Bei Geely geht es Schlag auf Schlag: Erst vor wenigen Wochen hatte der chinesische Konzern sein frisches Führungsteam für den deutschen Automarkt präsentiert, nun stehen nicht allein Menschen, sondern Maschinen im Rampenlicht: Auf der Auto China 2026 präsentierte das in Hangzhou ansässige Unternehmen in der vergangenen Woche nicht nur neue Modelle, sondern auch, wie der Konzern intelligentes und KI-gestütztes Fahren in naher Zukunft denkt: Damit soll nicht nur der strategisch wichtige Markt in Deutschland erobert werden.


Auto China 2026 – Impressionen


Die Zukunft des automobiles Vorwärtsbewegens ist eine, die mithilfe von KI und Robotik funktionieren soll und wird. Zuweilen spielen hier auf der Messe nicht Autos die Hauptrolle, sondern Roboter und Humanoide. Die können mittlerweile recht geschickt greifen, dem durstigen Besucher eine Flasche Wasser reichen.

Wer sich nicht mit voller Aufmerksamkeit durch die Gänge bewegt, läuft Gefahr, weniger mit anderen der zehntausenden Fachbesucher zusammenzustoßen als einem autonom fahrenden Roboter zu begegnen, der mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit und ohne Zögern seinen Weg durch die Menschenmassen sucht.

Auto China 2026: Viel mehr als nur Autos

An diesem Thema, das wissen auch die Verantwortlichen bei der Geely Auto Group (zu denen unter anderem die Marken Volvo, Polestar, Lynk & Co. oder Lotus gehören), führt kein Weg vorbei: Im Mittelpunkt des Auftritts in Peking stehen demnach neue Fahrerassistenzsysteme, Hybridtechnik, 900-Volt-Architektur, Robotaxi-Anwendungen oder Software-definierte Fahren.

Aber auch, das geht in der Flut der automobilen Neuheiten fast ein bisschen unter, der altgediente Verbrennungsmotor ist noch längst nicht tot, er ist effizienter geworden. Geely i-HEV nennt sich das neu entwickelte Aggregat, das auf dem Messestand gezeigt wird: Thermischer Wirkungsgrad 48,41 Prozent, das ist ein Rekordwert, aus dem sich ein Praxisverbrauch von 2,2 Litern ergibt.

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Gar kein Nischendasein, sondern mitten im Rampenlicht drängte sich das Designerstück "Galaxy Light Concept", mit dem die Geely-Identität "Ripple Aesthetics" zum Ausdruck gebracht werden soll. Ein automobiler Hingucker mit technischen Werten der Extraklasse: drei E-Maschinen, über 1.000 PS Höchstleistung.

Geely-Bestseller kommt nach Deutschland

Es geht aber auch noch ums bodenständige Auto: "Das ist unser Volumenmodell in China“, sagt Zack Zhang, Managing Director Deutschland & CPO Geely Brand Europe, und deutet bei einem Messestand-Rundgang in Halle A1 auf einen kleinen kompakten Elektro-Crossover. Den Geely Geome Xingyua sieht man in der Tat oft auf Chinas Straßen, nach Deutschland soll er im Herbst unter dem eingängigeren Kürzel EX2 bzw. E2 zu den Händlern kommen, wie zu vernehmen ist. Und zwar zu einem "absolut konkurrenzfähigen" Preis mit vernünftigen Leistungswerten und Batteriegrößen: maximal etwa 120 PS stark, Akkugröße maximal 50 kWh, wie es heißt.


Geely Safety Centre in Ningbo


Bei einer ersten Sitzprobe auf dem Messestand machte der etwa 4,15 Meter lange Crossover mit üppigem Frunk einen sehr wertigen und funktionalen Eindruck. Und bei einer ersten Mini-Ausfahrt fiel vor allem auf, dass der Wagen innen viel Raum bietet, zumindest für vier Insassen. Genau im Sinne der Geely-Verantwortlichen, die die Marke als solide, verlässliche und vor allem bezahlbare Brand positionieren. "Wir wollen unser Vertrauen auf Qualität, Technik und Service aufbauen", so Zhang weiter. Kein Glanz und Gloria, kein Pomp und Power – dafür hat man ja die anderen Marken im Verbund.

Zeekr fährt in China mächtig auf

Zum Beispiel Zeekr: Die Edel-Elektromarke auf dem benachbarten Messestand feierte ebenfalls erst vor wenigen Monaten ihren Markteinstand in Deutschland, in China fährt (und trägt) sie mächtig dick auf, worauf nicht nur der Titel des Pressetextes – "Zeekr’ s Full Luxury Lineup" – einen Hinweis liefert.

In der Tat lässt Geelys Luxusmarke seine im besten Sinn des Wortes Flaggschiffe, die auf Geelys "Sustainable Experience Architecture" basieren, ins Rampenlicht fahren: den überarbeiteten Zeekr 009, den Zeekr 9X und den Zeekr 8X. Demzufolge setzt auch Zeekr konsequent auf Hightech, seien es das "Super Electric Hybrid"-System, KI-gesteuerte digitale Fahrwerkstechnik oder die 900-Volt-Architektur. Alle drei Modelle eint zudem die Ausrichtung auf Luxus-Ästhetik.


Zeekr Store Hangzhou


Bei kurzen Testfahren auf einem abgesperrten Gelände konnte AUTOHAUS nicht nur die hochwertigen Materialien im Innenraum erleben und erfassen, sondern sich auch von den Beschleunigungs- und Verzögerungseigenschaften des in China beliebten Zeekr 9X überzeugen, die in der Praxis beeindruckend ausfallen: Dank 1.000 kW Leistung knackt das 5-Meter-High-Performance-SUV in 3,1 Sekunden die 100 km/h-Marke.

Etwas kommoder lässt es der Zeekr 009 angehen, der in China schon seit längerem gerne als Shuttle oder Taxi eingesetzt wird und auf der Auto China mit viel Tamtam präsentiert wurde: Wer ein Uber (heißt in China DiDi) per App ruft, nimmt nicht selten in einem ultrabequemen Chefsessel-artigen Fauteuil Platz.

Bislang war das nur in einem Sechssitzer möglich, für die Auto China stellte Zeekr noch eine siebensitzige Variante vor. Eine Strategie, die aufzugehen scheint: Bis heute hat sich der sechssitzige Zeekr 009 Executive zwei Jahre in Folge den Titel des meistverkauften Luxus-MPV Chinas gesichert.

So startet Zeekr in Deutschland

In Deutschland geht es Zeekr, was die Modelle betrifft, eine Nummer kleiner an, führt gleichwohl die Premium-Elektrostrategie fort und setzt dabei auf gewerbliche Kunden: Mit einem kombinierten Modell aus digitalem Bestellmodell (Direktvertrieb) und Service-Center sowie großzügiger Garantie (fünf Jahre Fahrzeug, acht Jahre Batterie oder 200.000 Kilometern) sollen Flottenkunden die in Deutschland erhältlichen Modelle Zeekr 001, 7X, 7GT und X schmackhaft gemacht werden.


Zeekr 7GT


"Unternehmen benötigen Premium-Elektromobilität, die verlässlich funktioniert, wirtschaftlich ist und die Anforderungen von Flotten und Dienstwagenfahrern anpasst", hatte Lothar Schupet, CEO Zeekr Europe, bereits vor wenigen Monaten die Strategie skizziert. "Unser direktes Vertriebsmodell, kombiniert mit einem starken Servicenetz, soll genau diese Anforderungen erfüllen."

Geely und Zeekr: Die Strategie

Geely hat auf der Auto China 2026 unter Beweis gestellt, wie breit der Konzern inzwischen aufgestellt ist: vom bezahlbaren Elektro-Crossover für Deutschland über hocheffiziente Hybridtechnik bis hin zu Luxusmodellen, Robotaxi-Anwendungen und KI-gestütztem Fahren. Für den deutschen Markt wird damit klar: Geely und Zeekr wollen nicht nur mit neuen Modellen antreten, sondern mit einem ganzen Technik-Ökosystem – und zwar vom Volumen- bis ins Premiumsegment.

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