Jürgen Habermas ist tot – Stationen seines Lebens
Er galt als wichtigster deutscher Philosoph der Gegenwart und genoss weltweite Anerkennung. Bekannt wurde Jürgen Habermas als streitbarer Intellektueller, der sich im Laufe seines langen Lebens immer wieder in politische Debatten einschaltete. „Öffentliches Engagement“ sei „die wichtigere Aufgabe der Philosophie“, stellte Habermas einmal klar. Am Samstag starb der Philosoph und Soziologe mit 96 Jahren in Starnberg, wie der Suhrkamp Verlag mitteilte.
Aus Starnberg, wo er seit Jahrzehnten gelebt hatte, meldete sich Habermas bis zuletzt regelmäßig zu Wort. Im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine stießen etwa zwei Beiträge in der „Süddeutschen Zeitung“ auf Beachtung, in denen der emeritierte Frankfurter Professor für eine rechtzeitige Verhandlungslösung plädierte. 2019 erschien sein Spätwerk „Auch eine Geschichte der Philosophie“.
Jürgen Habermas prägte die 68er-Studentenbewegung
Bekannt wurde Habermas 1962 mit seiner Habilitationsschrift „Strukturwandel der Öffentlichkeit“, in der er sich mit der frühbürgerlichen Gesellschaft auseinandersetzte. Großen Anklang fanden seine Thesen bei der antiautoritären 68er-Studentenbewegung, zu deren radikalen Vertretern er jedoch bald auf Distanz ging.
1986 löste Habermas den sogenannten Historikerstreit mit aus. Er verteidigte damals die historische Singularität des Holocausts gegen Relativierungsversuche rechtskonservativer Historiker.
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