Der Sonnyboy und Ur-Ochsenknecht
Zugegeben: Die Gesichtszüge sind etwas angeknittert, seine ehemalige Löwenmähne ist auch ziemlich licht geworden und leuchtet nicht mehr so naturblond, sondern noch einen Tick heller. Er zeigt jetzt Stirn. Doch bei Bedarf kräuselt sich der Mund immer noch zu einem Halbstarkenlächeln, und die Augen strahlen nach wie vor in einem unverschämt unschuldigen Kristallblau.
So sieht also ein mehrfacher Großvater aus, einer der längst die Grenze zur Regelaltersgrenze überschritten hat. Da möchte man schon glauben, dass 70 die neue 50 ist. Am 7. Januar wird Uwe Ochsenknecht 70 Jahre alt.
Erfolg als Musiker
Nach wie vor ist er einer der bekanntesten deutschsprachigen Schauspieler, obwohl er einem nicht in jeder TV-Programmvorschau entgegen springt. Dafür sind seine Filme wie "Das Boot", "Männer" oder "Schtonk!" längst Kinoklassiker und für immer im Gedächtnis seiner Fans.
Der andere Teil des Publikums kennt ihn als Musiker. Seit den 90ern ist er Sänger der Rockband The Screen, bei der Größen wie Gitarrist Mick Rogers (früher Manfred Mann's Earth Band), Bassist Pete Rees und Schlagzeuger Graham Walker (beide früher in der Band der Blues-Legende Gary Moore) mitmischen. Die Ausbeute: drei Studioalben, mehrere Tourneen und jede Menge Spaß, der in diesem Fall vor dem Erfolg kommt.
Der Name Ochsenknecht
Uwe Ochsenknecht ist also präsent. Das mag auch an seinem unverfälschten, urdeutsch klingenden Namen liegen, von dem man früher glaubte, dass einer, der so heißt, niemals eine Schauspielerkarriere machen könnte. So kann man sich täuschen. Heute ist Ochsenknecht eine unverwechselbare Marke im Unterhaltungs-Business, und das hat nicht unbedingt etwas mit dem Kino- und TV-Star zu tun.
Uwe, der Ur-Ochsenknecht, hat sich ein wenig reproduziert, derzeit geistert eine kleine Horde Ochsenknechts durch die Szene. Da wäre erstmal die Exfrau Natascha (61), von 1993 bis 2010 war er mit dem Ex-Model verheiratet. Aus dieser Ehe stammen die Söhne Wilson Gonzalez (35), Jimi Blue (34) und Tochter Cheyenne Savannah (25). Sie alle betätigen sich im Schauspiel, der Musik oder diversen TV-Formaten und erheben Anspruch auf den Namen Ochsenknecht.
Der TV-Sender Sky hat das bunte Leben der Familie in vier Staffeln der Reality-Soap "Diese Ochsenknechts" verarbeitet, "eine schrecklich berühmte Familie", kommentierte der "Spiegel". Allerdings war der Namensgeber nicht mit von der Partie, mit Reality-Formaten könne man ihn jagen, ließ Uwe Ochsenknecht ausrichten. "Uwe hat sein eigenes Leben", sagte die Ex Natascha zur Absage des wichtigsten Ochsenknechts, "er trifft seine eigenen Entscheidungen, und das ist auch okay für uns".
Nur wenig "liest man über den Mann, dem der Rest der Familie die Prominenz weitestgehend verdankt", schrieb das Magazin der "Süddeutschen Zeitung" über Uwe Ochsenknecht. "Der erlangte seine Prominenz nicht über Boulevardschlagzeilen, sondern mit Rollen in Klassikern der deutschen Filmgeschichte." Und wurde für seine Arbeiten mit dem Bayerischen Filmpreis, dem Deutschen Filmpreis, dem Deutschen Fernsehpreis und einem Bambi ausgezeichnet.
Schwierige erste Schritte
Vermutlich hat er diese Entwicklung selbst nicht für möglich gehalten, denn die ersten Schritte waren ausgesprochen bescheiden. Uwe Adam Ochsenknecht, im hessischen Biblis geboren und in Mannheim aufgewachsen, hatte keine schöne Kindheit.
Der Vater Werner, ein Feinmechaniker und ausgebildeter Opernsänger, war Choleriker, der seine Kinder prügelte. In seiner Biografie "Was bisher geschah" schreibt Ochsenknecht: "Ich hatte furchtbare Angst vor der körperlichen Gewalt meines Vaters und hasste ihn abgrundtief dafür. So sehr, dass ich ihm einmal Nadeln ins Bett legte, in der Hoffnung, dass sie ihm ähnliche Schmerzen zufügen, wie ich sie dauernd erleiden musste. Ich wünschte mir, dass er sich eines vielleicht fernen Tages doch noch als der Papa entpuppte, den ich mir so sehnlichst wünschte."
Die Welt der Bühnen erwies sich für den verängstigten Jungen als wundersamer Fluchtpunkt, Uwe Ochsenknecht wurde vom bedeutenden Mannheimer Nationaltheater als Komparse und für Kinderrollen engagiert. Da zeichnete sich auch Ochsenknechts künftiger Weg ab. Nachdem er mit 15 am Ludwig-Frank-Gymnasium grandios gescheitert war und zum dritten Mal die Versetzung nicht geschafft hatte, holte er zwei Jahre später seinen Hauptschulabschluss nach und wurde an der renommierten Westfälischen Schauspielschule in Bochum aufgenommen.
1985 fuhr er in Doris Dörries' "Männer" in einer Leopardenunterhose mit Heiner Lauterbach in einem Paternoster-Fahrstuhl. Das war seine Geburt als Kinostar. Doch das Gesicht kannte man schon aus Wolfgang Petersens Erfolgsfilm "Das Boot" (1981), in dem er den Bootsmann Lamprecht spielte. Schließlich hat ihn Kultregisseur Helmut Dietl geholt: 1992 spielte er hinreißend die Hauptrolle als Kunstfälscher Fritz Knobel in "Schtonk!", 2005 war er der urkomische Musikprofessor Theo Stokowski in "Vom Suchen und Finden der Liebe".
Sein Geburtstag ist ihm "wurscht"
Auffällig an Ochsenknechts Karriere ist der extreme Wandel seiner von ihm dargestellten Figuren. Mal spielt er in seichten TV-Komödien mit, mal prägt er mit seiner außergewöhnlichen Ausstrahlung Highlights im Fernsehen und auf der Leinwand. Ochsenknecht ist der beliebte Müllmann Werner Träsch in der ARD-Filmreihe "Die Drei von der Müllabfuhr", andererseits brillierte er in der amerikanisch-deutsch-britischen Koproduktion "Luther" als Papst Leo X.
Am überzeugendsten ist er, wenn er den Sonnyboy Uwe Ochsenknecht, das Original, gibt. Mit seiner zweiten Ehefrau, der 18 Jahre jüngeren Kiki, lebt er abwechselnd in Berlin und auf Mallorca, wo er auch Inhaber einer Musikbar ist. Seine Kinder inklusive des ältesten Sohnes Rocco Stark (39) aus einer Beziehung mit der Künstlerin Rosana della Porta haben ihn zum fünffachen Großvater gemacht, was wiederum zwei Seiten hat. "Langsam verliere ich den Überblick", sagte er der "Gala". "Es ist schon süß, wenn die Kinder sagen: 'Opi, komm mal her.' Aber ich fühle mich auch gleich 50 Jahre älter."
Und das geht für einen Uwe Ochsenknecht gleich gar nicht. Für ihn ist sein Geburtstag "nur ein Termin", der ihm eigentlich "wurscht" ist, wie er schon zum 65. Geburtstag im Gespräch mit der Zeitschrift "Gala" betonte. "Wichtig ist, dass ich mich nicht so alt fühle, wie ich bin."
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