Der deutsche Automarkt hat im April 2026 leicht zugelegt. Bei gleicher Zahl an Arbeitstagen wie im Vorjahresmonat stiegen die Neuzulassungen um 2,7 Prozent. Laut Dataforce-Auswertung wurde das Wachstum vor allem von zwei Kanälen getragen: den Privatkunden sowie den Eigenzulassungen der Hersteller. Während private Anmeldungen um 8,2 Prozent auf 88.182 Pkw zulegten, verbuchte der Fahrzeugbau ein zweistelligen Plus von 18 Prozent auf 26.371 Einheiten.

"Die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen spiegeln sich im April in den Marktzahlen nieder", kommentieren die Dataforce-Experten. "Die Effekte werden in den nächsten Monaten weiter zunehmen: Noch höhere Elektroanteile durch die Kaufförderung, Rabatte und den Benzinpreisschock, aber auch eine insgesamt gedämpfte Nachfrage, weil eine höhere Inflation und höhere Zinsen nun nicht mehr zu vermeiden sind."

Anders sieht es im Flottengeschäft aus. Die Zahl der neuen Firmenwagen ging erneut zurück und lag mit 69.524 Stück um 3,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch der Fahrzeughandel meldete bei den Eigenzulassungen ein Minus von 6,0 Prozent (35.192 Neuwagen). Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits 2025 sichtbar war: Nicht mehr der Handel, sondern zunehmend die Hersteller selbst nutzen Eigenzulassungen als Ventil, um kurzfristige Überkapazitäten im Markt abzufedern.

Fuhrparks auf der Bremse 

Das Flottengeschäft bleibt laut Dataforce durch die schwache Konjunktur und die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit belastet. Diese Faktoren bremsen zwar auch den Privatmarkt, dort wirken jedoch andere Impulse gegen: Viele Kunden holen aus Sicht der Experten aufgeschobene Anschaffungen nach, zudem sorgen Kaufanreize und Rabatte für zusätzliche Dynamik. 

Bei den Autovermietern fiel die Entwicklung nach dem starken Jahresauftakt deutlich ruhiger aus. Im April lag das Plus nur noch bei 1,8 Prozent, insgesamt kamen 29.894 neue Mietwagen in die Flotten von Sixt, Europcar & Co. Damit bestätigt sich die Einschätzung, dass Vermieter einen Teil ihrer Zulassungen lediglich früher im Jahr vorgenommen haben.

Privatkunden fahren auf BEV ab

Der wichtigste Treiber im Privatmarkt ist derzeit die Elektromobilität. Die privaten Neuzulassungen reiner Elektroautos stiegen im April um 85 Prozent. Fast ein Drittel der privaten Käufer entschied sich für ein BEV; der Elektroanteil lag bei 32,7 Prozent. Damit überholte der Privatmarkt sogar wieder den Kanal Flotte, der auf 31,5 Prozent kommt.

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Transportermarkt bleibt schwierig

Deutlich schwieriger stellt sich die Lage im Transportermarkt dar. Leichte Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities, die häufig hohe Laufleistungen haben und weiterhin stark vom Diesel geprägt sind, spüren die wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten besonders deutlich. Nachdem die Neuzulassungen im März noch leicht gestiegen waren, rutschte der Markt im April 2026 um 6,2 Prozent ins Minus.

Besonders stark gingen private Transporter-Anschaffungen zurück (minus 12,9 Prozent). Auch die Flottenzulassungen lagen mit minus 6,6 Prozent deutlich unter dem Vorjahresniveau. Zwar legten die Eigenzulassungen des Fahrzeugbaus um 16,5 Prozent zu, ihr Volumen war jedoch zu gering, um die negative Gesamtentwicklung auszugleichen. 


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Der Auswertung zufolge halten sich Transporterkunden vor allem bei klassischen Antrieben zurück. Dieselmodelle verloren 14 Prozent, Benziner 13 Prozent. Elektrische Transporter wachsen zwar kräftig und legten um 62 Prozent zu, erreichen aber bislang nur einen Marktanteil von 11 Prozent. Viele potenzielle Käuferinnen und Käufer zögern offenbar noch mit dem Umstieg — und verschieben die Neuanschaffung vorerst ganz.

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