Die britische Regierung will Andrew Mountbatten-Windsor offenbar per Gesetz aus der Thronfolge entfernen. Polizeiermittlungen laufen.

Die britische Regierung arbeitet einem BBC-Bericht zufolge an einer Gesetzesänderung, die Andrew Mountbatten-Windsor (66) endgültig aus der königlichen Thronfolge entfernen soll. Verteidigungsminister Luke Pollard bestätigte in der BBC-Sendung "Any Questions", dass man "absolut" mit dem Buckingham-Palast zusammenarbeite, um den ehemaligen Prinzen davon abzuhalten, "potenziell nur einen Herzschlag vom Thron entfernt" zu sein. Unabhängig vom Ausgang der laufenden Polizeiermittlungen sei das "das Richtige", so Pollard.

Trotz des Entzugs seiner Titel - darunter auch die Anrede "Prinz" - im vergangenen Oktober steht der Bruder von König Charles III. (77) nach wie vor auf Platz acht der Thronfolge. Die Aberkennung war auf öffentlichen Druck hin erfolgt, nachdem Andrews Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019) erneut in den Fokus gerückt waren.

Festnahme und Durchsuchungen

Am Donnerstagabend war Andrew nach elf Stunden Gewahrsam wieder freigelassen worden. Er war wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen worden und wird nun unter laufenden Ermittlungen geführt. Andrew hat jegliches Fehlverhalten stets entschieden bestritten.

Auf seinem ehemaligen Anwesen Royal Lodge, einem 30-Zimmer-Haus im Windsor Park, dauern die Durchsuchungen unterdessen an. Am Samstag wurden erneut mehrere unmarkierte Polizeifahrzeuge beobachtet, die auf das Gelände fuhren. Am Freitag sollen zeitweise mehr als 20 Fahrzeuge vor Ort gewesen sein - ob alle im Zusammenhang mit den Ermittlungen standen, ist unklar. Die zuständige Thames Valley Police will die Durchsuchungen laut BBC voraussichtlich bis Montag fortsetzen.

Ermittlungen könnten sich ausweiten

Neben den laufenden Ermittlungen prüfen dem Bericht zufolge auch weitere Polizeibehörden im Vereinigten Königreich, ob sie eigene Untersuchungen einleiten. Danny Shaw, ein ehemaliger Berater der früheren Innenministerin Yvette Cooper, warnte im BBC-Radio: "Es besteht die Gefahr, dass das Ganze außer Kontrolle gerät." Deshalb könnten sich die Ermittlungen über "beträchtliche Zeit" hinziehen.

Im Unterhaus stößt der geplante Gesetzesvorstoß auf parteiübergreifende Sympathie. Die Liberaldemokraten und die Schottische Nationalpartei signalisierten bereits ihre Unterstützung. Ausgerechnet einzelne Labour-Abgeordnete, die der Monarchie generell kritisch gegenüberstehen, zeigten sich allerdings weniger überzeugt - unter anderem deshalb, weil es ohnehin äußerst unwahrscheinlich sei, dass Andrew jemals tatsächlich in die Nähe des Throns kommen würde.

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