Fahren ohne Fahrer: AUTOHAUS Delegation erlebt Baidu Apollo live
Autonomes Fahren ist in Europa nach wie vor ein Zukunftsversprechen – in China hingegen längst Realität im öffentlichen Raum. Davon konnten sich die Teilnehmenden der AUTOHAUS Goes China 2026-Reise beim Besuch von Baidu Apollo überzeugen. Auf dem Apollo Campus gehörte nicht nur der Blick hinter die Kulissen zum Programm, sondern auch eine autonome Probefahrt ohne Sicherheitsfahrer. Das Fazit der Delegation fiel eindeutig aus: technisch beeindruckend, organisatorisch weit fortgeschritten – und ein deutlicher Hinweis darauf, wie weit China in der Mobilität bereits ist.
"Android des autonomen Fahrens"
Hinter Baidu Apollo steht eine der weltweit führenden offenen Plattformen für autonomes Fahren, entwickelt vom chinesischen Technologiekonzern Baidu. Das Projekt wird nicht ohne Grund häufig als das "Android des autonomen Fahrens" bezeichnet. Apollo kombiniert Künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Dienste, hochauflösende Karten und ein komplexes Sensor-Setup zu einem ganzheitlichen Betriebssystem für fahrerlose Mobilität.
Gegründet wurde Apollo bereits 2017 mit dem Anspruch, Autoherstellern und Technologiepartnern eine offene Entwicklungsplattform bereitzustellen. Heute ist daraus ein kommerziell betriebener Robotaxi-Dienst geworden: Apollo Go zählt zu den größten Anbietern weltweit und ist in zahlreichen chinesischen Metropolen wie Wuhan, Peking oder Shanghai im Einsatz.
AUTOHAUS goes China 2026 – Besuch bei Baidu Apollo
Technologisch setzt Baidu auf vollautomatisiertes Fahren nach Level 4 – also ohne menschliche Kontrolle innerhalb definierter Gebiete. Möglich wird dies durch eine leistungsfähige KI-Architektur, redundante Sensorsysteme und kontinuierliche Cloud Anbindung. Besonders beeindruckend: Die Fahrzeuge steuern den Verkehr auch in hochkomplexen, dichten Stadtumgebungen sicher und flüssig. Herzstück der aktuellen Flotte ist das speziell für den Robotaxi-Einsatz entwickelte Fahrzeug Apollo RT6. Die sechste Generation wurde von Grund auf für fahrerlosen Betrieb konzipiert. Baidu verfolgt dabei nicht nur technologische, sondern auch klare wirtschaftliche Ziele.
Erste Tests in Europa
Bis Mai 2025 absolvierte Apollo Go nach Unternehmensangaben mehr als elf Millionen Fahrten, die Flotte umfasst inzwischen über 1.000 Fahrzeuge in 15 chinesischen Städten. Parallel treibt Baidu die internationale Expansion voran. Erste Testbetriebe in Europa, unter anderem in der Schweiz, sind ab Ende 2025 geplant. Zudem arbeitet der Konzern mit etablierten Autoherstellern wie BMW zusammen, um Apollo-Technologie perspektivisch auch in Serienfahrzeuge zu integrieren.
Ganz ohne Herausforderungen verläuft der Weg allerdings nicht. Berichte über temporäre Systemausfälle zeigen, dass auch in China technologische Grenzen existieren. Dennoch wurde der Gesamtansatz von der AUTOHAUS-Gruppe durchweg als ausgereift eingeschätzt.
Der Besuch bei Baidu Apollo machte deutlich: Autonome Mobilität ist in China kein Pilotprojekt mehr, sondern Teil der Verkehrsinfrastruktur. Für europäische Märkte – und besonders für Handel und Service – ist das ein unmissverständliches Signal: Die Zukunft des Fahrens findet längst statt. Nur nicht überall.
Mehr zum Thema entdecken
Autohandel
Lyft: Uber-Rivale bringt chinesische Robotaxis nach Europa
Autohersteller
Autonomes Fahren: Vorsprung von Mercedes & Co. bröckelt
Autohandel
Bosch auf der Auto China 2026: Autonom in die Erfolgsspur
Auto China 2026 – Impressionen
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke