es ist sehr, sehr anstrengend geworden. Das Drehen von Serien hat heute nichts mehr mit Glamour zu tun. Das, was ich mir als junges Mädchen vorgestellt hatte - Schauspielerin, ein Star - vergiss es.

Neben den "Rosenheim-Cops" haben Sie ein paar Jahre parallel "Hubert und Staller" gedreht. Schauen Sie in Ihrer Rolle Anja Licht noch einmal bei "Hubert ohne Staller" vorbei?

Thaler: Das würde ich gerne. Mit Christian Tramitz bin ich lose in Kontakt. Er hat sogar gesagt, er würde sich freuen, es müsste ganz intensiv werden, und will es dann selbst schreiben. Wenn mir die Geschichte gefällt, würde ich vorbeischauen.

Haben Sie den Abschied aus der Serie jemals bereut?

Thaler: Keine Sekunde. Ich bin kein Mensch für Schnellschüsse. Ich habe mir das lange überlegt. Ich habe gemerkt, dass ich nicht mehr wirklich glücklich bin. Das habe ich angedeutet, wurde aber nicht wirklich gehört. Nach mehreren Gesprächen habe ich eine klare Entscheidung getroffen - und bin fair gegangen, mit dem Angebot, noch Ausstiegsfolgen zu drehen. So konnte ich mit gutem Gefühl und einem schönen Ende gehen.

Noch mal zum Abschluss zurück zu Ihrem Buch: Was wünschen Sie sich, das Ihre Leserinnen und Leser daraus mitnehmen?

Thaler: Erst einmal: dass es sie fesselt. Und Mut macht! Aber natürlich auch, dass sie das Positive sehen, auch in meiner Mama die Liebe und Wertschätzung spüren. Und vielleicht erkennen die Leser: Selbst wenn man denkt, es geht nicht mehr weiter, kann man es schaffen. Wenn man kämpft und nicht aufgibt. Vielleicht ist es sogar ein bisschen Lebenshilfe.

Ich tue mir immer schwer, wenn ich junge Menschen sehe, die aufgeben, zu Drogen greifen. Ich würde sie am liebsten fest in den Arm nehmen und sagen: "Wirf dein Leben nicht weg. Du kannst noch so viel erreichen. Kämpfe!" Und vor allem jungen Mädchen rate ich: Liebt euch selbst. Wertschätzt euch. Lasst euch von niemandem - wirklich niemandem - physisch oder psychisch schlecht behandeln. Die mentale Gesundheit ist so wichtig. Und kein Mann auf der Welt hat das Recht, euch kaputtzumachen.

Karin Thaler geht auf Buch-Tour

Mit ihrem Buch ist Karin Thaler bei diesen Lesungen live zu erleben: 11.4. Premiere Rosenheim (ausverkauft), 14.4. Deggendorf (ausverkauft), 15.4. Lengerich - Kulturforum SSP, 16.4. Maria Laach - Klosterforum, 18.4. Leipzig - Buchhandlung Ludwig, 8.5. Zirndorf - erlebe wigner, 20.6. Berlin - Schloßpark Theater, 10.9. Dresden - Thalia Haus des Buches, 3.10. Schönebeck - Dr.Tolberg-Saal, 4.10. Hettstedt - Ratssaal, 10.10. Unterföhring - Bürgerhaus

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