Für den chinesischen Technologiekonzern Huawei entwickelt sich das Geschäft mit intelligenten Automobillösungen zu einem der wichtigsten Wachstumstreiber. Über die Harmony Intelligent Mobility Alliance (HIMA) setzte das Unternehmen im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben rund 589.100 Fahrzeuge ab – ein Plus von 32 Prozent gegenüber 2024.

Besonders stark ist Huawei inzwischen im Premium‑ und Luxussegment positioniert. Modelle wie der Aito M9, der in China umgerechnet rund 63.000 Euro kostet, oder die Luxuslimousine Maextro S800 für etwa 126.000 Euro treffen dort auf hohe Nachfrage. Mit dieser Entwicklung wächst der Wettbewerbsdruck vor allem auf die deutschen Premiumhersteller BMW, Audi und Mercedes‑Benz.

Die Allianz HIMA hatte Huawei erst 2023 gegründet. Der Ansatz ist in der Automobilindustrie bislang einzigartig: Huawei verantwortet innerhalb des Verbunds die Bereiche Technologie, Software und Marketing, während die Fahrzeugfertigung bei etablierten Autobauern mit entsprechender Produktions‑ und Entwicklungskompetenz liegt. Zum Kreis der Partner zählen unter anderem Aito (Seres Group), Luxeed (Chery), Stelato (BAIC), Maextro (JAC Group) sowie SAIC (SAIC Group).


Maextro S800


Auch auf Konzernebene setzt Huawei seinen Wachstumskurs fort. 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von umgerechnet 111 Milliarden Euro nach rund 108,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Nettogewinn stieg im gleichen Zeitraum von knapp 7,9 Milliarden auf etwa 8,6 Milliarden Euro.

Sanktionen sollen Expansion bremsen

Während Huawei im Heimatmarkt floriert, verschärfen westliche Staaten den regulatorischen Druck. In Deutschland müssen Mobilfunkbetreiber bis Ende 2026 sämtliche Komponenten von Huawei und ZTE aus ihren 5G‑Kernnetzen entfernen; für Zugangs‑ und Transportnetze gilt eine Übergangsfrist bis 2029. Auf EU‑Ebene drängt die Kommission inzwischen auf ein verbindliches Verbot sogenannter Hochrisiko‑Anbieter in allen Mitgliedstaaten. Auch die USA haben ihre Beschränkungen ausgeweitet: Mit der neuen "Cyber Strategy 2026" sollen sie künftig auch Endkunden‑Hardware wie Router oder Drohnen erfassen.

Im Westen ist Huawei bislang vor allem als Smartphone‑Hersteller bekannt. Zugleich verstärkt der Konzern seine Aktivitäten im Bereich Künstliche Intelligenz. Mit eigenentwickelten Chips zielt Huawei auf Anwendungen in lokalen Rechenzentren und positioniert sich damit zunehmend als Wettbewerber von Unternehmen wie Nvidia. Auch auf der Softwareseite treibt der Konzern die Unabhängigkeit voran – unter anderem mit dem eigenen Betriebssystem "HarmonyOS NEXT".

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Aito 9


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