Earthshot Prize in Erklärungsnot
Es ist ein Skandal, der immer weitere Kreise zieht: Nicht nur Prinz Andrew (65), sondern nun auch der britische Thronfolger Prinz William (44) muss sich unbequemen Fragen rund um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019) stellen. Im Zentrum steht diesmal sein Vorzeigeprojekt, der Earthshot Prize - jene Preisverleihung für Umweltinitiativen, die William 2020 ins Leben rief und die ihm international Anerkennung einbrachte.
Wie das US-Magazin "People" berichtet, hat die britische Anti-Monarchie-Organisation Republic die Wohltätigkeitsorganisation am Mittwoch bei der Charity Commission gemeldet. Der Grund: Sultan Ahmed bin Sulayem, CEO des milliardenschweren Logistikunternehmens DP World mit Sitz in Dubai, taucht in den neu veröffentlichten Epstein-Akten auf. DP World war ein Gründungspartner des Earthshot Prize und spendete dem Bericht zufolge mindestens 1,3 Millionen Dollar an die Organisation.
Verstörende E-Mail aus dem Jahr 2009
Brisant ist vor allem eine E-Mail aus dem April 2009, die kürzlich vom US-Justizministerium freigegeben wurde. Darin schrieb Epstein: "Wo bist du? Geht es dir gut? Ich liebte das Foltervideo." Der Empfänger war in früheren Veröffentlichungen geschwärzt worden, doch nachdem Kongressmitglieder in dieser Woche ungeschwärzte Beweise einsehen durften, bestätigte der Abgeordnete Thomas Massie laut "Newsweek", dass die Nachricht an Sulayem gerichtet war.
Republic wies in einer Pressemitteilung darauf hin, dass Sulayem und William bei mehreren Gelegenheiten gemeinsam gesehen worden seien, wobei der DP-World-Chef seine direkte Unterstützung für die Wohltätigkeitsorganisation demonstriert habe. "Die Ernsthaftigkeit dieser Angelegenheit erfordert eine umfassende Untersuchung", erklärte die Gruppe.
Anti-Monarchie-Gruppe fordert Antworten
Besonders deutlich wurde Graham Smith, der Vorstandsvorsitzende von Republic. "William muss viele Fragen beantworten - darüber, was er über Andrew und Epstein wusste. Und jetzt muss er auch seine Beziehung zu Sulayem erklären", sagte Smith dem Bericht zufolge.
Smith stellte zudem die Sorgfaltspflicht der Organisation infrage: "Earthshot hat die Pflicht, Spender zu überprüfen und nachzufragen, woher das Geld stammt. Haben sie das hier getan? Und falls ja - hat William deren bessere Einschätzung ignoriert?"
Charity Commission prüft den Fall
Die Charity Commission reagierte ebenfalls. "Wir sind uns der Bedenken hinsichtlich der Finanzierungsquellen des Earthshot Prize bewusst", erklärte ein Sprecher der Behörde gegenüber dem britischen Sender "ITV". Man prüfe die Informationen, um die nächsten Schritte und eine mögliche Rolle der Kommission festzulegen. Der Earthshot Prize selbst äußerte sich noch nicht dazu. Dem US-Magazin zufolge stehe die Organisation allerdings bereits in Kontakt mit dem Management von DP World.
Epstein-Skandal weitet sich aus
Der Fall reiht sich in eine Serie belastender Enthüllungen ein. Erst vor wenigen Tagen wurde Prinz Andrew erneut durch neu freigegebene Beweise mit Epstein in Verbindung gebracht. Es gibt Hinweise, dass Andrew während seiner Tätigkeit als Handelsgesandter vertrauliche Informationen an Epstein weitergegeben haben soll.
König Charles III. (77) brach daraufhin sein Schweigen über seinen jüngeren Bruder, dem im Herbst die royalen Titel entzogen worden waren. "Der König hat in Worten und durch beispiellose Taten seine tiefe Besorgnis über Vorwürfe deutlich gemacht, die in Bezug auf das Verhalten von Herrn Mountbatten-Windsor weiterhin ans Licht kommen", hieß es in einer Erklärung des Buckingham-Palasts vom 9. Februar.
Auch William selbst wurde diese Woche während seines Staatsbesuchs in Saudi-Arabien von einem Reporter zu Andrew befragt. Er wich der Frage zwar aus, doch gemeinsam mit seiner Frau Prinzessin Kate (44) hatte er bereits am 8. Februar über einen Sprecher erklären lassen: "Der Prinz und die Prinzessin sind zutiefst besorgt über die weiterhin ans Licht kommenden Enthüllungen. Ihre Gedanken gelten den Opfern."
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