"Wir haben keine Angst vor Verletzlichkeit"
Als "Die Lochis" wurden Heiko und Roman Lochmann (26) einst zu YouTube-Stars, heute stehen die Zwillinge als HE/RO auf der Bühne und liefern modernen Pop-Rock mit ehrlichen deutschen Texten. Ab dem 14. Februar (20:15 Uhr in Sat.1) nehmen die beiden bei "The Voice Kids" auf dem legendären Doppelstuhl Platz. Mit dabei sind außerdem Leony, Michael Patrick Kelly und Álvaro Soler.
Für Heiko und Roman schließt sich mit ihrer Rolle als Coaches ein Kreis: Sie wissen aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, jung im Rampenlicht zu stehen. Im Interview mit spot on news sprechen die Brüder über ihre Telepathie beim Buzzer-Drücken, ihre Verbindung zu Tom und Bill Kaulitz, einst selbst "The Voice"-Coaches, und ihr drittes Album "Vier Augen", das am 6. März erscheint. Außerdem zeigen sie sich von ihrer verletzlichen Seite.
Sie sind zum ersten Mal als Coaches bei "The Voice Kids" dabei. Wie fühlt sich das an?
Roman Lochmann: Das fühlt sich total krass an. Auf diesem Stuhl zu sitzen, ist ein Traum, der in Erfüllung geht. Es war für mich am Anfang manchmal so, als würde ich in einen Film springen und auf einmal mittendrin sein. Es ist etwas ganz, ganz Großes für uns, bei so einem Format dabei zu sein und mit so krassen Kids arbeiten zu dürfen.
Ein großer Traum - Sie waren also davor schon Fans der Sendung?
Roman: Wir haben immer schon daran gedacht, wie cool es wäre, auf dem Doppelstuhl zu sitzen. Wir haben selbst als Kids unsere Karriere begonnen und merken jetzt, dass wir den Talents aus unserer Erfahrung heraus viel mit auf den Weg geben können.
Heiko Lochmann: "The Voice Kids" finde ich eines der allerschönsten Formate im Fernsehen, eine sehr umarmende Show. Auf der einen Seite ist es natürlich eine Competition, aber trotzdem geht es am Ende um das, was wir am allermeisten lieben: Musik und Träume, die in Erfüllung gehen.
Was war für Sie die größte Herausforderung in der neuen Rolle?
Roman: Du musst dich in sehr kurzer Zeit entscheiden: Wann dreht sich der Stuhl? Und dann natürlich der Coach-Fight: Es ist wirklich eine Herausforderung, das Talent nach dem Umdrehen auch von unserem Team zu überzeugen. Da muss man kreativ werden, anders geht es nicht.
Heiko: Es ist gar nicht so einfach, sich gegen Álvaro, Leony oder Michael Patrick durchzusetzen, weil die natürlich auch alle superbegabt sind. Die Coach-Fights haben es auf jeden Fall in sich, aber wir sind so eine coole Truppe, da macht es sehr viel Spaß.
Kannten Sie die anderen Coaches vorher schon persönlich?
Heiko: Ja, wir kannten alle schon vorher. Zwar nicht so, dass wir schon Freunde waren, aber wir haben uns während der Show gut kennengelernt. Das sind alles tolle Menschen und vor allem auch begnadete Musiker und Musikerinnen.
Roman: Ich fand es gar nicht schlecht, dass wir privat nicht alle so gut kannten, weil man sich dann noch ein bisschen mehr Futter für die Show aufheben konnte.
Heiko: Und trotzdem ist da eine große Harmonie und trotz des Coach-Fights wollen wir alle das Beste für die Kids, darum geht es am Ende. Die Energie, die wir zu fünft haben, ist total geil.
Wie ergänzen Sie beide sich als Coaches?
Roman: Es ist gar nicht so leicht als Duo, weil man während des Singens nicht miteinander reden kann. Manchmal reicht aber nur ein Blick und wir wissen, wie wir uns entscheiden.
Heiko: Da müssen wir immer wieder die Zwillingskarte spielen und die Telepathie-Antenne spitzen. Aber es kommt auch vor, dass der eine drückt, ohne sich abzusprechen. Ich glaube, der Doppelstuhl lebt schon immer von dieser Energie und dieser Wildheit.
Bill und Tom Kaulitz haben es als Zwillinge bei "The Voice" vorgemacht. Haben Sie sich etwas von ihnen abgeschaut?
Heiko: Wir haben als Kids Tokio Hotel total gefeiert, Romans erste CD war von Tokio Hotel. Gerade ihr Rock-Pop-Sound ist einfach zeitlos. Vorbild ist ein großes Wort, das würde ich nicht sagen, aber die Jungs sind auf jeden Fall eine Inspiration. Aber ich muss trotzdem sagen, wir sind Heiko und Roman Lochmann und nicht Bill und Tom Kaulitz. Die Jungs haben Stärken, die wir nicht haben und andersrum. Ich will gar nicht vergleichen, aber es ist natürlich trotzdem eine Ehre, auf dem Stuhl bei "The Voice Kids" zu sitzen, auf dem die beiden auch schon bei "The Voice of Germany" saßen.
Sie haben schon erwähnt, dass Sie selbst sehr jung berühmt geworden sind. Was wollen Sie Ihren Schützlingen diesbezüglich mit auf den Weg geben?
Roman: Passend zum Team HE/RO: "Du bist auf deiner eigenen Heldenreise. Keiner kann dich vom Weg abbringen. Du bist der Held." Uns ist es wichtig, dass wir zumindest versuchen, den Druck ein bisschen rauszunehmen, damit sich jedes Talent auf sich selbst konzentrieren kann. Natürlich vergleicht man sich schnell mit den anderen, aber das führt alles zu nichts. Du bist gut so, wie du bist.
Als YouTube-Stars kannte Sie in Ihrer Generation fast jedes Kind. Sind Sie heute bei den jungen Leuten wieder so bekannt?
Heiko: Es fängt jetzt wieder an, das ist lustig zu sehen. Unsere Kernzielgruppe bei den Konzerten ist so alt wie wir, zwischen 20 und 30. Es ist aber auch total cool, dass durch unsere Musik und durch TikTok die 13-, 14-Jährigen uns jetzt neu entdecken. Die wissen gar nicht, wer die Lochis sind und merken dann plötzlich, dass es da noch eine ganze Welt zu entdecken gibt.
Haben Sie das Gefühl, die Lochis jetzt wirklich mal vollständig hinter sich gelassen zu haben?
Heiko: Ja, auf jeden Fall. Für uns selbst schon vor Jahren, aber natürlich braucht das immer ein bisschen. Und die Öffentlichkeit braucht dann noch mal länger.
Roman: Wir hatten vor ein paar Jahren die Erkenntnis, dass einfach beides koexistieren kann. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß. Unsere Vergangenheit und das, was wir mal waren, kann total gut neben dem existieren, wer wir heute sind. Wir werden heute auf der Straße sowohl auf die Lochis als auch auf HE/RO angesprochen, und das ist schön.
Heiko: Das ist aber auch viel Arbeit gewesen. Wir sind als HE/RO bei "The Voice Kids", wir sind das dritte Mal als HE/RO auf Tour, unser drittes HE/RO-Album kommt Anfang März und mittlerweile können wir sagen, wir haben uns unseren Platz in der Musiklandschaft hart erkämpft, aber jetzt sind wir da und wir blicken nach vorne.
Kann die Coach-Tätigkeit dazu beitragen, dass Sie als Musiker noch mal ernster genommen werden?
Heiko: Uns ist wichtig, dass wir Spaß haben, dass wir geile Mucke machen, dass die Fans begeistert sind. Aber ich mache mich nicht mehr verrückt wegen irgendwelcher Vorurteile.
Sie haben Ihr neues Album "Vier Augen" schon angesprochen. Worauf können sich die Fans freuen?
Roman: Auf 13 Songs, die alle ihre Geschichte erzählen. Es wird sehr intensiv, das muss man sagen. Emotionale Texte, die viel von zwischenmenschlichen Beziehungen handeln, deswegen auch der Albumtitel. Nicht nur, weil wir die Welt durch vier Augen sehen, sondern auch, weil es oft von Situationen unter vier Augen handelt.
Wie autobiografisch sind Ihre Texte denn?
Roman: Schon sehr autobiografisch, wir stecken viel aus unserem Leben in die Texte. Ich fände es total anstrengend, sich immer eine Geschichte auszudenken. Uns hilft es, bestimmte Gefühle durch die Musik zu verarbeiten. Das klingt jetzt nach einer Phrase, aber es ist wirklich unser kleines, großes Ventil.
Heiko: So ungefiltert die Wahrheit ins Mikrofon zu spucken, mussten wir auch lernen. Die Zeit zwischen den Lochis und HE/RO und die ersten Jahre in diesem neuen Kapitel haben uns beigebracht: Schreib einfach. Schreib das, was du fühlst und das, was du denkst. Ich brauche nicht immer eine Metapher, sondern finde es einfach geil, superdirekt zu sein.
Roman: Wir haben keine Angst vor Verletzlichkeit, hatten wir eigentlich noch nie wirklich. Aber spätestens seit HE/RO ist es sogar eines unserer Kernelemente, genau das zu zeigen, offen über Gefühle zu reden und Leute zu inspirieren, dass sie auch ehrlich zu ihren Gefühlen stehen dürfen.
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